ifo Institut: Corona wird Deutschland Hunderte von Milliarden Euro kosten

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Robert Schilken, Herausgeber



Klartext​.NRW – (ifo​.de) Das Coronavirus wird Deutschlands Wirtschaft Hunderte von Milliarden Euro Produktionsausfälle besche­ren, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit in die Höhe schie­ßen las­sen und den Staatshaushalt erheb­lich belasten. 

Das haben aktu­elle Berechnungen des ifo Instituts erge­ben. „Die Kosten wer­den vor­aus­sicht­lich alles über­stei­gen, was aus Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen der letz­ten Jahrzehnte in Deutschland bekannt ist“, sagt ifo-​Präsident Clemens Fuest. „Je nach Szenario schrumpft die Wirtschaft um 7,2 bis 20,6 Prozentpunkte. Das ent­spricht Kosten von 255 bis 729 Milliarden Euro.“

Es lohnt sich daher, quasi jeden denk­ba­ren Betrag für gesund­heits­po­li­ti­sche Maßnahmen ein­zu­set­zen. Ziel muss es sein, die Teilschließung der Wirtschaft zu ver­kür­zen, ohne die Bekämpfung der Epidemie zu beein­träch­ti­gen“, sagt Fuest.

Strategien sind erfor­der­lich, die es erlau­ben, eine Wiederaufnahme der Produktion mit einer wei­te­ren Eindämmung der Epidemie zu verbinden.“

Wenn die Wirtschaft zwei Monate lang teil­weise still­steht, ent­ste­hen Kosten je nach Szenario zwi­schen 255 und 495 Milliarden Euro. Die Wirtschaftsleistung schrumpft dann im Jahr um 7,2 bis 11,2 Prozentpunkte“, sagt Fuest. Unterstellt ist dabei im bes­ten Szenario, dass die Wirtschaftsleistung für zwei Monate auf 59,6 Prozent zurück­geht, sich im drit­ten Monat wie­der auf 79,8 Prozent erholt und schließ­lich im vier­ten Monat wie­der 100 Prozent erreicht. „Bei drei Monaten Teilschließung errei­chen die Kosten bereits 354 bis 729 Milliarden Euro, das sind 10,0 bis 20,6 Prozentpunkte Wachstumsverlust“, sagt Fuest.

Eine ein­zige Woche Verlängerung der Teilschließung ver­ur­sacht den ifo-​Berechnungen zufolge zusätz­li­che Kosten von 25 bis 57 Milliarden Euro und damit einen Rückgang des Wachstums um 0,7 bis 1,6 Prozentpunkte. Eine Verlängerung von einem auf zwei Monate erhöht die Kosten bis zu 230 Milliarden Euro oder 6,5 Prozentpunkte Wachstum.

Auch am Arbeitsmarkt kommt es durch die Krise zu mas­si­ven Verwerfungen. Diese stel­len die Zustände auf dem Höhepunkt der Finanzkrise in den Schatten“, sagt Fuest. In den vom ifo betrach­te­ten Szenarien könn­ten bis zu 1,8 Millionen sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tige Arbeitsplätze (oder 1,4 Millionen Vollzeitjobs) abge­baut wer­den und mehr als sechs Millionen Arbeitnehmer von Kurzarbeit betrof­fen sein.

Ohne Berücksichtigung der umfang­rei­chen geplan­ten Bürgschaften und Kredite sowie even­tu­el­ler euro­päi­scher Rettungsschirme wer­den die öffent­li­chen Haushalte um bis zu 200 Milliarden Euro belas­tet. „Für eine gesamt­wirt­schaft­li­che Stabilisierung sind die Mindereinnahmen bei den Steuern und Mehrausgaben ins­be­son­dere für Transfers aber erwünscht und not­wen­dig“, sagt Fuest.

Die volks­wirt­schaft­li­chen Kosten des Corona-​Shutdown für Deutschland: Eine Szenarienrechnung

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