Kreis trifft umfang­rei­che Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus

Ihre Unterstützung zählt!

Geschätzter Leser, Sie finden die Veröffentlichungen hier interessant und nützlich? Das ist erfreulich!

Wenn nur 10% der Leser regelmäßig 20 Cent pro Tag zahlen, können davon die laufenden Betriebskosten gedeckt, die Berichterstattung ausgeweitet sowie ggf. zusätzliche Redakteure beschäftigt werden.

Sie können Ihre Zuwendung über z. B. "PayPal" oder per Banküberweisung tätigen. Gerne nenne ich Ihnen die Bankverbindung. Bitte fragen Sie nach. Weitere Informationen finden Sie hier.

Danke
Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Die Ausbreitung des Coronavirus führt aktu­ell zu zahl­rei­chen Einschränkungen im öffent­li­chen Leben. Der Rhein-​Kreis Neuss und der hier ein­ge­rich­tete von Kreisdirektor Dirk Brügge gelei­tete Krisenstab haben dabei seit dem 26. Februar eine Vielzahl an Maßnahmen umge­setzt und vorbereitet. 

Wir reagie­ren dabei nicht nur auf die jet­zige Situation, son­dern tref­fen schon jetzt Vorkehrungen, falls sich die Situation ver­schär­fen sollte und wir mehr schwer Erkrankte haben“, erläu­tert Landrat Hans-​Jürgen Petrauschke. „Ziel aller Maßnahmen ist dabei, den best­mög­li­chen Schutz der Bevölkerung zu gewähr­leis­ten“, so Petrauschke.

Ein Erfolgsfaktor sei dabei das gute Zusammenspiel aller Akteure, ob in der Kreisverwaltung und den Kommunen, den Krankenhäusern, dem Rettungsdienst, den nie­der­ge­las­se­nen Ärzten, den Pflegeeinrichtungen oder Hilfsorganisationen und der Politik. „Für diese tolle Teamleistung danke ich allen Beteiligten. Die bis­lang erziel­ten Ergebnisse kön­nen sich sehen las­sen. Wir dür­fen hier aber nicht nach­las­sen“, macht Petrauschke deut­lich. Denn der Höhepunkt der Infektionen stehe Deutschland nach den Einschätzungen des Robert-​Koch-​Institutes noch bevor.

In den Dank bezieht Petrauschke dabei auch die Menschen im Kreis ein. „Ein Großteil hält sich an die Einschränkungen im öffent­li­chen Leben. Dies ist ent­schei­dend um die Ausbreitung des Coronavirus zu begren­zen“, so der Landrat, der aber appel­liert, sich wei­ter an Verhaltensregeln zu halten:

Verlassen Sie die Wohnung nur, wenn es drin­gend not­wen­dig ist, etwa zum Einkaufen, zum Arztbesuch oder zur Arbeit. Halten Sie auch dort Abstand von zwei Metern zu ande­ren Menschen. Waschen Sie häu­fig die Hände, grei­fen Sie sich nicht ins Gesicht und essen Sie nicht ohne vor­he­ri­ges Händewaschen. Beachten Sie die bekann­ten Hygienemaßnahmen.“

Folgende zen­trale Maßnahmen zur Verringerung der Infektionen mit dem Coronavirus und zur Sicherstellung der Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems sind im Rhein-​Kreis Neuss auch mit star­ker Unterstützung und in Zusammenarbeit mit vie­len ande­ren Akteuren umge­setzt bzw. ein­ge­lei­tet worden:

Einrichtung von Teststellen in Neuss und Grevenbroich:
Um Haus- und Kinderärzte sowie Notfallambulanzen zu ent­las­ten hat der Rhein-​Kreis Neuss gemein­sam mit den Städten Neuss und Grevenbroich, der kas­sen­ärzt­li­chen Vereinigung und den nie­der­ge­las­se­nen Ärzten Teststellen in Neuss (seit dem 11. März) und Grevenbroich (seit dem 18. März) ein­ge­rich­tet. Eine durch das Praxisnetzwerk Dormagen betrie­bene Teststelle ist seit dem 22. März in die Teststelle Neuss übergegangen.

