Dormagen – Zentrumfraktion: 19 ohne Sachgrund befris­te­ten Arbeitsverträge von ErzieherInnen entfristen

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Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen – (Fraktion Zentrum) Ende März wur­den 6 neue Erzieher-​Stellen für eine neue Kita bewil­ligt. Zwar wurde die Beschlussfassung durch Vorlage eines Dringlichkeitsbeschlusses sei­tens des Bürgermeisters wegen man­geln­der Transparenz und unzu­rei­chen­der Planung von fast allen Parteien kri­ti­siert, die Stellen wur­den aber ein­stim­mig und par­tei­über­grei­fend bewilligt. 

Die Zentrumsfraktion hat sich jüngst mit der Lebenswirklichkeit von ErzieherInnen in Dormagen beschäf­tigt. Am 04. März wurde eine Anfrage gestellt, inwie­weit ErzieherInnen mit befris­te­ten Verträgen kon­fron­tiert sind, obwohl Personal nur sehr schwer zu bekom­men ist.

Mit Stand vom 10. März stellt sich die Situation in unse­rer Stadt wie folgt dar: Derzeit sind 171 Erzieherinnen und Erzieher bei der Stadt und dem Dormagener Sozialdienst gGmbH beschäf­tigt. Davon haben 38 Angestellte befris­tete Verträge, was knapp 25% ent­spricht. Hiervon sind 19 ohne Sachgrund befristet.

Diese Handhabe passt aus unse­rer Sicht nicht dazu, dass ErzieherInnen mehr Wertschätzung und Dank für ihren wich­ti­gen sozia­len Beitrag ent­ge­gen­ge­bracht wer­den soll. Wir fra­gen uns, wenn doch KindergärtnerInnen aktu­ell so schwer für unsere Kitas zu bekom­men sind, warum wer­den diese über­haupt befris­tet ange­stellt?“, fragt Thomas Freitag, Mitglied des Jugendhilfeausschusses für die Zentrumsfraktion.

Befristungen schaf­fen ein Klima der Unsicherheit, weil keine Planungssicherheit besteht. Des Weiteren haben befris­tete Verträge auch Auswirkungen auf den Alltag, etwa ver­ge­ben Banken meist keine Kredite, Finanzierungen sind also nicht mög­lich und selbst ein­fa­che Laufzeitverträge, etwa für das Mobiltelefon, kön­nen zum Problem werden.

Hans-​Joachim Woitzik, Fraktionsvorsitzender des Zentrums, fasst zusam­men: „In Summe birgt die­ses Vorgehen auch die Gefahr, dass befris­tet Angestellte lie­ber zu ande­ren Arbeitgebern abwan­dern, die direkt unbe­fris­tete Verträge anbie­ten. Nach unse­ren Informationen ist genau das in Dormagen auch schon pas­siert. Wir möch­ten Abwanderungen gerne im Sinne einer guten Kinderbetreuung künf­tig mög­lichst ver­mei­den, vor allem vor dem Hintergrund, dass in die­sem Jahr ganze 31 befris­tete Verträge aus­lau­fen. In die­sem Kontext macht es Sinn, sich sogar die Befristungen mit Sachgrund anzu­se­hen, um diese ErzieherInnen in Dormagen hal­ten zu kön­nen, sofern der Bedarf besteht. Danach sieht es aktu­ell aller­dings aus“.

Wir vom Zentrum set­zen uns dafür ein, dass die Stadt aus den aktu­ell ohne Sachgrund befris­te­ten Verträgen nun Festanstellungen machen soll. Dies wäre ein wich­ti­ges Vertrauenssignal an die Betroffenen. Aus die­sem Grund sollte die Stadt in Zukunft auf den Einsatz von Befristungen ohne Sachgrund gänz­lich ver­zich­ten.“, sagt Hartmut Aschenbruck, Ratsmitglied der Zentrumsfraktion.

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