Mehr Geld für 3.100 Bauarbeiter im Rhein-​Kreis Neuss gefordert

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Robert Schilken, Herausgeber



Klartext​.NRW – Volle Auftragsbücher, Rekordumsätze, lan­ges Warten auf Handwerker – die Baubranche boomt: Davon sol­len jetzt auch die rund 3.100 Bauarbeiter im Rhein-​Kreis Neuss profitieren. 

Für sie for­dert die IG Bauen-​Agrar-​Umwelt (IG BAU) in der anste­hen­den Tarifrunde ein Lohn-​Plus von 6,8 Prozent – min­des­tens aber 230 Euro mehr im Monat. Für Azubis soll es 100 Euro mehr pro Monat geben. Außerdem ver­langt die IG BAU, dass lange Fahrzeiten zur Baustelle bezahlt wer­den. Die Verhandlungen zwi­schen Gewerkschaft und Arbeitgebern begin­nen am 19. März in Berlin.

Maurer, Zimmerleute und Fliesenleger sind extrem gefragt. Gerade im Wohnungsbau ver­schärft sich der Mangel an Fachkräften. Aber die bekommt man nur, wenn die Arbeit auf dem Bau attrak­ti­ver wird“, sagt Uwe Orlob, stell­ver­tre­ten­der Bezirksvorsitzender der IG BAU Düsseldorf. Große Baufirmen, aber auch viele kleine Handwerksbetriebe in der Region stün­den wirt­schaft­lich so gut da wie seit Jahren nicht mehr. „Wer heute nicht in bes­sere Löhne und Arbeitsbedingungen inves­tiert, hat viel­leicht mor­gen keine Facharbeiter mehr“, betont Orlob.

Ein ent­schei­den­der Punkt sei hier die Bezahlung der Pendelei: „Bauarbeiter ver­brin­gen teils meh­rere Stunden am Tag im Auto, um zur Baustelle und zurück zu kom­men. Das ist ver­lo­rene Lebenszeit. Dabei wech­seln die Baustellen stän­dig. Bauleute kön­nen sich – anders als die meis­ten Pendler – vor­her nicht auf den nächs­ten Einsatzort ein­stel­len“, sagt Carsten Burckhardt, der für die IG BAU die Verhandlungen führt. In der Tarifrunde will die Gewerkschaft des­halb erst­mals eine gene­relle Entschädigung der soge­nann­ten Wegezeiten durchsetzen.

Die IG BAU Düsseldorf sieht gro­ßes Potential für ein „kräf­ti­ges Lohn-​Plus“: Nach Angaben des Statistischen Bundesamts erreich­ten die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe im ver­gan­ge­nen Jahr mit 86 Milliarden Euro den höchs­ten jemals gemes­se­nen Wert. In einem aktu­el­len Konjunkturbericht spricht die Bundesbank von einer „außer­or­dent­lich guten Auftragslage“, mit der Bauunternehmen ihre „Margen beträcht­lich aus­ge­wei­tet“ hät­ten. Für das lau­fende Jahr rech­nen Bauindustrie und ‑hand­werk mit einem Umsatzplus von min­des­tens fünf Prozent.

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