Interview mit Marc Zellerhoff: Experte infor­miert über Coronavirus

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Viele Menschen im Rhein-​Kreis Neuss haben Fragen zur Ausbreitung des Coronavirus. Marc Zellerhoff hat als Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Rhein-​Kreis Neuss ebenso wie seine Mitarbeiter täg­lich mit die­sen Fragen zu tun.

Er rät zur Ruhe und Vorsicht. „Panik ist abso­lut nicht ange­bracht”, sagt der Mediziner. „Das Virus Covid-​19 ist zwar eine ernst­zu­neh­mende Erkrankung, jedoch mit ande­ren Grippeerkrankungen ver­gleich­bar.” Für die meis­ten Menschen sei das Virus nicht gefähr­lich, wenn sie grund­sätz­lich gesund seien. Die meis­ten Erkrankten zei­gen in aller Regel nur einen Infekt der unte­ren Atemwege, also erkäl­tungs­ähn­li­che Symptome. Gefährlich sei das Coronavirus vor allem für ältere Menschen und für Patienten mit Vorerkrankungen.

Wie hoch ist das Risiko, sich tat­säch­lich mit dem Virus anzu­ste­cken? Dazu erläu­tert Zellerhoff: „Dies Risiko ist sehr viel gerin­ger als viele den­ken. Es gibt keine nach­ge­wie­sene Übertragung in der Luft, son­dern das Virus wird durch direk­ten Kontakt von Mensch zu Mensch als soge­nannte Tröpfcheninfektion Kontakt über­tra­gen.” Laut Robert-​Koch-​Institut steigt die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus in der Regel erst bei einem min­des­tens 15-​minütigen Kontakt mit einem Abstand von weni­ger als zwei Metern an.

Was kann der ein­zelne tun, um sich nicht anzu­ste­cken? Generell, sagt Zellerhoff, gel­ten beim Corona-​Virus die Hygienemaßnahmen, die gene­rell vor einer Ansteckung mit Atemwegserkrankungen schüt­zen: Jeder sollte auf Händeschütteln ver­zich­ten. Regelmäßiges, gründ­li­ches Händewaschen – min­des­tens 30 Sekunden mit Seife – ist eines der wirk­sams­ten Mittel gegen die Ausbreitung von Infektionen. Denn die Krankheitserreger gelan­gen meist über die Hände in den Körper, bei­spiels­weise beim Essen oder weil man sich ins Gesicht fasst.

Wer keine Möglichkeit hat, die Hände zu waschen, sollte unter­wegs Desinfektionsmittel nut­zen. Beim Husten und Niesen soll­ten Einwegtaschentücher ver­wen­det bezie­hungs­weise Nase und Mund durch die Armbeuge abge­deckt wer­den. Darüber hin­aus gibt der Arzt fol­gende Empfehlungen: „Wenn mög­lich, sollte man Abstand zu ande­ren Menschen hal­ten und grö­ßere Menschenansammlungen meiden.”

Der Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes rät zur Besonnenheit: „Grippeartige Symptome wie Abgeschlagenheit, Fieber und Husten sind in der jet­zi­gen Jahreszeit nor­mal und häu­fig. Wer krank ist, sollte zu Hause blei­ben und sich ins Bett legen und viel trin­ken.” Nur wenn die Erkrankung schlim­mer werde, soll­ten Patienten tele­fo­ni­schen Kontakt zu ihrem Hausarzt oder auch zur Hotline des Kreis-​Gesundheitsamtes auf­neh­men, um das wei­tere Vorgehen abzusprechen.

Die Betroffenen wer­den nur im begrün­de­ten Verdachtsfall oder bei einem posi­ti­ven Erregernachweis vom Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt. In solch einem Fall wer­den Menschen, um die sich weder Familie noch Freunde oder Nachbarn küm­mern kön­nen, von den kom­mu­na­len Ordnungsbehörden zum Beispiel mit Lebensmitteln versorgt.

Wichtige Fragen zum Coronavirus beant­wor­tet das Kreis-​Gesundheitsamt unter der Hotline 02181 601‑7777 mon­tags bis frei­tags von 8 bis 18 Uhr sowie sams­tags und sonn­tags von 9 bis 18 Uhr.

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