Zwischenbilanz der Polizei zu ver­un­glück­ten Pedelecfahrern im Rhein-​Kreis Neuss

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss (ots) Im Alter fällt man­chem man­ches schwe­rer und man greift gerne auf die viel­fäl­ti­gen Angebote zurück, die einem das Leben leich­ter und ange­neh­mer machen und einen mobi­ler halten.

Die Möglichkeit mit einem Pedelec mühe­los große Strecken oder hohe Berge zu bewäl­ti­gen klingt da natür­lich sehr ver­lo­ckend. Dies birgt aber auch große Gefahren und kann zu schwer­wie­gen­den Unfällen führen.

Seit Januar 2020 ver­un­glück­ten im Rhein-​Kreis Neuss elf Pedelec-​Fahrende. Sieben von ihnen wur­den dabei leicht und zwei sehr schwer ver­letzt; nur einer kam ganz ohne Blessuren davon. Für einen Pedelec-​Fahrer endete der Ausflug dage­gen sogar töd­lich. Mit einer Ausnahme waren alle zum Teil deut­lich älter als 65 Jahre. Das Durchschnittsalter der ver­un­glück­ten Pedelec-​Fahrer im Rhein-​Kreis Neuss beträgt 72 Jahre. Dies ist ein Indiz dafür, dass ein Pedelec doch nicht für jeden im Seniorenalter ein siche­res Fortbewegungsmittel ist.

Ein Pedelec unter­stützt den Fahrradfahrenden bei sei­ner Trittbewegung, somit fällt das Treten leich­ter und höhere Geschwindigkeiten kön­nen ohne große Schwierigkeiten erreicht wer­den. Bei einem „nor­ma­len” Pedelec kön­nen das leicht 25 Kilometer pro Stunde und mehr sein. Dies mag sich zunächst nicht so schnell anhö­ren. Wenn man aber bedenkt, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit eines weni­ger sport­li­chen Radfahrers nur bei 10 bis 15 Stundenkilometer liegt, dann macht die mit dem Pedelec getre­tene Geschwindigkeit im täg­li­chen Verkehrsgeschehen einen gro­ßen Unterschied. Andere Verkehrsteilnehmer rech­nen nicht mit der hohen Geschwindigkeit und unter­schät­zen Pedelec-​Fahrer schnell.

Was pas­siert bei einer Vollbremsung? Man zieht Vorder- und Hinterbremse gleich­zei­tig voll an und hält dies bis zum Stillstand. Und das mit einem Rad, das um die 25 Kilo wiegt. Hier wer­den erheb­li­che Kräfte frei, die gehal­ten wer­den wol­len. Wer diese Kraft und Fertigkeit nicht auf­bringt, sollte bes­ser auf die Nutzung eines Pedelecs verzichten.

Schon ein nor­ma­les Rad ver­langt sei­nem Fahrer im Straßenverkehr eini­ges ab. Gewicht und Geschwindigkeit des Pedelecs erhö­hen die Anforderungen an den Fahrenden erheb­lich. Das Verkehrsgeschehen muss beob­ach­tet und ange­mes­sen und recht­zei­tig reagiert wer­den. Es ist somit kein Ausgleich für kör­per­li­che Mängel. Nur fitte Menschen soll­ten es nut­zen und selbst diese müs­sen wach­sam sein. Körperliche Beschwerden, seien sie moto­ri­scher Art oder auch im Seh- und Hörvermögen gele­gen, sind beim Pedelec gera­dezu fatal. Hinzu kommt, dass bei Radfahrenden im Falle eines Unfalls die Gefahr einer Kopfverletzung sehr hoch ist. Die höhere Geschwindigkeit eines Pedelec ver­stärkt die­ses Verletzungsrisiko noch.

Der Polizei im Rhein-​Kreis Neuss liegt die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer am Herzen, des­halb sollte Abstand von dem Kauf eines Pedelecs genom­men wer­den, wenn dadurch kör­per­li­che Mängel aus­ge­gli­chen wer­den sollen.

Sofern ein Pedelec ange­schafft wird, sollte der Umgang zunächst abseits des „ech­ten” Verkehrsgeschehens getes­tet und erlernt wer­den, zum Beispiel Beschleunigung, die Kurvenfahrt und das Bremsverhalten. Ebenso sollte das Umsehen und das ein­hän­dige Fahren trai­niert wer­den, um Handzeichen geben zu kön­nen. Und natür­lich soll­ten sich Pedelecnutzer an die Vorschriften hal­ten, die für alle Radfahrer gel­ten. Nutzen Sie Radwege oder die Fahrbahn. Steigen Sie nicht alko­ho­li­siert auf den Drahtesel und neh­men Sie sich lie­ber zurück, anstatt auf Ihr Vorrecht zu pochen.

Die Verkehrssicherheitsberater im Rhein-​Kreis Neuss infor­mie­ren Sie gerne über mög­li­che Fahrsicherheitstrainings und „Pedelec”-Parcoure im Rhein-​Kreis Neuss. Auf der fol­gen­den Internetseite fin­den Sie wei­tere Informationen und Ansprechpartner: (https://​rhein​-kreis​-neuss​.poli​zei​.nrw/​a​r​t​i​k​e​l​/​m​o​b​i​l​i​t​a​e​t​-​u​m​-​j​e​d​e​n​-​p​r​eis)

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