Heimaufsicht im Kreissozialamt: „Pflegeheime haben Lage bis­her sehr gut gemeistert“

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Rhein-​Kreis Neuss – Pflegeheime und Behinderteneinrichtungen ste­hen wäh­rend der Corona-​Pandemie vor beson­de­ren Herausforderungen.

Wer muss unter Quarantäne, wenn ein Angestellter infi­ziert ist? Und in wel­cher Form sind Besuche in den Heimen mög­lich? Bei die­sen Fragen hilft die Heimaufsicht des Kreissozialamtes unter Leitung von Christian Böhme zusam­men mit dem Kreisgesundheitsamt wei­ter. Kreisdirektor und Krisenstabsleiter Dirk Brügge stellt fest:

Die Pflegeheime bei uns im Kreis leis­ten wäh­rend der Pandemie her­vor­ra­gende Arbeit und schüt­zen damit sowohl ihre Bewohner als auch ihre Beschäftigten bestmöglich.“

Ein Erfolgsfaktor sei dabei immer auch das gute Zusammenspiel aller Akteure – von den Pflegeeinrichtungen über die Kreisverwaltung bis hin zur Bevölkerung.

Als Beispiel nennt Brügge die Situation im Neusser St. Hubertusstift: Als in dem Reuschenberger Heim im März sowohl Bewohner als auch Angestellte infi­ziert waren, setzte Gesundheitsamtsleiter Dr. Michael Dörr mit sei­nem Team in Absprache mit der Heimaufsicht des Kreises und der Heimleitung kurz­fris­tig ein effek­ti­ves Hygienekonzept um. „Durch schnel­les und beherz­tes Eingreifen konn­ten wir mit Erfolg eine wei­tere Ausbreitung des Virus in der Einrichtung ver­hin­dern“, betont Brügge.

Christian Böhme, Leiter der Heimaufsicht, teilt mit, dass aktu­ell keine Coronavirus-​Infektionen in den Heimen im Kreis bekannt sind. Er unter­stützt mit sei­ner nach dem Wohn- und Teilhabegesetz (WTG) zustän­di­gen Behörde die Pflegeeinrichtungen auch bei der Umsetzung der Besuchsregelung. „Als die ers­ten Besuche im Mai wie­der mög­lich wur­den, stand bei uns das Telefon nicht still“, berich­tet Böhme. „Die Heime haben mit gro­ßem orga­ni­sa­to­ri­schen Aufwand ermög­licht, dass Bewohner ihre Angehörigen wie­der­se­hen konn­ten, und sind dabei sehr krea­tiv geworden.“

Besuchs-​Container, gestif­tet von der Bürgerstiftung Dormagen, waren ebenso ein Erfolgsmodell wie Cafés, die mit Zwischenwänden in Besuchsräume umge­wan­delt wur­den. Auf diese Weise gelang der Spagat zwi­schen der Schaffung von Besuchsmöglichkeiten einer­seits und der Sicherstellung des Infektionsschutzes ande­rer­seits. Seit Einführung der Besuchsregelung habe es keine Neuinfektionen gege­ben, so dass mitt­ler­weile – unter Auflagen – auch Spaziergänge und Cafébesuche mit den Bewohnern sowie Besuche in den Zimmern wie­der mög­lich sind.

Weiterhin arbei­ten die Angestellten in den Pflegeeinrichtungen bei engem Kontakt mit den Bewohnern mit Mund-​Nasenschutz und erhal­ten die Schutzausrüstung bei Bedarf beim Rhein-​Kreis Neuss. Das Amt für Gebäudewirtschaft erhält das Schutzmaterial regel­mä­ßig vom Land und berei­tet es für die Weiterverteilung vor. Insgesamt 46 Pflegeheime, 45 Behinderteneinrichtungen und 62 ambu­lante Dienste pro­fi­tie­ren von die­sem Service.

Darüber hin­aus küm­mert sich das Team des Sozialamtes um die Menschen, die unter Quarantäne ste­hen und sich nicht selbst ver­sor­gen kön­nen. „Bisher hat­ten wir über 40 Anfragen“, erläu­tert Christian Böhme. „In die­sen Fällen haben wir zusam­men mit Hilfsorganisationen dafür gesorgt, dass die Betroffenen regel­mä­ßig zum Beispiel mit Einkäufen ver­sorgt werden.“

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