Kreisveterinäramt gibt Tipps für den Umgang mit Haustieren wäh­rend der Corona-Krise

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Hunde oder Katzen soll­ten auf kei­nen Fall Desinfektionsmittel berüh­ren oder Schutzmasken ange­legt bekom­men. Dies führt bei den Tieren zu Stress und Angst und mög­li­cher­weise auch zu gesund­heit­li­chen Schäden. 

Diesen Rat gibt das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Rhein-​Kreises Neuss ange­sichts der Corona-​Krise. „Bei vie­len Haustierbesitzern herrscht der­zeit große Unsicherheit, und viele Fragen kom­men auf“, berich­tet der zustän­dige Dezernent Karsten Mankowsky. Die Liste die­ser Fragen reicht von „Kann mein Tier mich anste­cken?“ über „Darf ich über­haupt noch Gassi gehen?“ bis zu „Was mache ich mit mei­nem Tier, falls ich in Quarantäne oder ins Krankenhaus muss?“.

Laut Friedrich-​Loeffler-​Institut gibt es bis­lang kei­ner­lei Hinweise dar­auf, dass sich Menschen bei Tieren mit dem Corona-​Virus anste­cken kön­nen. Die Übertragung von Mensch zu Mensch bleibt wei­ter­hin aus­schlag­ge­bend für die Verbreitung des Virus“, betont Amtsleiter Dr. Frank Schäfer. Der Kontakt gesun­der Menschen zu ihren Haustieren müsse also nicht ein­ge­schränkt werden.

Das Friedrich-​Loeffler-​Institut ist die Bundesforschungseinrichtung für Tiergesundheit und rät nur dazu, dass Haustierbesitzer, die sich infi­ziert haben, zur Sicherheit den engen Kontakt zu ihren Tieren mei­den soll­ten. „Falls bei einem Tier aus einem Haushalt mit Corona-​infizierten Personen ver­däch­tige Symptome auf­tre­ten, kann auch eine Testung des Tieres sinn­voll sein“, so die Experten.

Trotz der der­zeit herr­schen­den Kontaktbeschränkungen ist es wich­tig und not­wen­dig, seine Haustiere wei­ter­hin ange­mes­sen zu ver­sor­gen. „Katzen kön­nen wie gewohnt nach drau­ßen gelas­sen wer­den, und auch das Gassigehen kann wei­test­ge­hend unver­än­dert statt­fin­den“, heißt es im Kreisveterinäramt. Beim Spaziergang mit dem Hund müsse aber auf einen aus­rei­chen­den Abstand zu ande­ren Personen geach­tet wer­den. Sollte die Lieblingsrunde zu stark fre­quen­tiert sein, sei es rat­sam, zur Sicherheit eine andere Strecke zu wäh­len, auch wenn diese mög­li­cher­weise nicht so schön ist.

Hundebesitzer, die sich in Quarantäne befin­den, soll­ten sich eine geeig­nete Person suchen, die das Gassigehen in die­ser Zeit über­nimmt. Am bes­ten sollte es sich um eine junge und gesunde Person han­deln, die je nach Charakter des Tieres eine gewisse Erfahrung im Umgang mit Hunden mit­bringt“, so die Fachleute des Rhein-​Kreises Neuss. Bei der Übergabe des Tieres müsse der Kontakt zwi­schen den Menschen unbe­dingt ver­mie­den wer­den. Der „Gassigänger“ solle außer­dem am bes­ten eine eigene Leine mitbringen.

Sollte eine Versorgung der Tiere im eige­nen Haushalt etwa wegen eines Krankenhausaufenthalts nicht mög­lich sein, ist es rat­sam, zunächst nach einer pri­va­ten Unterbringung im Bekanntenkreis zu suchen. Eine zeit­weise Abgabe ins Tierheim oder in eine Tierpension sollte nur im Notfall erfol­gen“, heißt es.

Das Training in einer Hundeschule ist zur­zeit laut Kreisveterinäramt nicht ohne wei­te­res mög­lich. Es bestehe jedoch durch­aus die Chance, sich tele­fo­nisch bei Hundetrainern Tipps für Übungen geben zu las­sen. Ein Einzeltraining ist unter Einhaltung eines ange­mes­se­nen Abstands zwi­schen Hundebesitzer und Trainer durch­aus mach­bar. Bei der Auswahl des Trainingsgeländes sollte dar­auf geach­tet wer­den, kei­nen allzu stark fre­quen­tier­ten Ort zu wäh­len. Bei sehr schwie­ri­gen Hunden wird sogar ange­ra­ten, nicht mit dem Training aus­zu­set­zen, da dadurch wert­volle Fortschritte wie­der ver­lo­ren gehen könnten.

Trotz der Schließung vie­ler Geschäfte sind Tierarztpraxen und ‑kli­ni­ken wei­ter­hin geöff­net. Die medi­zi­ni­sche Versorgung der Haustiere ist also sicher­ge­stellt. Um den Personenkontakt zu begren­zen, soll­ten sich Haustierhalter aller­dings tele­fo­nisch ankün­di­gen bezie­hungs­weise sich einen Termin geben las­sen. Empfehlenswert ist es, wenn nur eine Person das Tier zur Behandlung beglei­tet, und am bes­ten nie­mand aus einer Risikogruppe.

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