Rußrindenkrankheit: Fällarbeiten am Bahndamm – Sporen für Menschen schäd­lich

Ihre Unterstützung zählt!

Geschätzter Leser, Sie finden die Veröffentlichungen hier interessant und nützlich? Das ist erfreulich!

Wenn nur 10% der Leser regelmäßig 5,- Euro monatlich zahlen, können davon die laufenden Betriebskosten gedeckt, der Fortbestand gesichert sowie Werbebanner reduziert werden.

Danke
Robert Schilken, Herausgeber

Weitere Infos hier oder hier:


Lokale Nachrichten aus und für den Rhein-Kreis Neuss
Ihre Unterstützung sichert den Fortbestand unabhängiger Lokalnachrichten von Klartext-Ne.de
€20,00
€50,00
€100,00
Powered by

Rommerskirchen – Im Zuge der Diskussion um die Fällarbeiten am Bahndamm wurde die Frage auf­ge­wor­fen, wie sich Bürgerinnen und Bürger hin­sicht­lich der mit der Rußrindenkrankheit befal­le­nen Bäume ver­hal­ten sol­len.

Auf Nachfrage teilt das zustän­dige Amt für Umweltschutz des Rhein-​Kreises Neuss fol­gen­des hierzu mit:

Die Rußrindenkrankheit, ver­ur­sacht durch den Pilz Cryptostroma cor­ti­cale, wurde 2017 erst­ma­lig in Waldbeständen des Rhein-​Kreises Neuss dia­gnos­ti­ziert. Die Erkrankung ist nicht heil­bar. Cryptostroma cor­ti­cale ist ein Schwächeparasit, der ins­be­son­dere infolge von Trockenstress auf­tritt. Ziel ist daher, die Bäume durch regel­mä­ßige Durchforstungen zu stär­ken und so wei­te­ren Ausbrüchen der Krankheit vor­zu­beu­gen.

Die Möglichkeiten, die Verbreitung des Pilzes zu ver­hin­dern, sind eher gering ein­zu­schät­zen. Aufgrund der bis­he­ri­gen Fundstellen ist von einem flä­chen­de­cken­den Vorkommen des Pilzes im Kreisgebiet aus­zu­ge­hen. Der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Rheinland weist dar­auf hin, dass es sich bei Cryptostroma cor­ti­cale nicht um einen soge­nann­ten Quarantäneschädling han­delt. Das bedeu­tet, dass der Erreger in Deutschland eta­bliert ist und keine Bestrebungen zur Ausrottung bestehen. Zudem exis­tiert aus die­sem Grunde auch keine Anordnung des Pflanzenschutzdienstes bezüg­lich der Bekämpfung des Pilzes oder der Beseitigung befal­le­ner Bäume.

Über den wei­te­ren Fortschritt der Krankheit kann der­zeit nur spe­ku­liert wer­den. Die Bergahornbestände wer­den regel­mä­ßig durch die Kreisforstdienststelle kon­trol­liert. Die dann gege­be­nen­falls zu ergrei­fen­den Maßnahmen hän­gen vom Ausmaß des Befalls und der Lage der befal­le­nen Bestände ab. Da die erkrank­ten Bäume eine erhöhte Bruchgefährdung auf­wei­sen, wird dabei beson­de­res Augenmerk auf die Verkehrssicherheit gelegt.

Neben sei­ner mög­li­cher­weise bestands­be­dro­hen­den Wirkung auf den Bergahorn kann der Pilz (laut bis­he­ri­gem Kenntnisstand) auf­grund sei­ner im Sommer extrem hohen Sporenproduktion bei inten­si­vem Kontakt auch für Menschen schäd­lich sein.

Insbesondere bei Menschen mit vor­be­las­te­ter Lunge oder bestimm­ten Allergien kön­nen die Pilzsporen zu Beschwerden, wie Husten, Atemnot oder Fieber, füh­ren. Beschwerden tre­ten 6–8 Std. nach dem Einatmen auf und hal­ten über Stunden, sel­ten über Tage und Wochen an.

Es besteht keine all­ge­meine Gefahr für Waldbesucher. Bei Arbeiten an befal­le­nen Bäumen soll­ten Waldarbeiter jedoch Schutzmaßnahmen ergrei­fen (z.B. Atemschutzmasken). Stand Juli 2019 sind der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten u. Gartenbau keine Verdachtsfälle auf Erkrankung durch Kontakt mit der Rußrinde bekannt.

Von auf dem Waldboden lie­gen­den Bäumen geht aus hie­si­ger Sicht keine Gefahr aus, da die Sporen rasch abge­wa­schen wer­den und eine Neuproduktion nicht erfolgt. Eine Notwendigkeit der Entsorgung außer­halb des Waldes besteht somit nicht.”

Spaziergänger wer­den gebe­ten, den Bahndamm bei den zur Zeit durch­ge­führ­ten Fällarbeiten zu mei­den.

(212 Ansichten gesamt, 1 Leser heute)

Leserhinweise oder Tipps

Bitte geben Sie ihre E-Mail ein, sodass wir in Kontakt bleiben können.