Kreis trifft umfang­rei­che Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus

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Rhein-​Kreis Neuss – Die Ausbreitung des Coronavirus führt aktu­ell zu zahl­rei­chen Einschränkungen im öffent­li­chen Leben. Der Rhein-​Kreis Neuss und der hier ein­ge­rich­tete von Kreisdirektor Dirk Brügge gelei­tete Krisenstab haben dabei seit dem 26. Februar eine Vielzahl an Maßnahmen umge­setzt und vor­be­rei­tet.

Wir reagie­ren dabei nicht nur auf die jet­zige Situation, son­dern tref­fen schon jetzt Vorkehrungen, falls sich die Situation ver­schär­fen sollte und wir mehr schwer Erkrankte haben“, erläu­tert Landrat Hans-​Jürgen Petrauschke. „Ziel aller Maßnahmen ist dabei, den best­mög­li­chen Schutz der Bevölkerung zu gewähr­leis­ten“, so Petrauschke.

Ein Erfolgsfaktor sei dabei das gute Zusammenspiel aller Akteure, ob in der Kreisverwaltung und den Kommunen, den Krankenhäusern, dem Rettungsdienst, den nie­der­ge­las­se­nen Ärzten, den Pflegeeinrichtungen oder Hilfsorganisationen und der Politik. „Für diese tolle Teamleistung danke ich allen Beteiligten. Die bis­lang erziel­ten Ergebnisse kön­nen sich sehen las­sen. Wir dür­fen hier aber nicht nach­las­sen“, macht Petrauschke deut­lich. Denn der Höhepunkt der Infektionen stehe Deutschland nach den Einschätzungen des Robert-​Koch-​Institutes noch bevor.

In den Dank bezieht Petrauschke dabei auch die Menschen im Kreis ein. „Ein Großteil hält sich an die Einschränkungen im öffent­li­chen Leben. Dies ist ent­schei­dend um die Ausbreitung des Coronavirus zu begren­zen“, so der Landrat, der aber appel­liert, sich wei­ter an Verhaltensregeln zu hal­ten:

Verlassen Sie die Wohnung nur, wenn es drin­gend not­wen­dig ist, etwa zum Einkaufen, zum Arztbesuch oder zur Arbeit. Halten Sie auch dort Abstand von zwei Metern zu ande­ren Menschen. Waschen Sie häu­fig die Hände, grei­fen Sie sich nicht ins Gesicht und essen Sie nicht ohne vor­he­ri­ges Händewaschen. Beachten Sie die bekann­ten Hygienemaßnahmen.“

Folgende zen­trale Maßnahmen zur Verringerung der Infektionen mit dem Coronavirus und zur Sicherstellung der Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems sind im Rhein-​Kreis Neuss auch mit star­ker Unterstützung und in Zusammenarbeit mit vie­len ande­ren Akteuren umge­setzt bzw. ein­ge­lei­tet wor­den:

Einrichtung von Teststellen in Neuss und Grevenbroich:
Um Haus- und Kinderärzte sowie Notfallambulanzen zu ent­las­ten hat der Rhein-​Kreis Neuss gemein­sam mit den Städten Neuss und Grevenbroich, der kas­sen­ärzt­li­chen Vereinigung und den nie­der­ge­las­se­nen Ärzten Teststellen in Neuss (seit dem 11. März) und Grevenbroich (seit dem 18. März) ein­ge­rich­tet. Eine durch das Praxisnetzwerk Dormagen betrie­bene Teststelle ist seit dem 22. März in die Teststelle Neuss über­ge­gan­gen.

