NGG: Gastro-​Öffnung im Rhein-​Kreis Neuss: „Jedes Bier zählt“

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Rhein-​Kreis Neuss – Nach dem Shutdown wie­der ins Stammlokal: Restaurants und Kneipen im Rhein-​Kreis Neuss sind wie­der am Start – doch in Zeiten der Pandemie ist die Geduld der Gäste gefragt. 

Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-​Genuss-​Gaststätten (NGG) hin: „Wirte und Kellner freuen sich nach extrem har­ten Wochen auf Kundschaft. Jetzt zählt jedes getrun­kene Bier“, sagt NGG-​Geschäftsführer Karim Peters. Mit Blick auf Abstands- und Hygieneregeln werde der Restaurantbesuch jedoch ein ande­rer sein. Gäste soll­ten mehr Zeit mit­brin­gen als sonst – und auch Verständnis für die Situation des Personals.

Einerseits soll die Gastronomie end­lich wie­der Genuss und Geselligkeit mög­lich machen. Andererseits darf die Branche unter kei­nen Umständen zum Infektionsherd wer­den“, so Gewerkschafter Peters. Das gelte auch für die Hotellerie, die ihren Betrieb in den nächs­ten Wochen lang­sam wie­der hoch­fahre. Im Rhein-​Kreis Neuss beschäf­tigt das Hotel- und Gaststättengewerbe laut Arbeitsagentur rund 6.700 Menschen. Viele von ihnen seien auf den ers­ten vol­len Lohn nach lan­ger Zeit in Kurzarbeit ange­wie­sen, so die NGG-​Region Krefeld-​Neuss. „Deshalb gilt jetzt erst recht: Jedes Trinkgeld tut gut.“

Es komme nun aber vor allem dar­auf an, den Gesundheitsschutz peni­bel ein­zu­hal­ten. Hier soll­ten Gastronomen genug Personal ein­pla­nen. „Wenn eine Gaststätte halb so lang offen hat, heißt das nicht, dass man nur die Hälfte der Service- und Küchenkräfte braucht. Im Gegenteil: Hygiene kos­tet Zeit. Gerade dann, wenn es jetzt zum Sturm aufs Schnitzel kommt. Ebenso das Umstellen von Buffets auf Tellergerichte oder das bar­geld­lose Kassieren: Die Gastronomie muss eine ‚Portion Extra-​Hygienezeit‘ ein­pla­nen. Und wer acht Stunden mit Mundschutz kell­nert, sollte auch mal eine Pause mehr machen dür­fen“, so Peters.

Zugleich pro­fi­tie­ren von der Wiedereröffnung des Gastgewerbes auch andere Branchen, betont die NGG. „Über viele Wochen muss­ten gerade Brauereien die Belieferung der Kneipen und Gaststätten stop­pen. Auch ihr Exportgeschäft ist ein­ge­bro­chen. Jetzt gibt es immer­hin einen Lichtblick für die Branche“, sagt Peters. Nach einer aktu­el­len Umfrage des Deutschen Brauer-​Bundes haben bis­lang 88 Prozent aller Brauereien Kurzarbeit angemeldet.

Betroffen ist auch die Ernährungsindustrie: „Zwar haben die Hamsterkäufe gerade zu Beginn der Pandemie bei Nudel- und Konservenherstellern zum Hochbetrieb geführt. Gleichzeitig aber stor­nier­ten wich­tige Großabnehmer ihre Bestellungen: Vom 10-​Liter-​Eimer Frittieröl bis hin zum Fassbier – Hotels und Gaststätten fra­gen jetzt wie­der nach“, berich­tet Peters.

Entscheidend sei zudem, dass auch der Tourismus wie­der eine Perspektive bekomme. Viele Menschen frag­ten sich jetzt, wie sie ihren Sommerurlaub pla­nen kön­nen. „Klar ist: Wenn eine zweite Infektionswelle aus­bleibt und das Gastgewerbe durch­dachte Lösungen für den Corona-​Schutz bie­tet, dann könnte die Branche bald schon boo­men und der Heimaturlaub eine Renaissance erleben.“

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