Gemeinsames Projekt zur digi­ta­len Leseförderung von Volkshochschule Neuss und Lesementor Neuss

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Ein Wörterfresser ver­langt nach Futter, chao­tisch durch­ein­an­der gewür­felte Silben wol­len auf dem Touchscreen in die rich­tige Reihenfolge gescho­ben wer­den und kurze Videos illus­trie­ren Lesetexte. 

Das spie­le­ri­sche, digi­tale Angebot berei­tet vie­len klei­nen Leserinnen und Lesern noch mehr Spaß als die gedruck­ten Bücher. Diese Faszination für digi­tale Medien nutzt die Volkshochschule Neuss in Kooperation mit Lesementor Neuss beim Digitalprojekt „Mentor – Die Leselernhelfer: Digitaler Treffpunkt der Generationen“.

Das erste Seminar für die Lesementorinnen und –men­to­ren fand dazu jetzt im Romaneum statt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) för­dert das Projekt über drei Jahre. Davon pro­fi­tie­ren die Neusser Lesekinder und ‑jugend­li­chen direkt, weil die 15 teil­neh­men­den Lesementorinnen und –men­to­ren ab sofort an den Partnerschulen des Neusser Vereins eine 10-​wöchige Testphase beginnen.

Die VHS Neuss sieht viel gemein­sa­mes Potential in ihrer umfas­sen­den Kooperation mit Mentor und dem Digitalprojekt. Dr. Marie Batzel, Direktorin der VHS Neuss, betont: „Unsere Bildungsziele decken sich stark: Alphabetisierung ist eine der Kernaufgaben der Volkshochschulen, des­halb wol­len wir auch prä­ven­tiv tätig wer­den, indem wir die Leseförderung für Kinder und Jugendliche unterstützen.

In der Erwachsenenbildung müs­sen wir hin­sicht­lich der Digitalisierung neue Herangehensweisen fin­den. Genau sol­che Ansätze ver­folgt auch das Projekt Mentor – Die Leselernhelfer: Digitaler Treffpunkt der Generationen.“ Außerdem begeis­tert die Direktorin die enorm posi­tive Lernerfahrung beim Digitalseminar. Teilnehmerin Susanne Nedella, die seit vier Jahren als Lesementorin Neusser Grundschüler för­dert, freut sich über die neuen Möglichkeiten: „Das Seminar machte es allen sehr ein­fach: Wir konn­ten mit vor­be­rei­te­ten Tablets und geprüf­ten Apps direkt los­le­gen und beka­men Anleitungen für den geziel­ten Einsatz in den Lesestunden.“ Die 64-​jährige möchte damit mehr Abwechslung in ihre wöchent­li­che Stunde mit ihrem 9‑jährigen Lesekind bringen.

Beim digi­ta­len Lesen ist die sorg­fäl­tige Auswahl der Inhalte sehr wich­tig. Dafür stellt der Mentor-​Bundesverband von Experten geprüfte Apps zur Verfügung. Andrea Pohlmann-​Jochheim, Vorstandsmitglied im Mentor – Die Leselernhelfer Bundesverband e.V., erläu­tert die viel­sei­ti­gen Chancen der digi­ta­len Leseförderung: „Dass sich ein Erwachsener exklu­siv für sie Zeit nimmt, stärkt das Selbstwertgefühl der jun­gen Menschen und ist zen­tral für unser Mentoring. Das neue Digitalprojekt unter­stützt den Aufbau des Selbstwertgefühls noch dadurch, dass die Kinder und Jugendlichen ihren älte­ren Mentoren den selbst­ver­ständ­li­chen Umgang mit Tablets und Software ver­mit­teln.“ Dieses Reverse-​Mentoring, bei dem auch der Mentor vom Lesekind lernt, ist ein zen­tra­les Ziel des Projekts.

Grundsätzlich gilt: Kinder und Jugendlichen dür­fen mit den Medien nicht allein gelas­sen wer­den. Daher passt das digi­tale Lesen gut zu Mentor, meint Claire Straaten, Koordinatorin von Lesementor Neuss: „Unsere Mentoren för­dern in den Lesestunden immer nur ein Kind und gehen ganz gezielt auf seine Interessen ein. So bekom­men wir Schüler zum Lesen, die bis­her gar kei­nen Zugang dazu hat­ten. Das digi­tale Lesen wol­len wir ab sofort inte­grie­ren, um über das Interesse am Digitalen auch für das Lesen und die Literatur zu begeis­tern. Natürlich soll wei­ter­hin ana­log gele­sen werden.“

Die Ehrenamtlichen ihres Vereins för­dern in Neuss mehr als 220 Schülerinnen und Schüler zwi­schen sechs und 16 Jahren an 28 Schulen. Unter dem Dach des Bundesverbandes sind es deutsch­land­weit 16.500 junge Menschen. Das Erfolgsprinzip der Leseförderung von MENTOR basiert auf der 1:1‑Förderphilosophie: Ein Lesementor för­dert ein Kind, min­des­tens ein Jahr lang, eine Stunde pro Woche.

Der Neusser Verein sucht noch Verstärkung. Interessierte kön­nen sich dazu tele­fo­nisch bei Claire Straaten unter 02131/​904165 mel­den oder sich im Internet und www​.lese​men​tor​neuss​.de informieren.

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