Coronavirus: So arbei­tet die Feuerwehr Dormagen wäh­rend der Pandemie

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Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen – Seit März 2020 bestimmt das Coronavirus den Alltag in Deutschland. Schulen, Geschäfte und öffent­li­che Einrichtungen waren über viele Wochen geschlos­sen. Es kam zu weit­rei­chen­den Ausgangsbeschränkungen. 

Nach und nach gibt es nun unter stren­gem Verweis auf die gel­ten­den Hygienevorschriften immer mehr Lockerungen und lang­sam kehrt das öffent­li­che Leben zurück.

Was ist mit der Feuerwehr, die nicht „run­ter­ge­fah­ren” wer­den konnte? Ehrenamtliche Kräfte, die in ihrem Hauptberuf nicht arbei­ten durf­ten oder ins Home-​Office geschickt wur­den? Im Brandfall muss­ten und müs­sen sie den­noch ein­satz­be­reit sein. Darauf hat sich die Feuerwehr vor­be­rei­tet. Denn auch für die Einsatzkräfte gel­ten die all­ge­mein übli­chen Schutzmaßnahmen. Abstand, Abschirmung und ein­ge­schränkte Aufenthaltsdauer sind Feuerwehrleuten auch aus dem Einsatz mit ABC-​Gefahren durch­aus bekannt. Um einen best­mög­li­chen Abstand zu errei­chen, wer­den die Fahrzeugkabinen der Löschfahrzeuge zur­zeit nur mit maxi­mal sechs Personen genutzt.

Die übrige Mannschaft fährt – eben­falls in klei­nen Gruppen – mit Mannschaftstransportfahrzeugen hin­ter­her. Eine Abschirmung wird mit einer Mund-​Nasen-​Bedeckung erreicht. Alle Fahrzeuginsassen, außer dem Fahrer und den Einsatzkräften mit Atemschutzgeräten, sind damit bei jedem Einsatz aus­ge­rüs­tet. Die Aufenthaltsdauer im Fahrzeug wird zudem mög­lichst kurz gehal­ten. Bei Ankunft an der Einsatzstelle war­ten die Feuerwehrleute nicht wie üblich im Fahrzeug, son­dern ver­las­sen die­ses sofort und hal­ten sich in der Nähe des Fahrzeuges mit Abstand zuein­an­der auf.

Nach dem Einsatz wird neben der eige­nen Hygiene zusätz­lich auch das Fahrzeug und jedes benutzte Gerät gerei­nigt und des­in­fi­ziert. „Dies bedeu­tet einen hohen Mehraufwand”, betont Feuerwehrchef Bernd Eckhardt. „Dennoch ist er für die eigene Sicherheit im Kampf gegen Corona immens wichtig.”

Zusätzlich zu den Einsätzen müs­sen sich Feuerwehrleute auch regel­mä­ßig fort­bil­den. Dies ist jedoch wäh­rend der Corona-​Pandemie sehr schwie­rig – auch für Feuerwehren gel­ten viele Auflagen und Verbote. So durf­ten sich die Einsatzkräfte viele Wochen nicht ver­sam­meln. Besprechungen und Ausbildungsveranstaltungen konn­ten nicht im gewohn­ten Rahmen statt­fin­den. Einzig die für den Einsatzbetrieb zwin­gend erfor­der­li­chen Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten durf­ten mit einer mini­ma­len Anzahl an Personal und unter den nöti­gen Schutzvorkehrungen (Maske, Desinfektion) durch­ge­führt wer­den. Lehrgänge, Workshops und Fortbildungen wur­den abge­sagt. Erst jetzt lau­fen die Übungsdienste lang­sam wie­der an, und zwar in Kleingruppen von maxi­mal sechs Einsatzkräften.

Für die Kommunikation unter­ein­an­der wurde die Feuerwehr Dormagen schnell krea­tiv. Schon vor Corona war sie in der glück­li­chen Lage, eine Online-​Plattform zu unter­hal­ten, zu der alle Einsatzkräfte Zugang haben. Mithilfe einer Kommunikationssoftware sind sowohl Einzel-​Chats als auch Videokonferenzen und Online-​Unterricht mög­lich. Mit Anordnung des Kontaktverbotes stieg die Medien-​Affinität inner­halb der Feuerwehr rasant. So erfuh­ren die bis­her eher weni­ger genutz­ten Bereiche die­ser Online-​Plattform plötz­lich einen enor­men Aufschwung. Dienstbesprechungen, aber auch die in den Löschzügen übli­chen Unterrichtsabende, fin­den seit­her aus dem hei­mi­schen Wohnzimmer oder Garten statt.

Das ist nicht der Umgang, den unsere Einsatzkräfte nor­ma­ler­weise ken­nen und alle ‚bren­nen” dar­auf, mög­lichst bald wie­der in vol­ler Gruppe und mit dem tech­ni­schen Gerät trai­nie­ren zu kön­nen”, sagt Eckhardt. „Da unter­schei­den sie sich wohl nicht von Sportlern, Schützen oder ande­ren Vereinigungen.”

Die Jugendfeuerwehr arbei­tet zur­zeit eben­falls viel online. Die Nachwuchskräfte erhiel­ten von ihren Betreuern „Hausaufgaben” per E‑Mail. Auch kam eine Übungsbox per Post mit Leinenstücken und Anleitung der wich­ti­gen Knoten und Stiche der Feuerwehr. Rückmeldungen gab es per Bild und Videobotschaften

Auch beim Grundlehrgang geht die Feuerwehr Dormagen gerade einen neuen Weg. Rund 20 neue ehren­amt­li­che Feuerwehrkräfte erler­nen ihre theo­re­ti­schen Grundkenntnisse des „Truppmann-​I-​Lehrgangs” im Rahmen des e‑learnings, bevor sie in den prak­ti­schen Teil der Ausbildung einsteigen.

Auch wenn stu­fen­weise das öffent­li­che Leben erwacht, wird die Feuerwehr ihre Maßnahmen noch einige Zeit fort­set­zen. Sie kann es sich nicht erlau­ben, dass Teile ihrer Mannschaft durch eine Corona-​Infektion und die damit ver­bun­dene Quarantäne (auch für Kontaktpersonen) zeit­weise aus­fal­len. Doch auch wenn die Corona-​Krise über­stan­den ist, wird die Feuerwehr an eini­gen Neuerungen fest­hal­ten: „Besprechungen per Videochat wer­den wir bei­spiels­weise auch in Zukunft bei­be­hal­ten. So sind alle Beteiligten fle­xi­bler”, sagt Eckhardt.

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