Neuer Zaun für Kaarster Kröten

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Robert Schilken, Herausgeber



Kaarst – Bis zu 200 Kröten sit­zen in der Morgendämmerung in den Auffangbehältern, wenn Bettina Maier und Ulrike Silberbach die Deckel öffnen. 

Weil die Nächte bereits unge­wöhn­lich warm sind, hat die Krötenwanderung in Kaarst bereits begon­nen. Nun sit­zen sie mor­gens zu Dutzenden in den gro­ßen Holzkisten ent­lang des 900 Meter lan­gen Zauns, der von der Stadt an der Broicher Seite auf­ge­baut wurde. In Kooperation mit dem NABU hat sich die Stadt für die Kisten und gegen die übli­chen Eimer ent­schie­den. „Die Tiere haben dort drin­nen ein­fach weni­ger Stress“, erläu­tert Bettina Maier, die bei der Stadt vor allem Umweltthemen bearbeitet.

Entlang der Waldgebiete an der Broicher Seite und an der Neersener Straße wer­den die Kröten in den kom­men­den Wochen aus ihren Erdverstecken klet­tern, um in ihre Laichgebiete in die angren­zen­den Baggerseen zu wan­dern. Freiwillige Helfer sam­meln noch vor dem Sonnenaufgang die Tiere ent­lang der Auffangzäune ein und trans­por­tie­ren sie eigen­hän­dig auf die andere Straßenseite. „Würden wir dies nicht tun, endete die Wanderung für noch mehr Tiere mit dem Tod“, sagt Maier.

Denn lei­der wird ins­be­son­dere an der Broicher Seite die gel­tende Durchfahrtssperre für Nicht-​Anlieger immer wie­der miss­ach­tet. Der Wirtschaftsweg ist eine beliebte Abkürzung im äußers­ten Kaarster Osten. Auf der rund zwei Kilometer lan­gen Strecke, die mit­ten durch die Kröten-​Wanderroute führt, hat die Stadt jetzt die genann­ten 900 Meter Zaun auf­ge­baut. Unterstützt wurde diese Maßnahme durch das „Gemeinschaftswerk Natur und Umwelt des Rhein-​Kreises Neuss“ und den NABU-​Kreisverband. Über 1.000 Kröten, Frösche und Molche haben sich bereits auf die Wanderschaft gemacht.

Der NABU und die Stadt Kaarst suchen noch nach Helfern, die bei der Amphibienrettung mit­ma­chen wol­len. „Wir benö­ti­gen drin­gend Helfer, um die Tiere aus den Auffangkisten zu holen und zu den Seen zu tra­gen“ sagt Ulrike Silberbach vom NABU. Interessierte mel­den sich bitte bei: Bettina Maier, Stadt Kaarst, 02131 987–866, bettina.maier@kaarst.de Ulrike Silberbach, NABU Kaarst, 02131 518349, ulrike.silberbach@nabu-neuss.de

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