Dormagen – Neue Info-​Tafel erin­nert an die Geschichte der Burg Hackenbroich

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Dormagen – An die Zeiten, als durch Hackenbroich noch der Pletschbach floss und hier eine schmu­cke Wasserburg stand, erin­nert eine neue Info-​Tafel in der Grünanlage hin­ter der Grundschule. 

Sie lädt Kinder und Erwachsene dazu ein, mit offe­nen Augen durch ihren Ort zu gehen und die Spuren der Burganlage zu ent­de­cken. „Die alten Gräben und den Burghügel kann man zwi­schen Bäumen und Wiesen noch gut erken­nen“, sagt der Hackenbroicher Hans Josef Schlömer, der das Geld für die Info-​Tafel spen­dete. Als Kind hat er selbst noch in der Burg gespielt, ehe sie 1953 abge­ris­sen wurde. „Das war damals ein Riesenfehler. Mit der Burg hät­ten wir heute ein wun­der­ba­res Wahrzeichen für unse­ren Ort“, meint Schlömer.

So wie er emp­fin­den dies auch viele andere Hackenbroicher. Damit die Geschichte der Burg nicht ver­ges­sen wird, wurde die zwei Meter hohe und beleuch­tete Info-​Tafel daher jetzt in einer Gemeinschaftsaktion errich­tet. Der Schützenzug „Burg-​Junge“ und die Heimatfreunde Hackenbroich wirk­ten hier­bei mit. Fachlich unter­stützt wurde das Vorhaben von der Unteren Denkmalbehörde bei der Stadt und dem Archiv im Rhein-​Kreis Neuss.

Das war eine her­vor­ra­gende Zusammenarbeit und auch aus dem poli­ti­schen Raum sind hierzu wich­tige Anregungen gekom­men“, dankte Bürgermeister Erik Lierenfeld bei der Eröffnung allen Beteiligten. Den Vorstellungstermin für die fer­tige Tafel hatte die Projektgruppe bewusst auf den Schützenfest-​Freitag in Hackenbroich gelegt, so dass es hier – trotz der Absage des Festprogramms wegen Corona – wenigs­tens im klei­nen Rahmen etwas zu fei­ern gab. „Besonders gelun­gen finde ich, dass die Hackenbroicher Burggeschichte auch in kind­ge­rech­ter Form auf der Tafel erzählt wird. So erfah­ren unsere jüngs­ten Mitbürger, warum die Grundschule in Hackenbroich nach der Burg benannt wurde“, sagte Lierenfeld.

Bereits im Jahr 1330 ist die „burch van Hackenbroych“ erst­mals urkund­lich erwähnt. Ursprünglich han­delte es sich um eine Niederungsburg vom Typ „Motte“. Die wehr­hafte Anlage wurde 1474 im Zuge der Belagerung der Stadt Neuss durch den Burgunderherzog Karl dem Kühnen zer­stört, spä­ter aber zumin­dest in Teilen wiederaufgebaut.

(v. l.): Sponsoren Hans-​Josef Schlömer und Ingrid Schlömer, Schützenpaar Michael und Claudia Reif, Bürgermeister Erik Lierenfeld. Foto: Stadt Dormagen

Ihre letzte, für die Erinnerung der Menschen prä­gende Gestalt erhielt die Burg im 18. Jahrhundert durch einen spät­ba­ro­cken Neubau. Wie sie zu jener Zeit aus­sah, zeigt ein um 1770 ent­stan­de­nes Gemälde, das sich heute auf Schloß Dyck befin­det. Die Anlage gehörte die meiste Zeit der Adelsfamilie von Salm-Reifferscheidt(-Dyck). Deren Wappen prangte – von zwei Löwen gehal­ten – auf dem eins­ti­gen Torturm, auf den eine Buchenallee mit einer klei­nen Brücke am Burggaben zuführte. Heute ist der Burgbereich ein Bodendenkmal. Unter der Erdoberfläche schlum­mern dort immer noch Überreste der Grundmauern.

Nach der Eröffnung der Info-​Tafel plant die Hackenbroicher Projektgruppe wei­tere Aktionen wie etwa einen Info-​Nachmittag im Seniorentreff Alte Schule zu die­sem Thema, sobald dies unter Corona-​Bedingungen wie­der mög­lich ist. Wer noch alte Fotos der Burg oder andere geschicht­li­che Dokumente und Gegenstände besitzt, wird gebe­ten, sich mit der Projektgruppe in Verbindung zu set­zen. Ansprechpartner ist der städ­ti­sche Denkmalschutzbeauftragte Harald Schlimgen, Tel. 02133 257 220, E‑Mail: harald.schlimgen@stadt-dormagen.de.

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