Mehr als 500 Autoreifen, meh­rere tau­send Müllsäcke – Dormagen soll beim gro­ßen Frühjahrsputz am 14. März sau­be­rer werden

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Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen – Er hat sie eigent­lich immer schon geär­gert: acht­los weg­ge­wor­fe­ner Müll. Karin Schwanfelder ist mehr­mals täg­lich mit ihrem Hund unter­wegs und sam­melt jedes Mal Müll auf. 

Mal ein benutz­tes Taschentuch, mal eine Flasche und mal einen alten Autoreifen. Mittlerweile hat die 53-​Jährige die Gruppe „Rhein Clean Up Dormagen“ gegrün­det, deren Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr regel­mä­ßig hel­fen. Mehrere tau­send Säcke voll Müll wur­den seit Sommer 2018 gesam­melt, dazu kamen mehr als 500 Autoreifen und zahl­rei­che Fahrräder. Beim Sauberhafttag am Samstag, 14. März, ist sie mit ihrer Gruppe eben­falls dabei.

Alles begann im August 2018. Schwanfelder hatte erst­mals am World Cleanup Day teil­ge­nom­men. „Ich habe fest­ge­stellt, dass sol­che Müll-​Sammelaktionen viel bewir­ken kön­nen“, sagt die Zonserin. „Deshalb habe ich anschlie­ßend in der Nachbarschaft gefragt, ob mir jemand hel­fen könnte.“ Gleich zehn Nachbarn mach­ten sich mit ihr auf den Weg. Mittlerweile hat Schwanfelder eine feste Gruppe, die regel­mä­ßig mit ihr in Dormagen sam­melt. Dazu kom­men immer wie­der wei­tere Freiwillige. Im Sommer 2019 war sie sogar mit bis zu 150 Helferinnen und Helfern unterwegs.

Und es lohnt sich jedes Mal. „Gerade im Rhein und in den Buchten, aber auch in Wäldern liegt noch so viel Müll und Schrott der ver­gan­ge­nen 40 Jahre“, berich­tet Schwanfelder. Sie und ihre Helfer fin­den regel­mä­ßig Verpackungen, die aus ande­ren Jahrzehnten stam­men. Auch die Autoreifen sind teil­weise aus den 1980er-​Jahren. Bei extre­men Niedrigwasser kamen sie nach und nach zum Vorschein.

Fotos: Heiko Lissy

Das Sammeln zeigt all­mäh­lich seine Wirkung: „Es haben uns schon mehr­fach Bürgerinnen und Bürger ange­spro­chen, dass es in eini­gen Bereichen der Stadt jetzt viel sau­be­rer ist“, sagt die 53-​Jährige. „Das macht uns schon sehr stolz und moti­viert, wei­ter­zu­ma­chen. Wenn jeder sei­nen Beitrag zur Umwelt leis­tet, kön­nen wir unsere Städte viel sau­be­rer halten.“

Schwanfelder hofft, durch die Aktionen die Menschen zu sen­si­bi­li­sie­ren. „Wenn der eine oder andere dadurch auf­merk­sa­mer durch seine Umwelt geht und nichts acht­los auf den Boden fal­len lässt, dann haben wir schon viel erreicht“, sagt sie. „Es geht auch darum, den Müll für die Menschen sicht­ba­rer zu machen. Viele schauen gar nicht rich­tig hin.“

Neben dem wich­ti­gen Beitrag zum Umweltschutz hat die Sammelgruppe auch bereits ein paar Freundschaften her­vor­ge­bracht. Gerade im Sommer sit­zen die Helferinnen und Helfer noch zusam­men und tau­schen sich aus. „Wir bekom­men auch regel­mä­ßig Kuchen- und Getränkespenden“, sagt Schwanfelder. Zudem wurde 2019 die erste gemein­same Weihnachtsfeier veranstaltet.

