Krisenstab des Kreises uner­müd­lich im Einsatz – Landrat: „Höchstmöglicher Schutz der Bevölkerung ist unsere zen­trale Aufgabe”

Ihre Unterstützung zählt!

Geschätzter Leser, Sie finden die Veröffentlichungen hier interessant und nützlich? Das ist erfreulich!

Wenn nur 10% der Leser regelmäßig 20 Cent pro Tag zahlen, können davon die laufenden Betriebskosten gedeckt, die Berichterstattung ausgeweitet sowie ggf. zusätzliche Redakteure beschäftigt werden.

Sie können Ihre Zuwendung über z. B. "PayPal" oder per Banküberweisung tätigen. Gerne nenne ich Ihnen die Bankverbindung. Bitte fragen Sie nach. Weitere Informationen finden Sie hier.

Danke
Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Ob SARS im Jahr 2003, die Vogelgrippe 2006 oder die Schweinegrippe von 2009 – das Krisenmanagement auf Kreisebene hat schon man­che Herausforderung gestemmt. 

Eine pan­de­mi­sche Erkrankungswelle vom Ausmaß der Corona-​Krise ist in Deutschland für die Stabsarbeit im Katastrophenschutz jedoch völ­lig neu. „Der höchst­mög­li­che Schutz der Kreisbevölkerung ist auch jetzt unsere zen­trale Aufgabe”, erklärt Landrat Hans-​Jürgen Petrauschke. Dafür ist der Krisenstab des Rhein-​Kreises Neuss unter der Leitung von Kreisdirektor Dirk Brügge seit dem 26. Februar uner­müd­lich im Einsatz – auch am Wochenende. Ziel ist es wei­ter, auf alle Entwicklungen vor­be­rei­tet zu sein.

Im Rhein-​Kreis Neuss ver­fü­gen wir vom Grundsatz her über eine aus­ge­zeich­nete Infrastruktur, mit der wir auch außer­ge­wöhn­li­che Situationen meis­tern kön­nen”, betont Landrat Petrauschke. Jetzt seien aber alle gefor­dert, Verantwortung für sich und die Gemeinschaft zu über­neh­men durch eine klare Einschränkung sozia­ler Kontakte in allen Bereichen. „Wenn das jetzt nicht geschieht, wird eine Ausgangssperre unver­meid­lich. Denn nur so kann die Corona-​Ausbreitung ver­rin­gert und hof­fent­lich auch gestoppt wer­den”, fin­det der Landrat deut­li­che Worte.

Zur Verringerung der eige­nen Infektionsgefahr sind die Krisenstabsmitglieder des Kreises daher auch vom Keller des Kreishochhauses in Grevenbroich in den gro­ßen Sitzungssaal des Kreistags umge­zo­gen, wo ein grö­ße­rer Abstand von­ein­an­der mög­lich ist. Dauerhaft ver­tre­ten sind in dem Sonderstab des Kreises das Amt für Sicherheit und Ordnung, das Gesundheitsamt, das Schulamt, das Jugendamt, das Sozialamt, das Personalamt, die Controlling-​Abteilung, die Kommunalaufsicht, die Pressestelle und alle Dezernenten der Kreisverwaltung.

Ständige Mitglieder sind zudem der Ärztliche Leiter Rettungsdienst, der Kreisbrandmeister und die Kreisleitstelle. In der aktu­el­len Lage ist das Kreisverbindungskommando der Bundeswehr hin­zu­ge­kom­men. Je nach Bedarf wer­den wei­tere externe Experten ein­ge­bun­den, zum Beispiel aus den Kommunen, den Krankenhäusern oder der Polizei.

Der Krisenstab des Kreises kon­zen­triert seine Arbeit aktu­ell dar­auf, auf den hohen Anstieg – gerade im Bereich der zu erwar­ten­den schwe­ren Verläufe – vor­be­rei­tet zu sein. Zudem ist es wei­ter wich­tig, die Anstiegskurve so flach wie mög­lich zu hal­ten, um ins­be­son­dere in den Krankenhäusern die Kapazitätsgrenze mög­lichst nicht zu über­schrei­ten”, berich­tet Stabsleiter Brügge. So habe der Kreis sein Gesundheitsamt inzwi­schen per­so­nell und orga­ni­sa­to­risch ver­stärkt. Der „Ermittlungsdienst Covid-​19” ist dort jetzt fes­ter Teil eines drei­ge­teil­ten Systems, zu dem auch die Corona-​Hotline des Kreises und das Team zur Terminvergabe für die Test-​Stellen im Kreis gehö­ren, von denen der Kreis den Aufbau der Abstrich-​Stellen in Neuss und Grevenbroich unter­stützt hat und auch den Betrieb unterstützt.

