Meerbusch – über 50.000 Einwendungen gegen den Flughafen-​Ausbau Düsseldorf

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Meerbusch – Trotz der durch die Corona-​Vorschriften stark ein­ge­schränk­ten Beteiligungsmöglichkeiten haben die Bürger-​Initiativen und die Anlieger-​Kommunen von Essen bis Mönchengladbach die Zahl der Einwendungen gegen den erneu­ten Flughafen-​Ausbau auf über 50.000 Einwendungen stei­gern kön­nen.

Auch die Gutachter und Rechtsanwälte des Städtebündnisses kamen zu dem ein­hel­li­gen Schluss, dass der Antrag, der schon vor Corona „abwei­sungs­reif“ war, nun end­gül­tig abge­lehnt wer­den muss. Diverse Ratsbeschlüsse so z.B. in Essen, Meerbusch und Kaarst bekräf­ti­gen die ableh­nende Haltung aller Umland-​Kommunen.

Christoph Lange, der mit den ergän­zen­den Einwendungen rd. 30.000 Betroffene ver­tritt, erklärt:

Es gab schon in der 1. Runde keine Verkehrsprognose, kein Kapazitätsgutachten und keine Risikoanalyse. Die Belastungsgutachten waren nur auf 138.000 FB bezo­gen, obwohl über 160.000 bean­tragt waren, ein Plus von knapp 30%. Damals erklärte der Flughafen, nur 84% der Genehmigung aus­nut­zen zu kön­nen. Nun sol­len es angeb­lich sogar weni­ger als 80% sein, die Auslastung der Jets sogar fal­len. Das wahre Ziel ist die wei­tere Aufweichung des Angerlandvergleichs.

Danach hat der Flughafen nur EINE Start- und Landebahn, die andere ist eine „Ersatzbahn“. Noch im Jahr 1998 schwor man Stein und Bein, dass man diese nur aus­nahms­weise benut­zen wolle, nun rei­chen dem Flughafen die Hälfte der Stunden einer Woche an Mitbenutzung die­ser „schon lange-​nicht-​mehr Ersatzbahn“ nicht mehr aus und man will trotz aller Unsicherheiten durch Corona-​Folgen noch mehr vom Kuchen des NRW-​Luftverkehrs. Dass dabei andere Flughäfen drauf­ge­hen und deren Beschäftigte auf der Straße sit­zen, das inter­es­siert den pri­va­ten Betreiber des Flughafens Düsseldorf nicht, genauso wenig wie ihn inter­es­siert, was die Anwohner nahezu in jeder Nacht zu erdul­den haben oder was an Schadstoffen durch den Luftverkehr aus­ge­sto­ßen wird.“

Die nach­ge­bes­ser­ten Unterlagen umfass­ten 167 Dateien mit über 4000 Seiten, die weder in den Auslagestellen noch im Internet in der viel zu kur­zen Zeit voll­stän­dig zu durch­schauen waren. Gleichwohl fie­len den meis­ten Einwendern die immer grö­ßer wer­den­den Ungereimtheiten auf. So sol­len angeb­lich die Nachtflüge nicht mehr wer­den, pro­gnos­ti­ziert wer­den weni­ger als 7.000, wo es schon 2018 und 2019 fast 9.000 Flüge nach 22 Uhr waren. Selbst die sehr flug­ha­fen­freund­li­che Fachabteilung des Verkehrsministeriums hat erkannt:

Flugbewegungen pro Stunde (vgl. Seite 33). Bei schlech­ten Wetterbedingungen kann die maxi­male Kapazität unter den bean­trag­ten Koordinierungswert (58 + 2) fal­len. In den Zweibahnstunden kön­nen mit­hin auch bei opti­ma­len Wetterbedingen maxi­mal 6 Verspätungen auf­ge­nom­men wer­den. Der Puffer zum Abbau von Verspätungen ist mit­hin deut­lich gerin­ger als im Referenzszenario. Denn in die­sem sind ..”

Eine plau­si­ble Antwort des Flughafens auf diese Fragen gibt es wei­ter­hin nicht. Wenn statt 45+2 FB pro Stunde dann 60 geplant wer­den dür­fen, so wer­den die Verspätungen explo­si­ons­ar­tig stei­gen. Dies ahnt jedes Kind, dass in Ratingen oder Meerbusch um 20 Uhr ins Bett gesteckt wird, aber vor Mitternacht nicht schla­fen kann, um dann nach 5 oder 6 Stunden Schlaf in eine Grundschule zu gehen, in der die Fenster selbst im Hochsommer nicht auf Kipp ste­hen dür­fen, weil man sonst sein eige­nes Wort nicht mehr ver­steht.

Christoph Lange: „Dieses ganze Verfahren ist von Anfang an über­flüs­sig und völ­lig ver­korkst. Wir for­dern daher, den Antrag abzu­wei­sen, aber auch, die Erkenntnisse über die Verspätungen und ihre wah­ren Ursachen umzu­set­zen in einer Streichung der Nachtflugbestimmungen, die nur zum Missbrauch ein­la­den und in eine Reduzierung der plan­ba­ren Flüge nach 20 Uhr. Verkehrsminister Wüst sollte end­lich zur Einsicht gelan­gen, dass in Düsseldorf nun gar nichts mehr zu geneh­mi­gen ist, und v.a. sollte er sich sei­ner Verantwortung für ganz NRW bewusst wer­den.

Was für einen Sinn macht es, in Düsseldorf alles durch­zu­win­ken und Münster/​Osnabrück, Paderborn und Weeze gehen pleite? Das macht nicht nur kei­nen Sinn, son­dern es wäre abso­lut kurz­sich­tig, denn spä­tes­tens bei der nächs­ten Runde ist man in Düsseldorf doch end­gül­tig am Ende der Fahnenstange ange­langt, und dann bräuchte man doch die ande­ren Flughäfen wie­der, die man gerade erfolg­reich kaputt gemacht hat. Viel sinn­vol­ler wäre es, lang­fris­tig mit einem Rhein-​Ruhr-​Airport im Braunkohlerevier zu pla­nen, um auch 2050 noch im Konzert der „Großen“ mit­spie­len zu kön­nen.“

Das Bild zeigt die Übergabe der Einwendungen der BÜRGER GEGEN FLUGLÄRM bei Regierungsdirektor Heinrich Goetzens in der Anhörungsbehörde Bezirksregierung Düsseldorf. (Bild: pri­vat)

Foto/​Text: Bürger gegen Fluglärm Meerbusch

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