Corona-​Krise: Paritätischer warnt vor Welle der Insolvenzen im sozia­len Sektor

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Robert Schilken, Herausgeber



Klartext​.NRW – Angesichts der Corona-​Pandemie for­dert der Paritätische Wohlfahrtsverband sofor­tige und umfas­sende Finanzhilfen für gemein­nüt­zige Einrichtungen und Anbieter sozia­ler Dienstleistungen. 

Der Verband warnt davor, dass in rela­tiv kur­zer Zeit eine Welle von Insolvenzen den gemein­nüt­zi­gen Sektor erfas­sen könnte, wenn nicht früh­zei­tig staat­li­che Hilfen gewährt werden.

Der Verband weist dar­auf hin, dass gemein­nüt­zige Träger anders als kom­mer­zi­elle Anbieter kaum Risikorücklagen bil­den dür­fen. „Alles, was her­ein­kommt, muss auch wie­der für den guten Zweck aus­ge­ge­ben wer­den. Auf mög­li­cher­weise län­gere Schließungen oder Ausfallzeiten kön­nen gemein­nüt­zige Einrichtungen struk­tu­rell nicht vor­be­rei­tet sein.

Kredite sind daher in vie­len Fällen kein geeig­ne­tes Instrument zur Unterstützung, da sie letzt­lich zu einer Überschuldung und damit eben­falls zum Konkurs der Einrichtungen füh­ren kön­nen“, so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands.

Betroffen sei das gesamte Spektrum sozia­ler Arbeit: Werkstätten für Menschen mit Behinderung, die nicht mehr arbei­ten dür­fen, Kindergärten, die geschlos­sen blei­ben, Beratungsstellen aller Art, Rehabilitationseinrichtungen wie etwa Kur- und Erholungseinrichtungen bis hin zu Jugendzentren, Altenclubs, Begegnungsstätten und sogar Pflegeeinrichtungen.

Der Paritätische for­dert, dass grund­sätz­lich die öffent­li­che Finanzierung für die Einrichtungen und Dienste in den nächs­ten Wochen wei­ter­lau­fen muss, unab­hän­gig von Ausfällen oder tem­po­rä­ren Schließungen. „Wenn jetzt nicht gegen­ge­steu­ert wird, wird gewach­sene soziale Infrastruktur zer­stört. Dann könnte in einem Monat viel­leicht der Coronavirus weg sein, aber mit ihm gleich auch der Kindergarten oder die Behinderteneinrichtung“, warnt Schneider.

Es gehe um die Aufrechterhaltung der sozia­len Daseinsvorsorge. „Wir brau­chen jetzt mutige und wirk­same poli­ti­sche Entscheidungen im Bund und in den Ländern.“

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