Dormagen – Coronavirus: Kinder- und Jugendhilfe in Zeiten der Pandemie

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Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen – So ganz genau weiß in Zeiten von Corona nie­mand, was hin­ter all den Wohnungstüren geschieht. Genau des­halb ist es so wich­tig, dass die 16 Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter der Stadt Dormagen den Kontakt nicht abrei­ßen lassen.

Die wich­tigste Botschaft an Familien ist, dass wir auch in der Coronakrise wei­ter­hin für sie da sind“, sagt Martina Hermann-​Biert, Leiterin des Fachbereichs Kinder, Jugend, Familien, Schule und Soziales.

Vor der Einführung der Kontaktsperre waren Familienhelfer, Sozialarbeiter oder Mitarbeiter des Jugendamts häu­fi­ger vor Ort. Aktuell spie­len tele­fo­ni­sche Kontakte oder Videoanrufe eine grö­ßere Rolle. Dort, wo die Gefährdungslage beson­ders hoch ist, zum Beispiel, weil es in der Vergangenheit schon ein­mal Gewalt gab, gibt es auch wei­ter­hin per­sön­li­chen Kontakt – „natür­lich unter stren­gen Hygiene-​Vorkehrungen“, wie Hermann-​Biert betont.

Einige Familien haben schon im „nor­ma­len Alltag“ viele Sorgen und Probleme, so dass die aktu­el­len zusätz­li­chen Belastungen ein­fach zu viel sind. Da sei nach­voll­zieh­bar, dass sie die Bedürfnisse ihrer Kinder nicht gut im Blick behal­ten kön­nen und es ihnen schwer­fällt, eine ver­läss­li­che Struktur vor­zu­ge­ben, so Fachbereichsleiterin Hermann-​Biert, die sel­ber zehn Jahre lang als Sozialarbeiterin Familien Halt gege­ben hat. „Aus mei­ner Erfahrung weiß ich, dass es vor allem darum geht, Betroffene vor dem Abrutschen in Aggressionen, Depressionen oder im schlimms­ten Fall Gewalt zu bewahren.“

Bislang sind seit Mitte März im Bereich Erzieherische Hilfen vier Meldungen ein­ge­gan­gen – zwei weni­ger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. „Wir haben über das gesamte Jahr wöchent­lich im Durchschnitt zwei Meldungen. Aber es gibt immer Phasen, die ruhi­ger ver­lau­fen und Phasen, in denen wir meh­rere Meldungen täg­lich erhal­ten. Grundsätzlich gilt: Die Ferienzeiten sind wesent­lich ruhi­ger als die Schulzeiten. Auch das sei jetzt natür­lich zu berück­sich­ti­gen“, sagt Ina Oberlack, die den Bereich Erzieherische Hilfen verantwortet.

Angesichts der Corona-​Maßnahmen gilt der­zeit, dass lau­fende Hilfen mög­lichst unbü­ro­kra­tisch ver­län­gert wer­den. Die Situation wird in jedem Einzelfall mit der Familie bespro­chen. Entweder tele­fo­nisch, Hilfeplangespräche wer­den aber auch per Videokonferenz durch­ge­führt. „Wir sind ein­fach wei­ter weg, das ist so. Und das ist für unse­ren Job nicht gut, denn eigent­lich müs­sen wir nah dran sein“, sagt Oberlack.

Also mehr Telefonate, Video-​Calls oder Spaziergänge an der fri­schen Luft und mit dem vor­ge­schrie­be­nen Mindestabstand. „Wir lösen das so krea­tiv wie mög­lich und nut­zen Graubereiche. Aber wir mer­ken auch, dass uns mit Schule und Kita gerade die wich­tigs­ten Informationsquellen größ­ten­teils feh­len. Da arbei­ten Profis, die die Kinder täg­lich sehen und sehr sen­si­bel Veränderungen und Gefährdungen wahr­neh­men. Das ist ein­fach durch nichts zu erset­zen“, so Hermann-Biert.

Deshalb solle sich nie­mand scheuen, Kontakt mit den Fachkräften des Allgemeinen Sozialen Dienst der Stadt Dormagen auf­zu­neh­men. „Jede Familie kann in schwie­rige Krisen gera­ten, dafür muss man sich nicht schä­men. Wir wol­len Ihnen hel­fen, einen Weg aus der Krise zu fin­den“, sagt Martina Hermann-Biert.

Kontakt: E‑Mail: ina.oberlack@stadt-dormagen.de, Telefon: 02133 257 651

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