Dormagen – Sanierung der Sekundarschule vor Wende: Bürgermeister Lierenfeld kün­digt ent­schei­dende Neuausrichtung an

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Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen – Sie dau­erte immer län­ger und wurde immer teu­rer: Das ist die ehr­li­che Bilanz der Sanierung der Sekundarschule bis hier­hin. Nun soll das Projekt auch vor dem Hintergrund der Corona-​Pandemie einer Neuausrichtung unter­zo­gen wer­den, wie Bürgermeister Erik Lierenfeld ankündigt: 

Es gab bei die­sem Projekt von Beginn an ekla­tante Fehler, da gibt es nichts zu beschö­ni­gen“, sagt Lierenfeld. „Mit der Übernahme der Verantwortung für den Eigenbetrieb geht auch die Verantwortung dafür ein­her, dass diese Fehler auf­ge­ar­bei­tet wer­den – und sich in Zukunft nicht wie­der­ho­len.“ Dazu bedürfe es eines enge­ren Controllings, bes­se­rer Kommunikation zwi­schen Eigenbetrieb und Projektsteuerer und grö­ße­rer Transparenz. Diese Prinzipien für ein ver­bes­ser­tes Baumanagement wer­den bereits umgesetzt.

Ein über­ar­bei­te­ter Bauzeitenplan soll in den nächs­ten Wochen vor­ge­stellt wer­den. „Weil wir wis­sen, dass die Coronakrise Auswirkungen haben wird – auch auf die­ses Projekt. Wir müs­sen ver­su­chen abzu­schät­zen, wie schwer diese Auswirkungen sein wer­den“, erläu­tert Lierenfeld. Zuletzt war der Erstbietende bei der EU-​weiten Ausschreibung der Rohbau- und Sanierungsleistungen abge­sprun­gen, wes­we­gen die Vergabe an den Zweitbietenden erfol­gen musste.

Weitere Kostensteigerungen und Verzögerungen seien künf­tig nicht aus­zu­schlie­ßen, son­dern zu erwar­ten. Lierenfeld: „Wir sind im ursprüng­li­chen Zeitplan bereits mehr als ein Jahr hin­ten­dran. Bei aller not­wen­di­gen Analyse rich­ten wir den Blick aber vor allem nach vorn.“ Es gehe darum, mit struk­tu­rier­ter und enga­gier­ter gemein­sa­mer Arbeit dafür zu sor­gen, dass das Projekt end­lich zu Ende geführt wird. So wird künf­tig ein Monitorer ein­ge­setzt, der das Projekt eng beglei­tet und über­wacht und dafür sorgt, dass Entscheidungen schnell getrof­fen und neue Entwicklungen unver­züg­lich kom­mu­ni­ziert wer­den kön­nen. Zudem wird sich der Verwaltungsvorstand alle 14 Tage per­sön­lich vor Ort über den Baufortschritt informieren.

Ganz anders sieht es beim Lernort aus: Hier hat der Eigenbetrieb ein wei­te­res Gutachten beauf­tragt. „Anhand der aktu­el­len Feststellungen müs­sen wir mit einem Kostenvolumen von rund 21 Millionen Euro bei einer höchst kom­pli­zier­ten Baumaßnahme rech­nen“, erklärt Eigenbetriebs-​Leiter Frank Wolfgramm. Die Stadt spricht sich mitt­ler­weile für einen Neubau aus: „Wir wer­den nicht den­sel­ben Fehler wie­der­ho­len und im Bestand sanie­ren, wenn die Kostenrisiken zu groß sind, auch wenn dann die bis­he­ri­gen Planungen obso­let wären“, sagt Lierenfeld.

Mit der Aula des Bettina-​von-​Arnim-​Gymnasiums ist der­weil ein städ­ti­sches Gebäude gesperrt, des­sen umfas­sende Sanierung eigent­lich bereits abge­schlos­sen war. „An der BvA-​Aula haben sich seit der Inbetriebnahme mas­sive Mängel gezeigt. Bei der wei­ter­ge­hen­den Überprüfung durch Sachverständige wurde fest­ge­stellt, dass das Gebäude vor­erst nicht genutzt wer­den kann“, erklärt Lierenfeld.

Berichte über eine bevor­ste­hende Absetzung des Projektsteuerers wies Bürgermeister Erik Lierenfeld zurück: „Das ist keine Option! Wir müs­sen jetzt gemein­sam den Karren aus dem Dreck zie­hen.“ Die Veröffentlichung sämt­li­cher Prüfberichte zu dem Themenkomplex werde der­zeit mit den Betroffenen abge­stimmt und vom Rechtsamt vor­be­rei­tet. „Eine Legendenbildung hilft nie­man­den, des­halb wer­den wir sehr trans­pa­rent sein, wenn es darum geht, Fehler der Vergangenheit auf­zu­ar­bei­ten. Wir haben dar­aus Konsequenzen gezo­gen. Jetzt ist es an der Zeit, die Arbeit anzu­pa­cken“, so Lierenfeld.

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