Das Test-​Verfahren kann nur nach einer Terminvergabe durch das Kreis-​Gesundheitsamt in Anspruch genom­men wer­den. Der Rhein-​Kreis Neuss über­nimmt bei bei­den Teststellen die Terminvergabe und hat diese mit Schutzmasken, ‑kit­teln und Brillen, Desinfektionsmittel sowie IPads für das Terminmanagement aus­ge­stat­tet. Die nie­der­ge­las­se­nen Ärzte stel­len das Personal und wer­den unter­stützt durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes, des Malteser Hilfsdienstes und der Johanniter. Der Rhein-​Kreis Neuss trägt die Kosten für die Unterstützung der Hilfsorganisationen. Die Federführung der nie­der­ge­las­se­nen Ärzte in Neuss hat Dr. Guido Pukies, in Grevenbroich Dr. Geert Buß gemein­sam mit Dr. Peter Stöcker, denen beson­de­rer Dank für ihr Engagement gilt. Die Städte Neuss und Grevenbroich stel­len die Räumlichkeiten sowie das Mobiliar.

Bis heute wur­den in den Teststellen ins­ge­samt 2 091 Abstriche für einen Test auf eine Infizierung mit dem Coronavirus genom­men. Hinzu kom­men Tests in Arztpraxen und in Kliniken. Die Kapazitäten der bei­den Teststellen wur­den inzwi­schen auf ins­ge­samt wöchent­lich etwa 1 300 Testungen erhöht.

Kreisweite Fieber-​Notfallpraxis:
Am 1. April nimmt eine durch den Kreis, die Stadt Neuss, die Kassenärztliche Vereinigung und die nie­der­ge­las­se­nen Hausärzte initi­ierte Fieber-​Notfallpraxis ihren Betrieb auf. Die Leitung über­nimmt der Neusser Lungenfacharzt Dr. Johannes Uerscheln. In der Einrichtung erhal­ten Patienten Klarheit, wie ihre Krankheitssymptome zu bewer­ten sind. Zudem sol­len hier­durch die Haus- und Kinderärzte aber auch die Notfallambulanzen der Krankenhäuser ent­las­tet wer­den. Der Zugang ist nur nach einer vor­he­ri­gen Überweisung durch den Hausarzt möglich.

Der Rhein-​Kreis Neuss stellt die Schutzausrüstung und über­nimmt die Kosten für das nicht­ärzt­li­che Personal, die Stadt Neuss wie­derum stellt Räumlichkeiten, Einrichtung, WLAN und Security. Die Kassenärztliche Vereinigung über­nimmt unter ande­rem Teile der Technik, das DRK unter­stützt logistisch.

Station im Rheinland Klinikum Grevenbroich zur Unterstützung von Corona-Patienten:
Auf Initiative des Kreises wurde im Rheinland Klinikum Grevenbroich als Vorsorgemaßnahme eine Station ein­ge­rich­tet, in der Menschen unter­ge­bracht wer­den kön­nen, die unter häus­li­cher Quarantäne ste­hen, nicht auf­grund einer Erkrankung in die Klinik müs­sen, aber in ihrer eige­nen Umgebung auch mit Hilfe der kari­ta­ti­ven Organisationen nicht zurecht­kom­men. Die Zuweisung in die Station erfolgt über das Kreis-​Sozialamt. Das Krankenhaus sorgt für die logis­ti­sche Unterstützung wie Reinigung, Hol- und Bringedienst sowie die Mahlzeiten der Patienten. Der Malteser Hilfsdienst stellt das Personal zur Betreuung der Menschen und orga­ni­siert die Abläufe. Der Kreis finan­ziert die Einrichtung.