Das Test-​Verfahren kann nur nach einer Terminvergabe durch das Kreis-​Gesundheitsamt in Anspruch genom­men wer­den. Der Rhein-​Kreis Neuss über­nimmt bei bei­den Teststellen die Terminvergabe und hat diese mit Schutzmasken, ‑kit­teln und Brillen, Desinfektionsmittel sowie IPads für das Terminmanagement aus­ge­stat­tet. Die nie­der­ge­las­se­nen Ärzte stel­len das Personal und wer­den unter­stützt durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes, des Malteser Hilfsdienstes und der Johanniter. Der Rhein-​Kreis Neuss trägt die Kosten für die Unterstützung der Hilfsorganisationen. Die Federführung der nie­der­ge­las­se­nen Ärzte in Neuss hat Dr. Guido Pukies, in Grevenbroich Dr. Geert Buß gemein­sam mit Dr. Peter Stöcker, denen beson­de­rer Dank für ihr Engagement gilt. Die Städte Neuss und Grevenbroich stel­len die Räumlichkeiten sowie das Mobiliar.

Bis heute wur­den in den Teststellen ins­ge­samt 2 091 Abstriche für einen Test auf eine Infizierung mit dem Coronavirus genom­men. Hinzu kom­men Tests in Arztpraxen und in Kliniken. Die Kapazitäten der bei­den Teststellen wur­den inzwi­schen auf ins­ge­samt wöchent­lich etwa 1 300 Testungen erhöht.

Kreisweite Fieber-​Notfallpraxis:
Am 1. April nimmt eine durch den Kreis, die Stadt Neuss, die Kassenärztliche Vereinigung und die nie­der­ge­las­se­nen Hausärzte initi­ierte Fieber-​Notfallpraxis ihren Betrieb auf. Die Leitung über­nimmt der Neusser Lungenfacharzt Dr. Johannes Uerscheln. In der Einrichtung erhal­ten Patienten Klarheit, wie ihre Krankheitssymptome zu bewer­ten sind. Zudem sol­len hier­durch die Haus- und Kinderärzte aber auch die Notfallambulanzen der Krankenhäuser ent­las­tet wer­den. Der Zugang ist nur nach einer vor­he­ri­gen Überweisung durch den Hausarzt mög­lich.

Der Rhein-​Kreis Neuss stellt die Schutzausrüstung und über­nimmt die Kosten für das nicht­ärzt­li­che Personal, die Stadt Neuss wie­derum stellt Räumlichkeiten, Einrichtung, WLAN und Security. Die Kassenärztliche Vereinigung über­nimmt unter ande­rem Teile der Technik, das DRK unter­stützt logis­tisch.

Station im Rheinland Klinikum Grevenbroich zur Unterstützung von Corona-​Patienten:
Auf Initiative des Kreises wurde im Rheinland Klinikum Grevenbroich als Vorsorgemaßnahme eine Station ein­ge­rich­tet, in der Menschen unter­ge­bracht wer­den kön­nen, die unter häus­li­cher Quarantäne ste­hen, nicht auf­grund einer Erkrankung in die Klinik müs­sen, aber in ihrer eige­nen Umgebung auch mit Hilfe der kari­ta­ti­ven Organisationen nicht zurecht­kom­men. Die Zuweisung in die Station erfolgt über das Kreis-​Sozialamt. Das Krankenhaus sorgt für die logis­ti­sche Unterstützung wie Reinigung, Hol- und Bringedienst sowie die Mahlzeiten der Patienten. Der Malteser Hilfsdienst stellt das Personal zur Betreuung der Menschen und orga­ni­siert die Abläufe. Der Kreis finan­ziert die Einrichtung.

Behelfskrankenhaus:
Um für den Fall stark stei­gen­der Patientenzahlen in den Krankenhäusern vor­be­rei­tet zu sein, arbei­tet der Rhein-​Kreis Neuss aktu­ell an der Einrichtung eines Behelfskrankenhauses für bis zu 300 nicht an Coronaviren erkrankte Patienten. Standort die­ses „Behandlungszentrums Rhein-​Kreis Neuss“ soll das Areal Böhler in Meerbusch sein. Die Mietvertragsverhandlungen mit dem Eigentümer sind auf einem guten Weg. Das Krankenhaus soll nur zum Einsatz kom­men, wenn die Möglichkeiten zur sta­tio­nä­ren Versorgung der Patienten im Rhein-​Kreis Neuss über­las­tet sind.

