Lieferung von Lebensmitteln und Speisen: Ärger nicht herunterschlucken

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – (Verbraucherzentrale-​Neuss) Die Kontaktsperre wäh­rend der Corona-​Pandemie beschert Lieferdiensten von Lebensmitteln Hochkonjunktur.

Viele Verbraucher scheuen momen­tan den Gang zum Supermarkt und ordern fri­sche Waren und sons­tige Lebensmittel bei Online-​Händlern oder Online-​Shops von Supermärkten. Restaurants und Imbiss-​Stuben, die ihre Gäste vor­erst nicht mehr in ihrem Lokal bewir­ten dür­fen, haben eben­falls auf Lieferung und Abholung ihrer zube­rei­te­ten Speisen umgestellt.

Sind gelie­fer­tes Gemüse und Blattsalate beim Auspacken bereits schlapp oder riecht das gebrachte Essen nicht appe­tit­an­re­gend, son­dern unan­ge­nehm, muss das nie­mand schlu­cken. „Kunden haben auch in die­ser ange­spann­ten Zeit ein Recht auf die Aushändigung ein­wand­freier Ware. Mangelhafte Lebensmittel soll­ten beim Händler oder Restaurantbetreiber rekla­miert wer­den“, rät Dorothea Khairat von der Neusser Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW.

Rechtlichen Rat rund um Lieferdienste – auch bei ande­ren Waren – bie­tet wei­ter­hin die Neusser Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW, die der­zeit zu den gewohn­ten Öffnungszeiten tele­fo­nisch oder per E‑Mail erreich­bar ist.

Khairat erklärt, wel­che Regeln von Händlern und Lieferservices auch wäh­rend der Ausnahmesituation beach­tet wer­den müssen:

  • Lieferbedingungen: Verbraucher, die der­zeit Waren zum Verzehr, Kochzutaten oder Fertiggerichte im Internet bestel­len, müs­sen oft­mals lange Wartezeiten in Kauf neh­men. Wer einen Online-​Handel mit Lebensmitteln betreibt, muss jedoch einen Termin nen­nen, bis zu dem er die geor­der­ten Produkte lie­fert. Liefert er in die­ser Zeit nicht, müs­sen Kunden erst eine Frist set­zen, bevor sie, wenn immer noch nichts kommt, aus dem Vertrag aus­stei­gen kön­nen. Ist jedoch erkenn­bar, dass man ab einem gewis­sen Zeitpunkt kein Interesse an der Lieferung mehr hat – etwa an einer ver­spä­te­ten Lieferung von Schokoeiern oder einem Festtagsbraten erst nach Ostern –, geht das auch ohne wei­tere Fristsetzung.
  • Widerruf einer Bestellung: Bei Waren, die nicht schnell ver­der­ben, kön­nen Verbraucher auch von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen und sich somit ohne Angabe von Gründen und ohne Fristsetzung vom Vertrag lösen. Dieses Recht kön­nen Verbraucher bis zu vier­zehn Tage nach Lieferung der Ware nut­zen. Werden sie nicht vom jewei­li­gen Anbieter über ihr Widerrufsrecht belehrt, läuft die Frist sogar ein Jahr und vier­zehn Tage. Ist die bestellte Ware aller­dings schnell ver­derb­lich oder belie­fert der Unternehmer selbst häu­fig und regel­mä­ßig Verbraucher mit Lebensmitteln (etwa bei der Lieferung eines wöchent­li­chen Biokorbs mit Obst und Gemüse) steht Verbrauchern kein Widerrufsrecht zu.
  • Reklamation und Schadensersatz: Bei der Übergabe von Pizza, Pasta und Co. müs­sen Online-​Dienste, Lebensmittelhändler und Restaurantbetreiber jedoch dafür gera­de­ste­hen, dass die Ware in Ordnung ist. Verdorbenes Obst, auf­ge­taute Tiefkühlkost, man­gel­haf­tes Essen kön­nen zurück­ge­wie­sen und eine Neulieferung in einer ange­mes­se­nen Zeit kann ver­langt wer­den. Den Mangel am bes­ten sofort per Handy doku­men­tie­ren und rekla­mie­ren. Kommen Bringdienste der Aufforderung nicht nach, kön­nen Kunden in einem sol­chen Fall vom Vertrag zurück­tre­ten oder den Kaufpreis mindern.
  • Sicheres Bezahlen: Wer seine Bestellung im Nachhinein per Rechnung und nicht bereits beim Ordern per Vorkasse begleicht, geht damit in vie­ler­lei Hinsicht auf Nummer sicher: Kunden soll­ten am bes­ten immer erst zah­len, nach­dem sie die Ware erhal­ten haben. Dann müs­sen sie nicht ihrem Geld hin­ter­her­lau­fen, wenn sie auf eine berech­tige Rückzahlung pochen. Gegen eine Zahlung bar auf die Hand spricht in Zeiten der Corona-​Bekämpfung, dass mit dem Austausch von Geldscheinen auch die erhöhte Gefahr besteht, den aktu­ell gefor­der­ten Mindestabstand nicht ein­hal­ten zu können.

Rechtlichen Rat rund um Lieferdienste – auch bei ande­ren Waren – bie­tet wei­ter­hin die Neusser Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW – der­zeit aus­schließ­lich tele­fo­nisch unter 02131–20256-01 oder per E‑Mail unter https://​www​.ver​brau​cher​zen​trale​.nrw/​b​e​r​a​t​u​n​g​s​s​t​e​l​l​e​n​/​n​e​uss erreichbar.

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