Behelfskrankenhaus:
Um für den Fall stark stei­gen­der Patientenzahlen in den Krankenhäusern vor­be­rei­tet zu sein, arbei­tet der Rhein-​Kreis Neuss aktu­ell an der Einrichtung eines Behelfskrankenhauses für bis zu 300 nicht an Coronaviren erkrankte Patienten. Standort die­ses „Behandlungszentrums Rhein-​Kreis Neuss“ soll das Areal Böhler in Meerbusch sein. Die Mietvertragsverhandlungen mit dem Eigentümer sind auf einem guten Weg. Das Krankenhaus soll nur zum Einsatz kom­men, wenn die Möglichkeiten zur sta­tio­nä­ren Versorgung der Patienten im Rhein-​Kreis Neuss über­las­tet sind.

Untergebracht wer­den sol­len hier Patienten, die einer sta­tio­nä­ren Versorgung aber kei­ner inten­si­ven Therapie bedür­fen und die nicht mit dem Coronavirus infi­ziert sind. Der Kreis hat hier die Federführung und trägt die Kosten für die Einrichtung des Krankenhauses. Hierbei wird Mobiliar im Standard der Rheinlandklinikuen gekauft, damit die­ses ggfls. spä­ter durch diese über­nom­men wer­den kann. Die Stadt Meerbusch hat bei dem Abschluss des Mietvertrages vermittelt.

Zentrale Patientensteuerung
Der Kreis hat im Rahmen der Corona-​Pandemie eine Zentrale Patientensteuerung ein­ge­rich­tet. Hierdurch wer­den Patienten in der sta­tio­nä­ren Versorgung der Krankenhäuser im Rhein-​Kreis Neuss so auf die Krankenhäuser, Reha-​Einrichtungen und Pflegeheime ver­teilt, damit eine Überlastung ein­zel­ner Einrichtungen ver­mie­den wird und die Patienten eine gute medi­zi­ni­sche Versorgung erfahren.

Krankenhaus-​Kapazitäten:
Der Landrat hat auf Grundlage der Rückmeldungen aus den Krankenhäusern, die diese dem Rhein-​Kreis Neuss ins­be­son­dere in einer Videokonferenz am 21. März zukom­men lie­ßen, diese ange­wie­sen auf nicht drin­gend not­wen­dige Operationen zu ver­zich­ten und so aus­rei­chende Kapazitäten für die Behandlung von Corona-​Patienten vorzuhalten.

In den Krankenhäusern im Kreisgebiet konn­ten so bis­lang ins­ge­samt 230 Plätze spe­zi­ell für mit dem Coronavirus infi­zierte Patienten ein­ge­rich­tet wer­den. Die Intensiv- und Beatmungsplätze konn­ten ver­dop­pelt wer­den. Umfasst sind hier­bei das Johanna Etienne Krankenhaus, das St. Alexius/​Josef Krankenhaus, das Rheinische Rheumazentrum, die Mauritius Therapie Klinik, die Niederrhein Klinik sowie das Rheinlandklinikum mit den Standorten Neuss (Lukas und Rheintorklinik), Grevenbroich und Dormagen.

Beschaffung von Schutzkleidung:
Der Kreis hat früh­zei­tig mit der zen­tra­len Beschaffung von Schutzkleidung, ins­be­son­dere Masken, Kittel, Brillen und Desinfektionsmittel, begon­nen. Der Bestand wird fort­lau­fend auf­ge­füllt, sofern auf dem Markt Ware ver­füg­bar ist. Hiermit kann die Ausstattung des Rettungsdienstes und der Teststellen sicher­ge­stellt wer­den. Zudem wird in so genann­ter kri­ti­scher Infrastruktur, zum Beispiel häus­li­cher und sta­tio­nä­rer Pflege, bei Einrichtungen der Eingliederungshilfe oder Hebammen in Notfällen unter­stützt. Die Versorgung der nie­der­ge­las­se­nen Ärzte erfolgt über die kas­sen­ärzt­li­che Vereinigung.

