Rommerskirchen – Lößhohlweg bei Butzheim: Rhein-​Kreis Neuss infor­miert über Artenschutzprojekt

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Der Rhein-​Kreis Neuss enga­giert sich in der Gemeinde Rommerskirchen und infor­miert jetzt vor Ort dar­über. Mit finan­zi­el­ler Förderung durch die Europäische Union und das Land Nordrhein-​Westfalen wer­tet er das Naturdenkmal „Lößhohlweg öst­lich von Butzheim“ auf. 

Die Wiederherstellung der son­nen­ex­po­nier­ten Steilwände dient der Artenvielfalt, da sie Lebensräume für sel­tene, vom Aussterben bedrohte Insekten wie Wildbienen oder Sandläufer sind.

Nun hat das Amt des Kreises für Freiraum- und Landschaftsplanung Informationstafeln ange­bracht, die das Vorhaben erläu­tern. „Durch eine umwelt­päd­ago­gi­sche Aufarbeitung der Maßnahmen sol­len Schulen und die Öffentlichkeit in das Projekt ein­be­zo­gen wer­den“, so heißt es dar­auf. Ziel sei es, die Entstehungsgeschichte und die geologisch-​bodenkundlichen sowie die bio-​ökologischen Besonderheiten des Lebensraums „Lößhohlweg“ auf­zu­be­rei­ten. „Das Konzept rich­tet sich an ver­schie­dene Zielgruppen wie Kindergärten, Grund- und wei­ter­füh­rende Schulen sowie Naturliebhaber“, so die Fachleute.

Eisenbeschlagene Räder aus Holz hin­ter­lie­ßen einst tiefe Spuren im Löß. Östlich von Butzheim ent­wi­ckelte sich so im Lauf von Jahrhunderten durch die unab­läs­sige Nutzung des­sel­ben Pfades ein sich mehr und mehr ver­tie­fen­der Weg durch die frucht­bare Landschaft, der Lößhohlweg. Für die Entstehung die­ses beson­de­ren Kulturlandschaftsrelikts musste neben der Dauernutzung durch Handkarren-​Nutzer noch eini­ges hin­zu­kom­men: stand­fes­ter Lößboden, eine hohe Niederschlagsintensität und eine gewisse Hangneigung.

Die Tritte mit Füßen und das Befahren mit Wagenrädern ver­letz­ten die Vegetationsdecke, und abflie­ßen­des Wasser spülte das Lockermaterial weg. Hohlwege sind so tief ins Gelände ein­ge­schnit­tene Wege, so dass ein dort gehen­der Mensch nicht mehr hin­aus­schauen bezie­hungs­weise von außen nicht mehr gese­hen wer­den kann. Mit ihren Steilwänden sind diese Wege ein ganz beson­de­rer Lebensraum für wär­me­lie­bende Insekten.

Im Rhein-​Kreis Neuss befin­den sich einige die­ser Hohlwege, von denen das zwei Kilometer lange, als Naturdenkmal aus­ge­wie­sene Butzheimer Exemplar das bedeu­tendste ist. Erosion hat mitt­ler­weile die meis­ten Steilwände ver­schüt­tet, die noch ver­blie­be­nen wur­den durch wald­ar­ti­gen Aufwuchs beschattet.

Auf einem Abschnitt des Hohlwegs erfolgt nun eine behut­same Rückentwicklung in den his­to­ri­schen Zustand. Auf etwa 150 Metern wer­den die typi­schen son­nen­ex­po­nier­ten Steilwände wie­der­her­ge­stellt. Einerseits schafft das Projekt Lebensraum für die spe­zi­elle Fauna und Flora von Lößhohlwegen, ande­rer­seits den Rahmen für die schu­li­sche und außer­schu­li­sche Wissensvermittlung in Sachen Biologie und Ökologie.

Nähere Informationen beim Kreisamt für Freiraum- und Landschaftsplanung unter Telefon 0 21 81/​601 61 30.

Auf Informationstafeln berich­tet das Amt für Freiraum- und Landschaftsplanung des Rhein-​Kreises Neuss über das Artenschutzprojekt am Butzheimer Lößhohlweg. Foto: Rhein-​Kreis Neuss
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