Sofortmaßnahmen zur Eindämmung des Corona-​Virus wei­ter verschärft

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Robert Schilken, Herausgeber



Meerbusch – Nach einer Konferenz mit den Bürgermeistern aus dem Rhein-​Kreis Neuss und Landrat Hans-​Jürgen Petrauschke hat Bürgermeisterin Angelika Mielke-​Westerlage am Samstag (14. März) die Sofortmaßnahmen zur Eindämmung des Corona-​Virus wei­ter verschärft. 

Mit sofor­ti­ger Wirkung – und zunächst befris­tet bis 19. April – wer­den das Theater Am Wasserturm, die Sporthallen und ‑anla­gen, das „Meerbad” und die Stadtbibliothek geschlos­sen. Veranstaltungen mit städ­ti­scher Beteiligung wur­den abge­sagt. VHS-​Kurse und Musikschulunterricht wer­den bis auf wei­te­res ver­scho­ben. Der Baby-​Besuchsdienst des Jugendamtes wird ein­ge­stellt, der Abenteuerspielplatz schließt.

Zahl der Infizierten steigt schnell
Die Zahl der Infizierten ist in Deutschland inner­halb einer Woche (6. bis 13. März) von 534 auf 2.369 gestie­gen. „Damit unser Gesundheitssystem nicht kol­la­biert, müs­sen die Ausbreitung des Virus ver­lang­samt und ins­be­son­dere ältere Menschen und Personen mit chro­ni­schen Erkrankungen, bei denen die Krankheitsverläufe inder Regel beson­ders pro­ble­ma­tisch sind, vor Ansteckung geschützt wer­den”, so Mielke-​Westerlage. Die schnell wach­sende Zahl der Infektionen sei ein Alarmzeichen. „Die Dynamik des Anstiegs macht deut­lich, dass wir nicht sorg­los sein dür­fen und uns selbst, aber auch unsere Mitmenschen vor Ansteckung schüt­zen müs­sen – aller­dings ohne in Hysterie und Panik zu verfallen.”

Nur noch Bürgerbüro in Büderich geöffnet
Der publi­kums­in­ten­sivste Bereich der Stadtverwaltung sind die Bürgerbüros. Auch hier gibt es jetzt kon­krete Änderungen: Die Bürgerbüros in Osterath und Lank (mon­tags publi­kums­frei) arbei­ten ab Dienstag hin­ter ver­schlos­se­nen Türen wei­ter. Der Besuch im Bürgerbüro am Dr.-Franz-Schütz-Platz ist – wie bereits am Freitag ver­kün­det – nur noch nach Terminvergabe mög­lich. Gleiches gilt für das Standesamt. Die Gästezahl bei Trauungen soll mög­lichst gering gehal­ten werden.

Auch wer bei der Volkshochschule und bei der Bauaufsicht im Technischen Dezernat der Stadtverwaltung etwas zu erle­di­gen hat, muss jetzt vorab einen Termin ver­ein­ba­ren. „Ich bitte unsere Bürgerinnen und Bürger nach­drück­lich, sich jetzt nur noch in sehr drin­gen­den Fällen an unsere Dienststellen zu wen­den”, so Mielke-​Westerlage. Die getrof­fe­nen Einschränkungen seien auch zum Schutz der Mitarbeiter unerlässlich.

Verwaltungsmitarbeiter infi­ziert
Zusätzlichen Handlungsbedarf im Rathaus löste am Samstag die Meldung aus, dass unter den aktu­ell neun infi­zier­ten Personen in Meerbusch nun auch ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung ist. Der Mann hatte nach der Rückkehr aus sei­nem Urlaub von der Infektion eines Mitreisenden erfah­ren. Er wurde sofort vom Dienst frei gestellt und inzwi­schen posi­tiv getes­tet, zeigt aber nur geringe Krankheitssymptome. Drei Kollegen, die enger mit dem Betroffenen zusam­men­ge­ar­bei­tet haben, blei­ben bis auf wei­te­res eben­falls zu Hause. Es geht ihnen gut, sie haben keine Symptome.