Während Schwanfelder 2018 mit neun Sammelaktionen star­tete, kamen 2019 wei­tere 19 Aktionen dazu. Im aktu­el­len Jahr sind bereits für Januar und Februar zehn Müll-​Sammlungen geplant. Die nächste Aktion fin­det am heu­ti­gen Samstag, 8. Februar statt. Von 10 bis 13 Uhr wird sie mit vie­len Helfern das Wäldchen hin­ter dem Schneckenacker säu­bern. Zudem wird die Gruppe am Sauberhafttag, Samstag, 14. März, von 13 bis 16 Uhr den Friedhof an der Matthias-​Giesen-​Straße von Müll befreien. Helfen kann im Übrigen jeder, der möchte. „Zu unse­rem fes­ten Stamm gehö­ren auch eine 92-​Jährige und ein älte­rer Herr“, sagt Schwanfelder. „Es kom­men sogar regel­mä­ßig Helfer aus Düsseldorf und Köln – einer kommt sogar jedes Mal aus Bonn, da es bei ihm keine sol­che Gruppe gibt.“

Fotos: Heiko Lissy

Interessierte Helfer, die an die­ser oder wei­te­ren Aktionen von der Rhein Clean Up Gruppe teil­neh­men möch­ten, kön­nen sich bei Karin Schwanfelder mel­den. Entweder tele­fo­nisch unter 0178 3140836, per E‑Mail an karinschwanfelder@gmail.com<mailto:karinschwanfelder@gmail.com> oder in der Facebook-​Gruppe „Rhein Clean Up Dormagen“. Lediglich fes­tes Schuhwerk ist mit­zu­brin­gen. Handschuhe, Greifer, Müllsäcke und gege­be­nen­falls Westen wer­den gestellt.

Wer beim Frühjahrsputz mit­ma­chen möchte, kann sich bei den „Stadtteilpaten“ mel­den oder ein­fach spon­tan vor­bei­kom­men – auch für Kurzentschlossene lie­gen an den Treffpunkten Mülltüten und Handschuhe kos­ten­frei bereit.

Hier die Ansprechpartner für die ein­zel­nen Stadtteile:

  • Delhoven: Stephan Gödderz, Telefon 02133 82235, Treffpunkt Schützenplatz
  • Delrath: Karl-​Josef Ellrich, Telefon 02133 70738, Treffpunkt: Gaststätte „Alter Bahnhof“
  • Dormagen-​Mitte: Bettina und Moritz Prell, 0163 2567760, Treffpunkt: Schützenplatz Dormagen
  • Gohr/​Broich: Heinrich Kemper, Telefon 02182 871184, und Peter-​Josef Braun, Telefon 02182/​99 41, Treffpunkt: Kirchplatz Gohr
  • Hackenbroich/​Hackhausen: Manfred Kootz, Telefon 0172 9293047, Treffpunkte: Feuerwehrgerätehaus und Sportplatz
  • Horrem: Josef Franzen, Telefon 02133 400731, Treffpunkt: Schützenplatz
  • Nievenheim/​Ückerath: Heinz-​Joachim Pälmer, Telefon 02133/​9 05 70, Treffpunkt: Schützenplatz
  • Rheinfeld: Andreas Hartig, Telefon 02133 259960, Treffpunkt: Ehrenmal
  • Straberg: Manfred Steiner, Telefon 02133 81692, Treffpunkt: Sportplatz
  • Stürzelberg: Ulrike Ortmann, Telefon 02133 73252, Treffpunkt: Schützenplatz
  • Zons: Joachim Fischer, Telefon 01722969247, Treffpunkt Sportzentrum

Nach geta­ner Arbeit gibt es für die Helfergruppen an den Treffpunkten in den jewei­li­gen Stadtteilen wie­der die beliebte Erbsensuppe vom Deutschen Roten Kreuz. Alle Kinder und Jugendliche, die sich in Kindergärten und Schulen am Sauberhafttag betei­li­gen, erhal­ten Schwimmbad-Freikarten.

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