Der Kreis küm­mert sich auch um die Menschen, die in Quarantäne sind. Die Mitarbeiter des Kreisgesundheitsamtes hal­ten zu allen Betroffenen täg­lich tele­fo­ni­schen Kontakt und erfra­gen dabei den gesund­heit­li­chen Zustand und den erfor­der­li­chen Unterstützungsbedarf. Wer nicht durch Freunde, Nachbarn oder Verwandte ver­sorgt wer­den kann, erhält zum Beispiel Beistand durch die Organisation von Einkaufshilfen über das Kreissozialamt (Telefon 02181/​601‑5738).

Ganz wich­tig ist auch das Thema Information. Denn die Verunsicherung der Menschen ist groß”, erklärt Brügge wei­ter. Das zeig­ten die der­zeit täg­lich rund 800 beant­wor­te­ten Anrufe bei der schon zu Beginn der Corona-​Krise ein­ge­rich­te­ten Kreis-​Hotline mit der Rufnummer 02181/​601‑7777. Zur Information von unter Quarantäne gestell­ten Bürgern hat der Kreis auch eine Infobroschüre her­aus­ge­ge­ben. Sie wird den Betroffenen per Mail und in Papierform zur Verfügung gestellt; sie liegt auch in den Teststellen im Kreisgebiet aus.

Um den Menschen eine erste Selbsteinschätzung dar­über zu ermög­li­chen, ob jemand als begrün­de­ter Verdachtsfall gezählt wird und wel­che Maßnahmen not­wen­dig sind, hat die Kreisverwaltung zudem eine Online-​Selbsteinschätzung ent­wi­ckelt, die unter www​.rhein​-kreis​-neuss​.de/​c​o​r​ona zu fin­den ist.

Gemeinsam mit allen Krankenhäusern im Kreis ist bereits eine Notfallplanung erar­bei­tet, um im Extrem-​Fall über grö­ßere Kapazitäten für Intensiv-​Patienten zu ver­fü­gen. Zudem wurde eine Liste mit Einrichtungen erstellt, die im Bedarfsfall als Unterkunft ein­ge­rich­tet wer­den kön­nen. Der Rettungsdienst wurde im Bereich Krankentransport mit Unterstützung der Hilfsorganisationen verstärkt.

Der Krisenstab des Kreises, so Landrat Petrauschke, tage seit gut drei Wochen täg­lich und habe die aktu­elle Lage im Griff. Darüber hin­aus seien in der Verwaltung und im Gesundheitswesen zahl­rei­che Menschen uner­müd­lich im Einsatz – von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Kreis-​Gesundheitsamt sowie in den Kommunen über das medi­zi­ni­sche Personal in den Arztpraxen und Krankenhäusern bis hin zu den Einsatzkräften im Rettungswesen. „Sie alle zei­gen vor­bild­li­chen Einsatz und dafür gilt ihnen allen schon jetzt unser Dank”, so Petrauschke. Dies gelte auch für alle, die die Grundversorgung der Bevölkerung, etwa mit Lebensmitteln, sicherstellen.

Ich rufe noch­mals drin­gend auf: Es hängt jetzt von jedem ein­zel­nen ab, dass Corona nicht zur Katastrophe wird. Verlassen Sie die Wohnung nur, wenn es drin­gend not­wen­dig ist, etwa zum Einkaufen, zum Arztbesuch oder zur Arbeit. Halten Sie auch dort Abstand von zwei Metern zu ande­ren Menschen. Waschen Sie häu­fig die Hände, grei­fen Sie sich nicht ins Gesicht und essen Sie nicht ohne vor­he­ri­ges Händewaschen.

Beachten Sie die bekann­ten Hygienemaßnahmen. Nur so kön­nen wir errei­chen, dass sich das Virus nicht wie bis­her ver­brei­tet. Ich habe kei­ner­lei Verständnis dafür, dass sich heute noch Gruppen zum Feiern ver­sam­meln und die im Interesse der Allgemeinheit drin­gend not­wen­dige Zurückhaltung fehlt.”

(132 Ansichten gesamt, 1 Leser heute)