Müll-​Ärger um Sortierzentrum: Bürgermeister Erik Lierenfeld erhöht den Druck

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Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen – Der Müll am Wahler Berg droht zum Dauer-​Ärgernis zu wer­den: Immer wie­der hin­ter­las­sen die Fahrer der dort und auf der Borsigstraße abge­stell­ten Lkw im Umfeld Abfall und ver­rich­ten ihre Notdurft.

Die Anwohner-​Beschwerden haben zuletzt wie­der stark zuge­nom­men“, erklärt Bürgermeister Erik Lierenfeld, der das Thema bei einem Gesprächstermin mit Amazon am Donnerstag, 6. Februar, ange­spro­chen hat: „Und zwar sehr deut­lich. Denn wenn ich höre, dass pri­vate Gärten als Toiletten genutzt wer­den, dann ver­stehe ich den Ärger der Bürgerinnen und Bürger.“

Trotz regel­mä­ßi­ger Kontrollen durch den Außendienst des Ordnungsamtes und der Verkehrsüberwachung kommt es immer wie­der zu Verstößen. „Da es sich aber in der Regel um aus­län­di­sche Fahrzeuge han­delt, wer­den Falschparker vor Ort in bar abkas­siert und weg­ge­schickt“, so der Bürgermeister. „Aber kaum sind die einen Lkw weg, rol­len schon die nächs­ten an. Dasselbe gelte für den Müll, der in der Umgebung von den Technischen Betrieben und pri­va­ten Initiativen wie Rhein Clean Up um Karin Schwanfelder ent­fernt werde: „Auch da ist nach einem Tag alles wie­der ver­müllt“, sagt Lierenfeld. 

Müll-​Ärger um Sortierzentrum. Foto: Stadt Dormagen

Da eine Präsenz des Ordnungsdienstes rund um die Uhr nicht leist­bar sei, nimmt der Verwaltungschef Amazon in die Verantwortung. Der Versandhändler betreibt den Logistik-​Standort und setzt sich laut der Unternehmensphilosophie für Nachhaltigkeit und Umweltschutz ein. „Dieser Einsatz bedeu­tet am Standort Dormagen vor allem: Mehr geeig­nete Parkplätze für pau­sie­rende Lkw-​Fahrer!“, betont Bürgermeister Lierenfeld. Tobias Rainer, Standortleiter der Verteilzentrums betonte an der Stelle, dass bereits ein Parkplatz auf dem Gelände mit 15 Stellplätzen geschaf­fen wurde. Er will auch wei­ter an der Kommunikation mit den LKW-​Fahrern arbei­ten, um auf das Verhalten der Fahrer ein­zu­wir­ken. Dabei liegt der Fokus auf einem bestimm­ten Unternehmen, das beson­ders häu­fig in den Beschwerden auftaucht.

Zudem wünscht sich die Stadt auch eine Unterstützung durch das Unternehmen bei der Beseitigung des Mülls. „Weil der Lieferverkehr von und zu Amazon ganz klar Verursacher die­ser Situation ist, erwarte ich auch Unterstützung bei der Lösung des Problems“, for­dert Lierenfeld. Es gehe um eine gezielte Ansprache und Sensibilisierung von Subunternehmen, damit das Müllaufkommen in Zukunft end­lich sinkt. Auch hier gab der Standortleiter eine klare Zusage: Der Lieferverkehr solle sich in Zukunft durch eine Optimierung der Taktung ver­bes­sern. Zudem prüft Rainer das Aufstellen von Mülleimern. „Unser Ziel ist es, ein guter Nachbar zu sein. Wir wol­len mit der Stadt und den Nachbarn an einem Strang ziehen.“

Lierenfeld bezeich­nete das Gespräch mit Amazon daher als „offen und kon­struk­tiv“. Zugleich ver­wies er auf die Möglichkeit, gegen das Unternehmen eine Ordnungsverfügung zu erlas­sen. „Wir wer­den uns jetzt anse­hen, ob wir in den nächs­ten vier Wochen gemein­sam zu einer Verbesserung der Lage am Wahler Berg kom­men. Sollte das nicht der Fall sein, wer­den wir uns sofort ord­nungs­recht­li­cher Mittel bedienen.“

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