Klartext​.NRWVBE: Regelbetrieb heute Thema im NRW Schulausschuss

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Klartext​.NRW – Die über­ra­schende Entscheidung, doch noch vor den Sommerferien den Regelbetrieb auf­zu­neh­men, machte viele Lehrerinnen und Lehrer fas­sungs­los. Der Regelbetrieb ist heute ein Thema im NRW Schulausschuss. Dazu erklärt Stefan Behlau, Landesvorsitzender des VBE:

Im Rahmen der VBE-​Aktion Sprachrohr erreich­ten uns hun­derte kri­ti­sche und kon­struk­tive Statements aus der Schulpraxis, die wir dem Schulministerium anony­mi­siert über­reich­ten. Viele Kolleginnen und Kollegen sind ver­är­gert, auch weil ihnen das Gefühl ver­mit­telt wird, dass ihre Arbeit für das Lernen auf Distanz, die Notbetreuung, das rol­lie­rende System, die Einhaltung der Hygienepläne und vie­les, vie­les mehr nicht mehr gese­hen wird.

Wir hof­fen sehr, dass der Ausspruch ‚Jeder Tag zählt‘ die Corona-​Krise über­dau­ert und end­lich Auswirkungen auf eine nach­hal­tige Schul- und Bildungspolitik der Landesregierung hat.“


Nachfolgend zitie­ren wir Auszüge aus den vie­len Statements an das Schulministerium, die uns zum Start des Regelbetriebs erreichten:

Das stän­dige Hin und Her sorgt für viel Unruhe, Frust, Enttäuschung und Unsicherheit vor Ort. Leider erreicht der Ärger der Eltern immer wie­der die­je­ni­gen, die für die schlechte Organisation und für die chao­ti­schen Verhältnisse nicht ver­ant­wort­lich sind. Dazu zäh­len in ers­ter Linie die Schulleitungsmitglieder, die sich seit Monaten immer wie­der den neuen Herausforderungen stel­len müs­sen. Viele Lehrkräfte, die sich haben vor­stel­len kön­nen, spä­ter eine Schule zu lei­ten, sind durch die Erfahrungen abge­schreckt und wer­den sich vor­erst nicht auf so eine Stelle bewer­ben.

Ich habe Onlineunterricht vor­be­rei­tet, mit besorg­ten Eltern tele­fo­niert, Pläne gemacht, Lernvideos gedreht und ins Netz gestellt... defi­ni­tiv hatte ich mehr Arbeit als sonst. Mit der teil­wei­sen Öffnung und der Mischung aus Präsenz- und Distanzunterricht kam gerade so etwas wie Routine auf, auch die Eltern fühl­ten sich gut. Jetzt wird alles wie­der umge­schmis­sen.

Nach dem ers­ten Tag bin ich kaputt und müde. Gemischte Gefühle bestehen immer noch: Glücklich, alle Kinder gese­hen zu haben und trotz­dem Angst vor der evtl. Ansteckung. Vielen Regeln galt es nun, wie­der neu zu beden­ken. Die Kinder haben sich gefreut und hat­ten aber auch viele Sorgen wegen der Ansteckungsgefahr. Ein gro­ßer Teil ver­misste die Zeit, als wir immer nur mit der Hälfte im Raum saßen, weil sie es ent­spann­ter fan­den, als die Klassenlehrerin viel mehr Zeit für sie hatte und sie bes­ser ler­nen konn­ten.

Mit Blick auf das kom­mende Schuljahr und auf aktu­elle Corona-​Fälle erklärt Stefan Behlau, Vorsitzender des VBE NRW:

Gerade in einer dyna­mi­schen Situation wer­den ver­läss­li­che Strukturen und Informationen benö­tigt, das ist rück­bli­ckend nicht wirk­lich gelun­gen. Wenn es zu loka­len Ausbrüchen kommt, wie der­zeit gesche­hen, soll­ten alle Schulen zumin­dest nach­voll­zieh­bar wis­sen, was sie in wel­cher Situation zu tun haben – orga­ni­sa­to­risch aber auch päd­ago­gisch. Von der kom­plet­ten Schulschließung bis zum schritt­wei­sen Wiedereinstieg und die Zeit dazwi­schen. Auch über optio­nale Testungen für Lehrkräfte sollte drin­gend nach­ge­dacht wer­den, denn wir unter­rich­ten mit und nicht ohne Corona.“

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