Grevenbroich: Bierlaster löst Gefahrstoffeinsatz aus

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Robert Schilken, Herausgeber



Grevenbroich – Der Verdacht auf aus­tre­ten­den Gefahrstoff aus einem LKW-​Anhänger löste am spä­ten Dienstagnachmittag gegen 17:15 einen der unge­wöhn­lichs­ten Einsätze der Grevenbroicher Feuerwehr seit Jahren aus. 

Durchdringender, leicht bei­ßen­der Geruch unbe­kann­ten Herkunft hatte den Fahrer eines LKW auf­mer­ken las­sen, der sein Fahrzeug auf der Verlängerung der Lindenstraße in Höhe der Kreuzung zur Lilienthalstraße abge­stellt hatte. Auf der Suche nach dem Ursprung des Gestanks bemerkte der Mann eine gelblich-​braune Flüssigkeit, die aus einem neben sei­nem Laster abge­stell­ten Sattelauflieger tropfte.

Als der Fahrer zudem einen toten Vogel hin­ter Anhänger lie­gen sah, alar­mierte er die Feuerwehr. Die wegen der Nähe zur Grevenbroicher Hauptfeuerwache bin­nen kür­zes­ter Zeit ein­tref­fen­den Kräfte der Feuerwehr konn­ten den mar­kan­ten Gestank bestä­ti­gen. Aufgrund der Tatsache, dass sich neben dem Fahrzeug zudem eine grö­ßere Lache der unbe­kann­ten Brühe gebil­det hatte, löste der Einsatzleiter einen Gefahrstoffeinsatz aus und sperrte das Gebiet weit­räu­mig ab.

Während sich ein Trupp für die Erkundung der aus­tre­ten­den Substanz mit Chemikalienvollschutzanzügen aus­rüs­tete, for­derte der Einsatzleiter zwei wei­tere Löscheinheiten für die poten­zi­ell arbeits­in­ten­sive Lage an. Zusätzlich beor­derte er den Messtrupp der Feuerwehr Neuss zur Verstärkung sowie den Fachberater Chemie und eine Fachkraft der Unteren Wasserbehörde zur Einsatzstelle.

Die bin­nen kur­zer Zeit ein­ge­trof­fe­nen Spezialisten und die wei­te­ren Einsatzkräfte muss­ten aller­dings nicht mehr nen­nens­wert tätig wer­den. Denn nach­dem es dem Erkundungstrupp gelun­gen war, den Sattelauflieger zu öff­nen, nahm das Einsatzgeschehen eine uner­war­tete Wende. Statt der befürch­te­ten Fässer oder Container mit mög­li­cher­weise gefähr­li­chen Chemikalien fand sich in dem Anhänger nur eine ver­gleichs­weise min­der­ge­fähr­li­che Substanz: Tausende Dosen Bier bel­gi­scher, nie­der­län­di­scher, spa­ni­scher und pol­ni­scher Brauereien.

Mehrere der Bierpaletten waren auf dem Hänger offen­bar schon vor eini­ger Zeit umge­stürzt und unzäh­lige Dosen leck­ge­schla­gen. Die schimmlig-​gärende Brühe hatte dann begon­nen, aus dem Hänger auf die Straße zu trop­fen und dort in der Wärme des Tages begon­nen, einen zwar bei­ßen­den, letzt­end­lich aber unge­fähr­li­chen Geruch zu ent­wi­ckeln. Da von dem alten Bier dar­über hin­aus kein wei­te­res Risiko aus­ging, konnte die Feuerwehr die Einsatzstelle nach rund 45 Minuten ans Ordnungsamt über­ge­ben und den Gefahrguteinsatz beenden.

Die Polizei hat die Ermittlungen zur Herkunft des Bieres und zum Eigentümer des Sattelaufliegers über­nom­men. Eingesetzt waren ins­ge­samt rund 60 Kräfte der Hauptamtlichen Wache sowie der Löscheinheiten Stadtmitte, Wevelinghoven, Gustorf/​Gindorf und Kapellen sowie des Rettungsdienstes. Ebenfalls am Einsatzort waren der stell­ver­tre­tende Kreisbrandmeister, der Fachberater Chemie, sowie ein Vertreter der unte­ren Wasserbehörde.

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