Untergebracht wer­den sol­len hier Patienten, die einer sta­tio­nä­ren Versorgung aber kei­ner inten­si­ven Therapie bedür­fen und die nicht mit dem Coronavirus infi­ziert sind. Der Kreis hat hier die Federführung und trägt die Kosten für die Einrichtung des Krankenhauses. Hierbei wird Mobiliar im Standard der Rheinlandklinikuen gekauft, damit die­ses ggfls. spä­ter durch diese über­nom­men wer­den kann. Die Stadt Meerbusch hat bei dem Abschluss des Mietvertrages ver­mit­telt.

Zentrale Patientensteuerung
Der Kreis hat im Rahmen der Corona-​Pandemie eine Zentrale Patientensteuerung ein­ge­rich­tet. Hierdurch wer­den Patienten in der sta­tio­nä­ren Versorgung der Krankenhäuser im Rhein-​Kreis Neuss so auf die Krankenhäuser, Reha-​Einrichtungen und Pflegeheime ver­teilt, damit eine Überlastung ein­zel­ner Einrichtungen ver­mie­den wird und die Patienten eine gute medi­zi­ni­sche Versorgung erfah­ren.

Krankenhaus-​Kapazitäten:
Der Landrat hat auf Grundlage der Rückmeldungen aus den Krankenhäusern, die diese dem Rhein-​Kreis Neuss ins­be­son­dere in einer Videokonferenz am 21. März zukom­men lie­ßen, diese ange­wie­sen auf nicht drin­gend not­wen­dige Operationen zu ver­zich­ten und so aus­rei­chende Kapazitäten für die Behandlung von Corona-​Patienten vor­zu­hal­ten.

In den Krankenhäusern im Kreisgebiet konn­ten so bis­lang ins­ge­samt 230 Plätze spe­zi­ell für mit dem Coronavirus infi­zierte Patienten ein­ge­rich­tet wer­den. Die Intensiv- und Beatmungsplätze konn­ten ver­dop­pelt wer­den. Umfasst sind hier­bei das Johanna Etienne Krankenhaus, das St. Alexius/​Josef Krankenhaus, das Rheinische Rheumazentrum, die Mauritius Therapie Klinik, die Niederrhein Klinik sowie das Rheinlandklinikum mit den Standorten Neuss (Lukas und Rheintorklinik), Grevenbroich und Dormagen.

Beschaffung von Schutzkleidung:
Der Kreis hat früh­zei­tig mit der zen­tra­len Beschaffung von Schutzkleidung, ins­be­son­dere Masken, Kittel, Brillen und Desinfektionsmittel, begon­nen. Der Bestand wird fort­lau­fend auf­ge­füllt, sofern auf dem Markt Ware ver­füg­bar ist. Hiermit kann die Ausstattung des Rettungsdienstes und der Teststellen sicher­ge­stellt wer­den. Zudem wird in so genann­ter kri­ti­scher Infrastruktur, zum Beispiel häus­li­cher und sta­tio­nä­rer Pflege, bei Einrichtungen der Eingliederungshilfe oder Hebammen in Notfällen unter­stützt. Die Versorgung der nie­der­ge­las­se­nen Ärzte erfolgt über die kas­sen­ärzt­li­che Vereinigung.

