Rhein-​Kreis Neuss – Kreiskulturzentrum Sinsteden und Förderverein stel­len ältes­ten Traktor der Firma IHC – Neuss vor

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Rommerskirchen – Der Förderverein des Landwirtschaftsmuseums hat jetzt den Traktor „International Harvester F – 12 G“, das älteste Fahrzeug der Neusser Firma ICH, zusam­men mit dem Kulturzentrum Sinsteden der Öffentlichkeit vorgestellt.

Dies ist das Ausstellungsstück des Quartals“, berich­tet Jan Volkers, Vorsitzender des Fördervereins. „Wir haben diese Reihe neu ins Leben geru­fen, um neue Besucher und Interessierte für das Landwirtschaftsmuseum und unse­ren Verein zu gewin­nen.“ Kreisdezernent Tillmann Lonnes betont: „Die Technik hier im Museum zeigt anschau­lich die Entwicklung in der Landwirtschaft. Insbesondere die Fahrzeuge der Neusser IHC, die ab 1985 den Namen ´Case IH´ trug, ermög­li­chen einen inter­es­san­ten Überblick über die ver­gan­ge­nen 80 Jahre.“

Jan Volkers und Tillmann Lonnes stell­ten das his­to­ri­sche Fahrzeug zusam­men mit Museumsleiterin Dr. Kathrin Wappenschmidt und Günter Alban, der den Traktor mit restau­riert hat, vor. So war der „International Harvester F – 12 G“ der erste Traktor, der in der 1908 gegrün­de­ten Neusser Niederlassung der International Harvester Company (IHC) gebaut wurde. Der ein­fa­che, leichte und zugleich sehr moderne Vergaserschlepper wurde in Halbrahmenbauweise kon­stru­iert und war auch in den USA – beson­ders auf klei­nen Farmen – im Einsatz.

Die Firma IHC war ein Hersteller von land­wirt­schaft­li­chen Maschinen, gegrün­det im Jahre 1902 mit Sitz in Chicago, USA. Die auch in Europa fort­schrei­tende Mechanisierung der Landwirtschaft brachte eine hohe Nachfrage nach land­wirt­schaft­li­chen Geräten. Bereits 1908 grün­dete die IHC eine Niederlassung in Neuss, um von dort aus den euro­päi­schen Markt zu belie­fern. Bevor die Traktoren aus­ge­lie­fert wur­den, muss­ten sie an die Vorgaben des deut­schen Marktes ange­passt wer­den. Dies betraf zum Beispiel die Zündanlage, den Vergaser und die Lichtanlage.

Anfänglich wur­den noch viele Bauteile – auch für den „International Harvester F – 12 G“ – aus den USA bezo­gen. Doch schon ab 1937 wur­den alle Teile für die­sen Schlepper im Neusser Werk pro­du­ziert. Im September 1938 konnte die Fertigstellung des 1.000sten Traktors die­ser Reihe gefei­ert wer­den. Bis 1940 lie­fen fast 4.000 Stück in Neuss vom Band.

Kreiskulturdezernent Tillmann Lonnes (r.) und Günter Alban vom Förderverein prä­sen­tie­ren den his­to­ri­schen Traktor im Kreiskulturzentrum Sinsteden. Foto: D. Staniek /​Rhein-​Kreis Neuss

Das beson­dere Merkmal die­ses Traktormodells war die hori­zon­tal ober­halb der Motorabdeckung ange­brachte Lenkstange. Mit einer Kegelradverzahnung wurde die Drehbewegung des Lenkrades über das vor dem Kühler befind­li­che Lenkgehäusesegment auf die zu len­ken­den Vorderräder über­tra­gen. Die Fahrzeuge gab es wahl­weise – je nach Verkaufsorganisation – mit dem McCormick oder Deering-​Schriftzug aus­ge­führt. Der F – 12 G (G – für Germany) hatte einen Vierzylinder-​Reihen-​Vergasermotor mit einer Leistung von 11 kW (15 PS) bei einer Nenndrehzahl von 1400 U/​min und einem Hubraum von 1840 Kubikzentimeter.

Der Traktor war das ein­zige in Deutschland pro­du­zierte Modell eines Vergasermotors. Mitglieder des Fördervereins des Landwirtschaftsmuseums e.V. haben das Sinstedener Ausstellungsstück 2018 restau­riert. Der Förderverein des Landwirtschaftsmuseums e.V. stellt das Fahrzeug bis heute als Dauerleihgabe zur Verfügung.

Die land­wirt­schaft­li­chen Geräte im Kreiskulturzentrum Sinsteden geben dem Besucher einen Überblick über die Entwicklung des Rüben- und Getreideanbaus. Neben den land­wirt­schaft­li­chen Exponaten sind zahl­rei­che Skulpturen des Bildhauers Ulrich Rückriem zu sehen. Ein wis­sen­schaft­li­cher Geflügelhof mit Gänsen, Enten, Tauben und Hühnern der unter­schied­lichs­ten Rassen ist dort eben­falls unter­ge­bracht. Weitere Informationen zum Kulturzentrum, das diens­tags bis sonn­tags von 12 bis 17 Uhr bei kos­ten­lo­sem Eintritt geöff­net hat, gibt es unter www​.rhein​-kreis​-neuss​.de/​k​u​l​tur.

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