Rhein-​Kreis Neuss – Wasservolumen der Erft wird dras­tisch sin­ken: Wasserwirtschaft vor gro­ßen Änderungen

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – (Erftverband) Der vor­ge­zo­gene Ausstieg aus der Braunkohlenverstromung hat auch gra­vie­rende Auswirkungen auf die Wasserwirtschaft der Erft-Region. 

Mit dem geplan­ten Ende des Tagebaus Hambach im Jahr 2029 wird die Wasserführung der Erft von heute acht bis zehn Kubikmeter Wasser pro Sekunde bis zum Ende des Jahrzehnts auf drei bis fünf Kubikmeter Wasser pro Sekunde zurückgehen.

Für die Wasserwirtschaft hat dies unmit­tel­bare Auswirkungen. Zum einen ist nun der Zeitraum bis zum Ende der Tagebauaktivitäten klar defi­niert. Die natur­nahe Umgestaltung der Erft muss in einem Zeitraum von knapp zehn Jahren erfol­gen. Der Erftverband muss zuvor die Renaturierungsflächen bzw. ver­gleich­ba­res Tauschland erwer­ben. „Ohne das Beschleunigen von Genehmigungsverfahren und das Bereitstellen von zusätz­li­chen Fördermitteln wird die Umgestaltung der Erft in die­ser kur­zen Zeit kaum gelin­gen“, so Dr. Bernd Bucher, Vorstand des Erftverbandes.

Das zur Aufnahme der Sümpfungswasser aus den Braunkohlentagebauen begra­digte und stark aus­ge­baute Gewässerbett ist für die zukünf­tig deut­lich gerin­ge­ren Wassermengen viel zu groß dimen­sio­niert. Um die Erft leis­tungs­fä­hig und das Ökosystem „Gewässer“ in Funktion zu hal­ten, muss der Erftverband die Erft natur­nah umge­stal­ten. Dabei sind stets die Belange des natur- und Artenschutzes, des Bodenschutzes, des Wasserrechts sowie des Denkmalschutzes zu berücksichtigen.

Um die Erft zwi­schen Bergheim und der Erftmündung bei Neuss-​Grimlinghausen an die zukünf­tig gerin­ge­ren Wassermengen anzu­pas­sen, wurde das Perspektivkonzept Erft ent­wi­ckelt. Von den im Konzept beschrie­be­nen Planabschnitten wurde bereits die Erft bei Bergheim-​Kenten, Bedburg, Frimmersdorf und bei Neuss-​Holzheim im Bereich der Museumsinsel Hombroich renaturiert.

Derzeit lau­fen die Planungen für den Abschnitt bei Neuss-​Gnadental. Seit März 2020 liegt die Planfeststellung der Bezirksregierung Düsseldorf vor. Der Erftverband erar­bei­tet vor­aus­sicht­lich bis Oktober die Ausführungsplanung. Danach erfolgt die Ausschreibung der Bauleistungen. Der Erftverband rech­net im Frühjahr 2021 mit dem Beginn der Arbeiten am Gewässer.

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