Organisatorische Neuaufstellung im Gesundheitsamt
Im Gesundheitsamt des Kreises wurde eine Sonderabteilung zum Thema ‚Covid 19’ ein­ge­rich­tet. Die neue Einheit arbei­tet an sie­ben Tagen in der Woche im Zwei-​Schicht-​Betrieb von 6 – 22 Uhr. In einer Dispositionsstufe wird der Sachverhalt aller Eingänge für die ange­glie­der­ten Fallbehandlungsteams auf­be­rei­tet. Diese über­neh­men dann den direk­ten Kontakt zu den Verdachtsfällen, über­prü­fen und doku­men­tie­ren die Symptome, bewer­ten zum Beispiel, ob ein Test ange­bracht ist, und spre­chen gege­be­nen­falls auch die Anordnung einer häus­li­chen Quarantäne aus. Zudem wer­den alle Infizierten und Personen in Quarantäne regel­mä­ßig aktiv kon­tak­tiert und auf ihre Symptome befragt.

Einrichtung einer Bürger-Hotline:
Zur Beantwortung von wich­ti­gen gesund­heit­li­chen Fragen zum Coronavirus hat der Kreis seit dem 26. Februar unter der Telefonnummer 02181/​601‑7777 eine Hotline geschal­tet. Diese ist mon­tags – frei­tags von 8 – 18 Uhr sowie sams­tags und sonn­tags von 9 – 18 Uhr erreich­bar. Bis zum 30. März wur­den hier ins­ge­samt knapp 10 000 Anrufe angenommen.

Online-​Börse für Unterstützungsdienste und frei­wil­lige Helfer
Um frei­wil­lige Helfer und Einrichtungen, die per­so­nelle Unterstützung benö­ti­gen zusam­men­zu­brin­gen, hat der Rhein-​Kreis Neuss eine Online-​Börse geschaf­fen. Unter rkn​.nrw/​e​h​r​e​n​amt kön­nen sich Freiwillige mel­den, die im Zusammenhang mit Corona unter­stüt­zen möch­ten. Dies kann Hilfe bei Einkäufen, Apothekengängen, oder den Hund aus­füh­ren ebenso sein wie Unterstützung im Krankenhaus oder in Pflegeeinrichtungen. Hierbei wird auch die Qualifikation, unter ande­rem eine mög­li­che medi­zi­ni­sche Vorbildung erfragt, so dass pass­ge­nau ver­mit­telt wer­den kann. Die Daten wer­den dann an Hilfsorganisationen und Einrichtungen wei­ter­ge­ge­ben, die Unterstützung benö­ti­gen. Diese kön­nen sich unter rkn​.nrw/​h​i​l​f​e​s​u​c​h​e​nde melden.

Einkaufshilfe für Menschen unter Quarantäne
Für Menschen, die unter Quarantäne ste­hen und Hilfe im Alltag, ins­be­son­dere bei Einkäufen, benö­ti­gen, hat der Rhein-​Kreis Neuss eine geson­derte Hotline ein­ge­rich­tet. Unter der Telefonnummer 02181/​601‑5738 kön­nen sie sich beim Kreis-​Sozialamt mel­den. Dort wird alles auf­ge­nom­men und an die Aktionspartner Caritas und Diakonie weitergegeben.

Information über Soforthilfe für Unternehmen
Einen Überblick über die Soforthilfen für Unternehmen hat der Rhein-​Kreis Neuss auf sei­ner Homepage unter http://​www​.rhein​-kreis​-neuss​.de/​d​e​/​w​i​r​t​s​c​h​a​f​t​-​a​r​b​e​i​t​/​c​o​r​o​n​a​-​u​n​t​e​r​n​e​h​m​e​n​.​h​tml zusam­men­ge­stellt. Die Übersicht wird stän­dig aktua­li­siert. Zudem wer­den die Unternehmen über den Newsletter der Wirtschaftsförderung über neue Unterstützungsmöglichkeiten infor­miert und kön­nen sich hierzu tele­fo­nisch unter der 02131/​928‑7501 bera­ten lassen.

Bei der Vielzahl an Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus behal­ten wir aber auch die Menschen im Blick, die andere Krankheiten oder Problemlagen haben“, ver­si­chert Landrat Petrauschke.

(461 Ansichten gesamt, 1 Leser heute)