Coronavirus: Erster bestä­tig­ter Infektionsfall in Dormagen – Weitere Einschränkungen des öffent­li­chen Lebens

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Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen – Das Gesundheitsamt des Rhein-​Kreises Neuss mel­det den ers­ten bestä­tig­ten Coronavirus-​Infektionsfall in Dormagen. Die Stadt Dormagen hat in den zurück­lie­gen­den Tagen bereits umfang­rei­che Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung getroffen. 

Heute wur­den wei­tere erheb­li­che Einschränkungen beschlos­sen. „Wir gehen noch einen Schritt wei­ter, um die Infektionsketten so gut es geht ein­zu­däm­men“, sagt Bürgermeister Erik Lierenfeld. „Wir müs­sen Zeit gewin­nen. Das bedeu­tet noch inten­si­vere Einschnitte im täg­li­chen Leben. Ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger darum, ver­ant­wort­lich zu handeln:

Bleiben Sie zu Hause! Halten Sie Abstand und ver­zich­ten Sie auf alle sozia­len Interaktionen, die nicht unbe­dingt erfor­der­lich sind!“

Der öffent­li­che Personennahverkehr wird redu­ziert. Schulbusse fah­ren ab Mittwoch gar nicht mehr. Der Gesamtfahrplan wird ab Montag, 23. März, auf den WE-​Plan umge­stellt, das bedeu­tet: Der Stadtbus fährt im 30-​Minuten-​Takt. Der Nachtexpress fährt nur noch bis 24 Uhr.

Senioreneinrichtungen und Begegnungszentren wer­den ab sofort geschlos­sen. Trauungen sol­len – wenn mög­lich – ver­scho­ben wer­den. Einstweilen fin­den noch Hochzeiten statt, an denen aber höchs­tens zehn Personen teil­neh­men dür­fen und bei denen genü­gend Abstand zu hal­ten ist.

Die Tourist-​Info in Zons ist geschlos­sen, alle Führungen durch Zons wer­den abge­sagt. Der städ­ti­sche Mängelmelder wird nur noch bear­bei­tet, soweit die gemel­de­ten Mängel eine unmit­tel­bare Gefahr dar­stel­len. Auch Trauerhallen blei­ben ab sofort geschlos­sen. Urnenbeisetzungen auf den städ­ti­schen Friedhöfen wer­den ab nächs­ter Woche nur noch ohne Angehörige durchgeführt.

Ehrungsbesuche bei Alters- und Ehejubilaren wer­den eben­falls aus­ge­setzt. „Natürlich wer­den auch alle wei­te­ren am Sonntag von der Landesregierung beschlos­se­nen Regelungen umge­setzt“, betonte Lierenfeld. Noch am Sonntag wur­den durch Erlass des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales nahezu alle Freizeit‑, Sport‑, Unterhaltungs- und Bildungsangebote im Land ein­ge­stellt. So müs­sen bereits ab Montag alle so genann­ten „Amüsierbetriebe“ wie zum Beispiel Bars, Clubs, Diskotheken, Spielhallen, Theater, Kinos, Museen schlie­ßen. Eine glei­che Regelung ergeht für Prostitutionsbetriebe.

Ab Dienstag ist dann auch der Betrieb von Fitness-​Studios, Schwimm- und Spaßbädern sowie Saunen unter­sagt. Ebenso ab Dienstag sind Zusammenkünfte in Sportvereinen und sons­ti­gen Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie die Wahrnehmung von Angeboten in Volkshochschulen, Musikschulen und sons­ti­gen öffent­li­chen und pri­va­ten Bildungseinrichtungen im außer­schu­li­schen Bereich nicht mehr gestat­tet. Der Zutritt zu Einrichtungshäusern und Einkaufszentren soll nur zur Deckung des drin­gen­den Bedarfs unter stren­gen Auflagen erlaubt sein – nicht zuletzt auch um zu ver­mei­den, dass sich Schülerinnen und Schüler nach den Schulschließungen ab Montag hier in grö­ße­ren Gruppen versammeln.

Die Schließungen und Auflagen sol­len unab­hän­gig von der jewei­li­gen Trägerschaft oder von den Eigentumsverhältnissen gel­ten. Die Umsetzung die­ser von der Landesregierung ver­füg­ten Schließungen werde selbst­ver­ständ­lich durch städ­ti­sche Mitarbeiter beglei­tet und kon­trol­liert, wie Lierenfeld ankün­digte. Die Stadt behält sich wei­ter­ge­hende Maßnahmen aus­drück­lich vor:

Ich appel­liere an die Vernunft jedes Einzelnen, sich so zu ver­hal­ten, dass andere, ins­be­son­dere ältere und vor­er­krankte Mitmenschen, kei­ner unnö­ti­gen Gefahr aus­ge­setzt wer­den“, erklärt Bürgermeister Lierenfeld: „Wenn ich aber sehe, dass Spielplätze völ­lig über­füllt sind und sich die Menschen dicht an dicht durch den Tannenbusch schie­ben, dann wer­den wir auch diese Orte schließen.“

Lob und Dank rich­tet Lierenfeld an all jene, die sich bereits als Helfer ange­bo­ten haben. „Wir haben am Wochenende über die Bürger-​Hotline bereits viele Hilfsangebote erhal­ten – zum Beispiel was die Erledigung von Einkäufen für ältere Mitmenschen angeht. Das ver­su­chen wir jetzt so zu koor­di­nie­ren, dass mög­lichst viele davon pro­fi­tie­ren“, so der Bürgermeister.

Im Übrigen seien „Hamsterkäufe“ wei­ter­hin unan­ge­bracht: „Die Lebensmittelversorgung ist sicher­ge­stellt, des­halb müs­sen die Regale nicht leer­ge­kauft wer­den. Andere wol­len ja auch noch einkaufen.“

Alle aktu­el­len Informationen zum Thema Coronavirus gibt es im Internet unter www.dormagen.de/coronavirus<http://www.dormagen.de/coronavirus> oder tele­fo­nisch über die Bürger-​Hotline der Stadt Dormagen (02133 257 555, täg­lich von 8 bis 18 Uhr). Bürgermeister Erik Lierenfeld steht am heu­ti­gen Montag, 16. März, ab 15 Uhr bei Facebook-​Live für Fragen der Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung.

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