Organisatorische Neuaufstellung im Gesundheitsamt
Im Gesundheitsamt des Kreises wurde eine Sonderabteilung zum Thema ‚Covid 19’ ein­ge­rich­tet. Die neue Einheit arbei­tet an sie­ben Tagen in der Woche im Zwei-​Schicht-​Betrieb von 6 – 22 Uhr. In einer Dispositionsstufe wird der Sachverhalt aller Eingänge für die ange­glie­der­ten Fallbehandlungsteams auf­be­rei­tet. Diese über­neh­men dann den direk­ten Kontakt zu den Verdachtsfällen, über­prü­fen und doku­men­tie­ren die Symptome, bewer­ten zum Beispiel, ob ein Test ange­bracht ist, und spre­chen gege­be­nen­falls auch die Anordnung einer häus­li­chen Quarantäne aus. Zudem wer­den alle Infizierten und Personen in Quarantäne regel­mä­ßig aktiv kon­tak­tiert und auf ihre Symptome befragt.

Einrichtung einer Bürger-​Hotline:
Zur Beantwortung von wich­ti­gen gesund­heit­li­chen Fragen zum Coronavirus hat der Kreis seit dem 26. Februar unter der Telefonnummer 02181/​601‑7777 eine Hotline geschal­tet. Diese ist mon­tags – frei­tags von 8 – 18 Uhr sowie sams­tags und sonn­tags von 9 – 18 Uhr erreich­bar. Bis zum 30. März wur­den hier ins­ge­samt knapp 10 000 Anrufe ange­nom­men.

Online-​Börse für Unterstützungsdienste und frei­wil­lige Helfer
Um frei­wil­lige Helfer und Einrichtungen, die per­so­nelle Unterstützung benö­ti­gen zusam­men­zu­brin­gen, hat der Rhein-​Kreis Neuss eine Online-​Börse geschaf­fen. Unter rkn​.nrw/​e​h​r​e​n​amt kön­nen sich Freiwillige mel­den, die im Zusammenhang mit Corona unter­stüt­zen möch­ten. Dies kann Hilfe bei Einkäufen, Apothekengängen, oder den Hund aus­füh­ren ebenso sein wie Unterstützung im Krankenhaus oder in Pflegeeinrichtungen. Hierbei wird auch die Qualifikation, unter ande­rem eine mög­li­che medi­zi­ni­sche Vorbildung erfragt, so dass pass­ge­nau ver­mit­telt wer­den kann. Die Daten wer­den dann an Hilfsorganisationen und Einrichtungen wei­ter­ge­ge­ben, die Unterstützung benö­ti­gen. Diese kön­nen sich unter rkn​.nrw/​h​i​l​f​e​s​u​c​h​e​nde mel­den.

Einkaufshilfe für Menschen unter Quarantäne
Für Menschen, die unter Quarantäne ste­hen und Hilfe im Alltag, ins­be­son­dere bei Einkäufen, benö­ti­gen, hat der Rhein-​Kreis Neuss eine geson­derte Hotline ein­ge­rich­tet. Unter der Telefonnummer 02181/​601‑5738 kön­nen sie sich beim Kreis-​Sozialamt mel­den. Dort wird alles auf­ge­nom­men und an die Aktionspartner Caritas und Diakonie wei­ter­ge­ge­ben.

Information über Soforthilfe für Unternehmen
Einen Überblick über die Soforthilfen für Unternehmen hat der Rhein-​Kreis Neuss auf sei­ner Homepage unter http://​www​.rhein​-kreis​-neuss​.de/​d​e​/​w​i​r​t​s​c​h​a​f​t​-​a​r​b​e​i​t​/​c​o​r​o​n​a​-​u​n​t​e​r​n​e​h​m​e​n​.​h​tml zusam­men­ge­stellt. Die Übersicht wird stän­dig aktua­li­siert. Zudem wer­den die Unternehmen über den Newsletter der Wirtschaftsförderung über neue Unterstützungsmöglichkeiten infor­miert und kön­nen sich hierzu tele­fo­nisch unter der 02131/​928‑7501 bera­ten las­sen.

Bei der Vielzahl an Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus behal­ten wir aber auch die Menschen im Blick, die andere Krankheiten oder Problemlagen haben“, ver­si­chert Landrat Petrauschke.

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