Ein Mensch in Dormagen braucht drin­gend einen Stammzellen-​Spender – jetzt regis­trie­ren lassen

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Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen – Alle 15 Minuten erhält laut DKMS jemand in Deutschland die nie­der­schmet­ternde Diagnose Blutkrebs. Jedoch fin­den nur ein Drittel einen pas­sen­den Spender in der eige­nen Familie. 

Die übri­gen rund 66 Prozent sind auf eine Spende von einem Fremden ange­wie­sen. Jeder zehnte fin­det kei­nen Spender. In Dormagen ist erneut ein Mensch an Leukämie erkrankt und benö­tigt drin­gend einen Stammzellen-​Spender, möchte aber anonym blei­ben. Er oder sie hofft, das glei­che Glück zu haben, wie Guido Mauss.

Der an Leukämie erkrankte Dormagener Gitarrist mit dem Spitznamen „Haetty“ erhielt Anfang des Jahres eine posi­tive Nachricht. Nach meh­re­ren Registrierungsaktionen der DKMS im Dezember – unter ande­rem in Köln und Dormagen – ver­kün­de­ten seine Bandkollegen von „5 vor 12“ im Januar: „Haetty hat einen Spender gefunden!“

Einen Spender wie Sascha Klein. Der 27-​Jährige hat ver­gan­ge­nes Jahr Stammzellen gespen­det und so womög­lich das Leben eines Menschen gerettet.

Mit einer simp­len SMS fing alles an. Klein erin­nert sich noch genau: „Ich war beim Sport. Als ich anschlie­ßend auf mein Handy schaute, sah ich einen Anruf in Abwesenheit und eine SMS mit den Worten: ‚Bitte drin­gend zurück­ru­fen!‘. Die Nachricht stammte von der DKMS.“ Beim Rückruf erfuhr der damals 26-​Jährige, dass er womög­lich als Stammzellenspender in Frage käme. Nach einem Bluttest bei sei­nem Hausarzt stand fest: Er ist der geeig­nete Spender für eine Patientin mit Blutkrebs.

Nach dem Bluttest wird der damals 26-​Jährige in einer Klinik in Köln auf seine eigene kör­per­li­che Verfassung unter­sucht. Anschließend fährt er nach Hause. Fünf Tage muss er ein Mittel ein­neh­men, das dafür sorgt, dass sein Blut mit mög­lichst vie­len sei­ner Stammzellen ange­rei­chert ist. Danach geht es zur Entnahmeklinik. „Ich wurde an eine Art Dialysegerät ange­schlos­sen, das das Blut aus einem Arm ent­nimmt, die Stammzellen her­aus­fil­tert und das Blut anschlie­ßend in mei­nen ande­ren Arm zurück­führt“, erläu­tert Klein. „Davon spürt man nichts – außer zwei kleine Piekser, um den Zugang zu legen.“

In etwa 80 Prozent der Fälle reicht ein sol­ches Verfahren. Wesentlich sel­te­ner ist die Entnahme von Knochenmark aus dem Beckenkamm unter Vollnarkose. So oder so, nach weni­gen Stunden ist die Spende ent­nom­men. Die wesent­lich häu­fi­gere Methode der Blutspende kann vier bis acht Stunden an ein bis zwei Tagen dau­ern, teilt die DKMS mit. Bei Klein dau­erte es ledig­lich zwei­ein­halb Stunden. „Das war’s schon!“, sagt der heute 27-​Jährige, der in Nievenheim auf­wuchs, und ergänzt: „Ich habe sehr bequem gele­gen und ein­fach abge­war­tet.“ Zudem betont er, dass er sich bes­tens betreut gefühlt hat. „Die DKMS hat sich um alles geküm­mert und es mir so ange­nehm wie mög­lich gestal­tet. Und auch nach der Spende ist sie wei­ter­hin inter­es­siert an ihren Spendern. Ich werde regel­mä­ßig ange­schrie­ben und gefragt, wie es mir geht“, sagt Klein.

Wer der Empfänger war und wie es ihm geht, das erfährt der Spender zunächst nicht. Sollten beide ange­ge­ben haben, dass Sie sich ken­nen­ler­nen wol­len, wird nach zwei Jahren der Kontakt ver­mit­telt. Klein weiß ledig­lich, dass seine Stammzellen für eine Frau mitt­le­ren Alters in Australien bestimmt waren. Er hofft, dass er sie eines Tages ken­nen­ler­nen darf. „Das muss ein unglaub­lich ergrei­fen­des Gefühl sein“, sagt er und fügt hinzu: „Ich wün­sche ihr, dass sie sich gut erholt und gesund wird.“

Klein ist einer von rund 83.500 Menschen welt­weit, die Stammzellen gespen­det haben. „Ich möchte alle Menschen ermu­ti­gen, sich regis­trie­ren zu las­sen. Mit ein paar Tagen Aufwand hat man die Chance, ein Leben zu ret­ten. Das ist es alle­mal wert“, sagt der heute 27-​Jährige. „Zumal die Krankheit jeden tref­fen kann.“

Er betont dabei: „Versetzt man sich in die Lage des Erkrankten, weiß man plötz­lich, wel­che Bedeutung solch eine Spende hat. Also macht alle mit! Lasst Euch regis­trie­ren! Mich per­sön­lich macht es sehr glück­lich, dass ich womög­lich einem Menschen das Leben ret­ten konnte.“

Wie ich mich registriere

Abstrich Registrieren las­sen kann sich jeder im Alter zwi­schen 17 und 61 Jahren. Ein kos­ten­lo­ses Testset mit Wattestäbchen für einen Wangenabstrich kann im Internet unter www​.dkms​.de ange­for­dert und anschlie­ßend zurück­ge­schickt wer­den. Damit wer­den die Gewebemerkmale ana­ly­siert. Wer sich bereits bei einer Organisation hat regis­trie­ren las­sen, muss nichts unter­neh­men. Denn alle Organisationen grei­fen auf eine gemein­same Spender-​Datenbank zurück.

Anzahl 9,9 Millionen Menschen welt­weit haben sich bereits bei der DKMS regis­trie­ren las­sen. Für rund 83.500 Erkrankte konnte laut DKMS bis­her ein Spender gefun­den werden.

Heilung
Etwa 40 bis 80 Prozent betra­gen die Heilungschancen, je nach Krebsform, Alter des Patienten, kör­per­li­cher Verfassung und Vorerkrankungen. Bei Kindern lie­gen die Heilungschancen deut­lich höher.

Kosten Für einen Spender ent­ste­hen kei­ner­lei Kosten. Auch der Verdienstausfall des Spenders wird von der DKMS übernommen.

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