Verbraucherzentrale NRW: Gutscheinzwang für ver­fal­lene Tickets – Praxistipps für Verbraucher

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Klartext​.NRW – Nun ist es also amt­lich: Bundestag und Bundesrat haben grü­nes Licht für die so genannte Gutscheinlösung gege­ben. Sie soll die Folgen der Corona-​Pandemie für Veranstalter abmil­dern und ver­pflich­tet die Kunden, im Zweifel Wertgutscheine von Veranstaltern zu akzep­tie­ren, wenn Konzerte, Fußballspiele und andere Events wegen der Corona-​Maßnahmen abge­sagt wer­den muss­ten.

Nach den Diskussionen der ver­gan­ge­nen Wochen sind viele Verbraucherinnen und Verbraucher jetzt ver­un­si­chert, für wel­che Tickets die neue Gutscheinlösung gilt und in wel­chen Fällen doch das Geld zurück­ver­langt wer­den kann. Hier ver­su­chen wir Hilfestellung zu geben“, sagt Dorothea Khairat, Beratungsstellenleitung in Neuss.

Auf einen Blick die wich­tigs­ten Eckpunkte der Gutscheinregelung aus Verbrauchersicht:

Nur bereits geleis­tete Zahlungen betrof­fen: Das neue Gesetz regelt nur die Erstattung von Entgelten. Wenn Verbraucher Leistungen wie Tickets oder Monatsbeiträge noch nicht bezahlt haben und das Event abge­sagt wird oder die Einrichtung geschlos­sen bleibt, kön­nen sie die Bezahlung auch wei­ter­hin ver­wei­gern.

Prüfung des Kaufdatums: Ist das Ticket, die Zeitkarte für das Theater oder der Vertrag fürs Fitnessstudio vor dem 8. März 2020 aus­ge­stellt wor­den? Allein in die­sen Fällen greift die neue Gutscheinregelung.

Ticketkäufe, Vertragsabschlüsse nach dem Stichtag: Für nach dem 8. März 2020 ver­kaufte Eintrittskarten oder nach dem Stichtag abge­schlos­sene Verträge gilt die Gutscheinregelung nicht. Hier gibt es – wie vor der Corona-​Krise – das Geld zurück.

Bei Tickets für eine Einzelveranstaltung: (Zum Beispiel Festivals, Konzerte, Theatervorstellungen, Lesungen oder Sportwettkämpfe) Für Einzelkarten besteht ein Anspruch auf einen Gutschein in Höhe des Ticketpreises inklu­sive Vorverkaufsgebühr.

Bei einer Veranstaltungsserie: (Zum Beispiel Museen, Fußball-​Dauerkarte, Fitnessstudios oder Freizeitparks) In sol­chen Fällen wer­den Teilgutscheine über den Wert der nicht genutz­ten Freizeitaktivitäten aus­ge­stellt.

Der rich­tige Ansprechpartner: Ticketbesitzer müs­sen ihre Ansprüche direkt beim Event-​Veranstalter gel­tend machen. Die Kontaktdaten ste­hen meist auf dem Ticket.

Ausstellung des Gutscheins: Der Gutschein muss vom Veranstalter über einen Gegenwert in Euro aus­ge­stellt wer­den. Alternative Angaben wie „Gutschein über ein Konzert“ sind nicht gül­tig.

Übergabe des Gutscheins: Wurde das Ticket in einer Vorverkaufsstelle erwor­ben, kann der Veranstalter den Gutschein dort hin­ter­le­gen. Alternativ kann ein Versand per Brief oder per E‑Mail erfol­gen.

Gutscheinversand: Die Empfänger eines Gutscheins per Brief müs­sen dar­auf ach­ten, dass dabei keine Versandkosten berech­net und vom Wert des Gutscheins abge­zo­gen wer­den.

Angaben auf Gutschein: Aus dem Gutschein muss schrift­lich her­vor­ge­hen, dass die­ser auf­grund der COVID-​19-​Pandemie aus­ge­stellt wurde. Zudem muss dort ste­hen, wann Gutscheininhaber die Auszahlung ver­lan­gen kön­nen: Erstens, wenn der Gutschein nicht bis zum 31. Dezember 2021 ein­ge­löst wurde. Und zwei­tens muss ange­ge­ben wer­den, dass der Gutscheininhaber eine frü­here Auszahlung auch ver­lan­gen kann, wenn ihm der Gutschein auf­grund sei­ner per­sön­li­chen Lebensumstände nicht zuge­mu­tet wer­den kann.

Auszahlung des Gutscheinwerts: Wenn der Gutschein bis zum 31. Dezember 2021 nicht ein­ge­löst wurde, kön­nen die Gutscheinbesitzer die Auszahlung des Gegenwertes in Euro inner­halb von 3 Jahren, bis zum 31.12.2024 beim Veranstalter gel­tend machen.

Ausnahme von der neuen Gutscheinregelung: In beson­de­ren Härtefällen, kön­nen Gutscheininhaber die Auszahlung auch schon vor Ablauf des 31.12.2021 ver­lan­gen. So zum Beispiel, wenn das Ticket gekauft wurde, um im Zuge einer Urlaubsreise an einer Veranstaltung teil­zu­neh­men und der Nachholtermin einen hohen Einsatz von Reisekosten erfor­dert. Oder auch, wenn der Gutscheininhaber nicht mehr in der Lage ist, wich­tige Lebenshaltungskosten wie Miete und Energie zu bezah­len.

Weitere Informationen zu aku­ten Verbraucherthemen bie­tet die Neusser Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW tele­fo­nisch oder per E‑Mail.

Seit dem 18. Mai wer­den Schritt für Schritt auch wie­der per­sön­li­che Beratungen am Meererhof 1a durch­ge­führt – natür­lich unter Berücksichtigung des höchst­mög­li­chen Gesundheitsschutzes für die Beteiligten und zunächst nur nach vor­he­ri­ger Terminvergabe. Details zu Kontaktdaten und Terminvergabe fin­den Ratsuchende im Internet unter www​.ver​brau​cher​zen​trale​.nrw/​n​e​uss.

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