Neuss – Baumbestand lei­det extrem unter Hitzesommern: Über 100 Jahre alte Buche wird gefällt

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – In der letz­ten Maiwoche tagte die Baumkommission der Stadt Neuss im Alten Stadtgarten. Hintergrund war die besorg­nis­er­re­gende Situation des dor­ti­gen Baumbestandes, der exem­pla­risch für die Entwicklung im gesam­ten Neusser Stadtgebiet steht: 

Die Hitzesommer der ver­gan­ge­nen bei­den Jahre haben vie­len Bäumen im Neusser Stadtgebiet stark zugesetzt.

Bei dem Vor-​Ort-​Termin wurde des­halb ent­schie­den, eine der ältes­ten Buchen im Park zu fäl­len und durch eine sofor­tige Nachbepflanzung eine schnelle Erneuerung des Bestandes sicher­zu­stel­len. Der Baum hatte in der Vergangenheit durch Pilzbefall und Vertrocknung von Teilen der Baumkrone bereits meh­rere Starkäste verloren.

Den Ausschlag für die Baumentnahme gab nicht zuletzt der Standort – die über 100 Jahre alte Buche liegt unmit­tel­bar an einem der Hauptwege. Abgestorbene Baumkronen und damit ver­bun­dene Totastabbrüche stel­len eine erheb­li­che Gefahr für die Besucherinnen und Besucher des Stadtgartens dar. „Die Sicherheit und Gesundheit der Neusser Bürgerinnen und Bürger steht hier klar im Vordergrund“, begrün­dete Umweltdezernent Dr. Matthias Welpmann die Entscheidung.

Geschädigte Bäume, die an weni­ger expo­nier­ten Standorten ste­hen, sol­len hin­ge­gen bis zum end­gül­ti­gen Absterben erhal­ten blei­ben. Durch einen star­ken Kronenrückschnitt soll der ver­blie­bene Baumtorso zumin­dest für Vögel und Insekten wei­ter­hin Lebensraum schaffen.

Nachdem bereits in den letz­ten bei­den Jahren umfang­rei­che Pflegemaßnahmen und auch die Fällung von Bäumen erfor­der­lich waren, sind aktu­ell beson­ders durch die letz­ten bei­den hei­ßen und tro­cke­nen Sommer mas­sive Schäden am Baumbestand zu verzeichnen.

Vor allem die Rußrindenkrankheit macht die umge­hende Fällung von über einem Dutzend teil­weise prä­gen­der Bergahornbäume erfor­der­lich. Die Bäume ster­ben dabei inner­halb weni­ger Wochen ab. Nach der­zei­ti­gen Kenntnissen ist zu befürch­ten, dass in Neuss nahezu alle Bergahornbäume dem Pilz zum Opfer fal­len werden.

Eine ähn­li­che Entwicklung ist auch an Ahornbäumen in Bereichen des Westparks, des Südparks, am stra­te­gi­schen Bahndamm oder in den Forstbeständen am Baldhof zu beob­ach­ten. Hier wer­den in den nächs­ten Monaten eben­falls viele befal­lene und abge­stor­bene Bäume zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit ent­nom­men wer­den müssen.

Bürgerinnen und Bürger der Stadt Neuss wer­den gebe­ten, stark ver­trock­nete oder kranke Bäume umge­hend der Stadt Neuss per E‑Mail an umwelt-stadtgruen@stadt.neuss.de zu mel­den. Ansprechpartner ist Herr Mross vom Amt für Stadtgrün, Umwelt und Klima. Wer dar­über hin­aus aktiv mit­hel­fen möchte, kann Bäumen in sei­ner Umgebung durch die tro­cke­nen Sommermonate schon mit ein paar Eimern Wasser täg­lich hel­fen. Dies macht ins­be­son­dere Sinn bei jun­gen, drei bis fünf Jahre alten Bäumen.

Foto: Stadt Neuss
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