Dormagen – Coronavirus: So hat sich der Schulalltag in der Pandemie verändert

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Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen – Es ist Dienstagmorgen, kurz nach 10 Uhr. Auf dem Flur der Dormagener Sekundarschule herrscht gro­ßer Andrang. 

Der Sechstklässler Jerome war­tet an einer Markierung auf dem Boden, bis Vordermann Lion mit Händewaschen fer­tig ist und Lehrerin Friederike Sagurna ihn ruft. Alle neun Schülerinnen und Schüler der 6d, die heute ihre „Hygienebelehrung“ erhal­ten, tra­gen Mund- und Nasenbedeckungen.

Die Veranstaltung soll die Jugendlichen auf den neuen Schulalltag vor­be­rei­ten. Der ist von Abstandsregelungen geprägt, von Hygienevorschriften und einem neuen „Einbahnstraßensystem“ auf den Fluren. Nach wochen­lan­gem Homeschooling und vir­tu­el­len Begegnungen ist, nach­dem alle auf ihren Plätzen end­lich die Mund- und Nasenbedeckungen abge­nom­men haben, aber erst­mal Zeit für Wiedersehensfreude: „Ich freue mich wahn­sin­nig, Euch zu sehen“, begrüßt Sagurna ihre Schützlinge.

Dann geht die Kleingruppe gemein­sam die neuen Hygienevorschriften durch, abwech­selnd lesen die Schüler die Punkte vor und geben die Regeln in eige­nen Worten wie­der. Zwischendurch ist natür­lich auch Zeit für Späße, Lehrerin Sagurna lenkt die Aufmerksamkeit aber immer wie­der geschickt auf das, was im Schulbetrieb jetzt zu beach­ten ist.

Wir ver­lan­gen unse­ren Schülern eine Menge ab“, sagt Schulleiterin Bettina Mazurek. „Es kann sich aus hygie­ni­schen Gründen kein Stift mehr beim Sitznachbarn gelie­hen wer­den. Absolute Pünktlichkeit ist mehr denn je ein Muss, weil nur so der rei­bungs­lose Einlass gewährt wer­den kann. Und Verpflegung muss jetzt auch zwin­gend selbst mit­ge­bracht wer­den, da die Pausen im Klassenraum statt­fin­den und nichts gekauft wer­den kann“, schil­dert Mazurek einige der Veränderungen.

Damit die Schülerschaft sich auch an die Regeln hält, müs­sen sie erklärt wer­den. „Es ist unsere Aufgabe zu ver­deut­li­chen, warum es wich­tig ist, all das zu beach­ten. Und dass es letzt­lich auch darum geht, die eige­nen Eltern, Großeltern und Verwandten zu schüt­zen“, erklärt Sagurna. Deshalb ver­su­che sie, es so kon­kret und anschau­lich wie mög­lich zu machen. Es gibt aller­dings auch Konsequenzen: „Wer sich nicht an die Vorschriften hält, wird nach Hause geschickt“, betont Mazurek. Bisher sei das aber noch nicht erfor­der­lich gewesen.

Der Kleingruppen-​Unterricht unter Corona-​Bedingungen läuft bis­her rei­bungs­los. „Die Akzeptanz für die Hygiene- und Abstandsregeln ist hoch. Es gibt viel weni­ger Störungen. Am Ende sind hun­dert Prozent aber wahr­schein­lich an kei­ner Schule mög­lich. Und wir machen uns natür­lich keine Illusionen. Im Freizeitbereich wer­den sich die Hände gereicht und Freunde umarmt. Umso wich­ti­ger ist es, dass wir uns hier in der Schule um ein Höchstmaß an Hygiene und Achtsamkeit bemü­hen“, so Schulleiterin Mazurek.

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