Tipps des Schulpsychologischen Dienstes: Mit Kindern zu Hause

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Seit meh­re­ren Wochen sind Kindergärten und Schulen geschlos­sen. Familien ver­brin­gen in die­sen Wochen viel Zeit gemein­sam zu Hause. 

Die Corona-​Pandemie und die Folgen sind für alle Familien eine große Herausforderung, weiß Jutta Bellen, Leiterin des Schulpsychologischen Dienstes des Rhein-​Kreises Neuss. Sie gibt Eltern Tipps, wie sie diese Zeit zusam­men mit ihren Kindern meis­tern können.

Was kön­nen Eltern tun, um ihre Kinder gut durch diese Zeit zu begleiten?

Eltern soll­ten ihren Kindern die aktu­elle Situation kind­ge­recht erläu­tern und ihnen gegen­über Sicherheit ver­mit­teln und Ruhe aus­strah­len. Der gemein­same Nenner aller Ratschläge ist „Struktur“. Damit ist gemeint: gemein­same Gespräche mit allen Familienmitgliedern füh­ren, sich den Tag oder die Woche ein­tei­len, Regeln auf­stel­len, Vereinbarungen tref­fen, einen Plan erstel­len und sich daran hal­ten. In die­ser Zeit kön­nen wir alle ler­nen, wie wich­tig es für uns selbst und für das Leben in der Gemeinschaft ist, mehr Verständnis für­ein­an­der zu ent­wi­ckeln und Rücksicht auf­ein­an­der zu nehmen.

Welche gemein­sa­men Aktivitäten emp­feh­len Sie?

Wem für die gemein­same Freizeitplanung die Ideen inzwi­schen aus­ge­gan­gen sind, der kann sich an den vie­len Vorschlägen in den Medien ori­en­tie­ren. Diese gemein­sam zu stu­die­ren ist schon eine gemein­same Aktivität und Übungsmöglichkeit für Eltern mit klei­nen Kindern: Vorlesen und Lesen. Darüber hin­aus ist es wich­tig, dass Eltern und Kinder neben gemein­sa­men Aktivitäten auch Zeiten und Räume haben, in denen sie ihren eige­nen Tätigkeiten nach­ge­hen können.

Wie wich­tig ist Bewegung?

Sehr wich­tig: Bewegung ist gesund, vor allem jetzt zum Stressabbau. Vermitteln Sie dabei das Gefühl, etwas gemein­sam zu bewe­gen und zu schaf­fen. Dies bie­tet auch die Chance, nicht nur gemein­sam Freizeit zu ver­brin­gen, son­dern auch das Nützliche mit dem Angenehmen zu ver­bin­den – zum Beispiel zusam­men zu kochen, den Frühjahrsputz in Angriff zu neh­men oder das Kinderzimmer aufzuräumen.

Wie gehe ich mit Ängsten der Kinder um?

Angst ist zunächst ein­mal eine wich­tige und nor­male Reaktion, denn sie signa­li­siert uns Gefahr. Wir sol­len uns in Acht neh­men und uns schüt­zen, indem wir die Gefahrenquelle ver­mei­den oder uns der Gefahrenquelle stel­len und etwas dage­gen tun. Angst kann natür­lich auch läh­men und dazu füh­ren, dass wir uns aus­ge­lie­fert füh­len. Umso wich­ti­ger ist es, dar­über offen zu spre­chen – unter­ein­an­der und mit den Kindern. Eltern soll­ten die Sorgen der Kinder ernst neh­men und nicht baga­tel­li­sie­ren. Der Austausch über Gefühle baut bereits einen Teil der Angst ab, und es kann über­legt wer­den, wie der Gefahr begeg­net wer­den kann. Und damit sind wir wie­der beim Einhalten von Regeln, die den Einzelnen und der Gemeinschaft nut­zen und sie schützen.

Ist es wich­tig, dass Kinder mit ihren Freunden über soziale Medien kommunizieren?

In die­ser Zeit sind die Medien, die sozia­len Netzwerke und digi­ta­len Möglichkeiten noch mehr als zuvor in die Aufmerksamkeit gerückt. Sie ermög­li­chen unter den der­zei­ti­gen beson­de­ren Bedingungen Kommunikation: Wir erle­di­gen jetzt vie­les auf digi­ta­lem Weg, was sonst bei der Arbeit, in der Schule, im Verein oder mit Freunden in direk­tem Kontakt statt­ge­fun­den hat.

Was emp­feh­len Sie für den Umgang mit Handy und Playstation?

Eltern soll­ten im Blick behal­ten, über wel­che Kanäle und wie­viel ihre Kinder medial und sozial medial kom­mu­ni­zie­ren und sich damit beschäf­ti­gen – nicht nur unter­ein­an­der. Gemeinsame Mediennutzung von Eltern und ihren Kindern ist denk­bar, zur Kommunikation und Beschäftigung: Filme schauen und Spiele spie­len, dar­über mit den Kindern spre­chen und Gemeinsamkeit herstellen.

Sollte es auch medi­en­freie Auszeiten geben?

Dass wir nun alle ver­mehrt zu Hause blei­ben müs­sen oder sol­len, darf nicht dazu füh­ren, dass wir alle „nur noch“ auf das Smartphone schauen, an der Playstation sit­zen und einen Film nach dem ande­ren strea­men. Für diese Aktivitäten ist es genauso sinn­voll wie für alle ande­ren Tätigkeiten, Zeitfenster ein­zu­pla­nen, Regeln auf­zu­stel­len, Vereinbarungen zu tref­fen und diese auch ein­zu­hal­ten – jetzt und auch nach Corona.

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