Meerbusch – Trockenheit im Wald: Waldbrandgefahr nach wie vor hoch

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Robert Schilken, Herausgeber



Meerbusch – Wie ist der Zustand des Meerbuscher Waldes? Dieser Frage sind nun Stadt- und Forstverwaltung nach­ge­gan­gen. Ergebnis: Auch die­ses Jahr dürfte, nach den Hitzesommern 2018 und 2019, deut­lich zu tro­cken sein.

Das ist natür­lich eine Momentaufnahme. 2020 ist bis­lang wie­der sehr tro­cken. Es hängt jetzt eini­ges davon ab, wie sich Hitze und Trockenheit in den Sommermonaten wei­ter­ent­wi­ckelt“, sagt Johannes Kemper vom Regionalforstamt Niederrhein und zustän­dig für den Meerbuscher Wald. 

Von den rund 530 Hektar Waldfläche sind etwa 220 Hektar städ­ti­scher Forst- wie der Herrenbusch zwi­schen Lank-​Latum, Ossum-​Bösinghoven und Strümp. Da es sich dabei zu 99 Prozent um Laubwald han­delt, spielt die aktu­elle Borkenkäfer-​Plage in Meerbusch keine Rolle. „Wir haben hier dafür ver­mehrt mit Eschentriebsterben oder der Rußrindenkrankheit beim Ahorn zu tun“, berich­tet Michael Reschke, bei der Stadtverwaltung zustän­dig für den Forst. Rund 21 Prozent des städ­ti­schen Waldes bestehen aus Eschen, das Eschentriebsterben bedroht die Baumart so sehr, dass deren Fortbestand gefähr­det ist.

Wir machen im 10-​Jahres-​Rhythmus eine so genannte ‚Forsteinrichtung‘, also eine Inventur in unse­ren Wäldern. Dabei ver­schaf­fen wir uns einen Überblick über die Arten, den Bestand und das Alter der Bäume. 2013 hat­ten wir noch rund 40 Hektar Eschen im Meerbuscher Stadtwald. Die nächste Inventur wird also 2023 fäl­lig. Es ist aber jetzt schon abzu­se­hen, dass wir deut­lich weni­ger Eschen im Stadtgebiet haben wer­den“, so Revierförster Johannes Kemper. 

Auch die Rußrindenkrankheit, die den Ahorn befällt, tritt ver­mehrt auf. Auslösend und begüns­ti­gend für die Verbreitung der Krankheit war vor allem der Hitze- und Trockenstress der ver­gan­ge­nen Jahre. „Der Klimawandel und die damit ein­her­ge­hen­den Wetterbedingungen begüns­ti­gen die Verbreitung von Pilzen und ande­ren Schadorganismen“, berich­tet Kemper. Generell sieht er den städ­ti­schen Wald aber gut auf­ge­stellt. „Wir haben in vie­len Bereichen bereits natur­nahe Mischbestände, die die Schäden bes­ser kom­pen­sie­ren kön­nen. Außerdem haben wir in eini­gen Bereichen nach­ge­pflanzt“, so Kemper weiter.

Er appel­liert aber an die Waldbesucher, beson­ders bei anhal­ten­der Trockenheit zur Vorsicht. „Im Moment haben wir wie­der eine erhöhte Waldbrandgefahr. Daher gilt vom 1. März bis 31. Oktober ein gesetz­li­ches Rauchverbot im Wald. Auch offe­nes Feuer ist ver­bo­ten. Zudem kön­nen durch den Brennglaseffekt Waldbrände aus­ge­löst wer­den. Besucher soll­ten daher Glas nicht im Forst lie­gen las­sen. Über die Waldbrandgefahr kann man sich auch auf der Internetseite des Deutschen Wetterdienstes infor­mie­ren“, berich­tet Kemper. 

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