Wichtige Infos für Eltern
Ministerpräsident Armin Laschet hatte am ver­gan­ge­nen Freitag die Entscheidung der Landesregierung bekannt­ge­ge­ben, dass ab dem 16. März zunächst befris­tet bis zum 19. April Kindertagesstätten nicht mehr betre­ten wer­den dür­fen. Das glei­che gilt für die Tagespflege. Ausnahmen gibt es laut Landeserlass nur, wenn beide Elternteile in so genann­ten sys­tem­re­le­van­ten Berufsgruppen arbei­ten. Dazu gehö­ren die Bereiche

  • Gesundheit (u. a. Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Uternehmen für Medizinprodukte, Arztpraxen)
  • Versorgung (Energie, Wasser, Lebensmittel, Arzneien)
  • Justiz,
  • Polizei und Feuerwehr.
  • Hinzu kom­men Erzieherinnen und Erzieher
  • sowie Lehrerinnen und Lehrer.

Eine ent­spre­chende Bescheinigung des Arbeitgebers muss vor­ge­legt werden.

Ebenfalls ab dem 16. März bis zum Ende der Osterschulferien hat die Landesregierung den Unterrichtsbetrieb an den Schulen ein­ge­stellt. Damit Eltern Gelegenheit haben, sich auf diese Situation ein­zu­stel­len, kön­nen sie bis ein­schließ­lich Dienstag, 17. März, aus eige­ner Entscheidung ihre Kinder zur Schule schi­cken. Die Schulen stel­len an bei­den Tagen wäh­rend der übli­chen Unterrichtszeit sowie zusätz­lich für Kinder im Offenen Ganztag not­falls eine Betreuung sicher.

Auch diese Regelung gilt – wie bei den Kitas – nur im Ausnahmefall. „Nur für Kinder der Klassen 1 bis 6, von denen beide Elternteile in den bekann­ten sys­tem­re­le­van­ten Berufsgruppen arbei­ten, wird wäh­rend der Zeit des Untrrichtsausfalls ein Betreuungsangebot vor­be­rei­tet”, erklärt Mielke-​Westerlage. Alle Einzelheiten regelt ein Erlass des NRW-​Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales, der am Samstagmorgen im Rathaus ein­ging. Über alle jetzt ver­bind­li­chen Regelungen hat die Stadtverwaltung alle Schulen und Kita-​Träger am Freitag und Samstag sofort informiert.

Ich habe gro­ßes Verständnis für die Sorgen der Eltern, die mit den stren­gen Maßnahmen vor erheb­li­che Probleme bei der Organisation ihres Alltags gestellt wer­den”, so die Bürgermeisterin. „Vordringlichstes Ziel aber ist es, die Zahl der Kinder in den Kitas und Schulen auf das geringste Maß zu beschrän­ken, um Ansteckungsgefahren wei­ter einzudämmen.”

Flexible Arbeitszeitregelungen in der Verwaltung
Die Stadtverwaltung selbst hat inzwi­schen auch für ihre eige­nen Mitarbeiter fle­xi­blere Gleitzeitregelungen ein­ge­führt, die es auch Eltern mit Kindern erleich­tern, den Dienst mit den fami­liä­ren Verpflichtungen zu ver­ein­ba­ren. Für Kolleginnen und Kollegen mit kri­ti­schen Vorerkankungen gibt es die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbei­ten. Wer aus dem Urlaub in pro­ble­ma­ti­schen Ländern zurück­kehrt, soll zwei Wochen zu Hause blei­ben. „Wir hof­fen, das auch andere Arbeitgeber ihren Leuten ent­ge­gen­kom­men und ihren Leuten mit­ar­bei­ter­freund­li­che Lösungen anbie­ten wer­den”, so Mielke-Westerlage.

Anfang nächs­ter Woche kom­men die Bürgermeister des Rhein-​Kreises mit Landrat Petrauschke und den Leitern der Ordnungsämter, der Jugendämter und der Schulverwaltungsämter zusam­men, um das wei­tere Vorgehen abzustimmen.

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