Abzocke per Smartphone: Mehr Schutz und Hilfe rund um unge­wollte Abos

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Klartext​.NRW – Verbraucher wer­den auf der Handyrechnung viel­fach von Kosten über unge­wollte Abos – etwa von Klingeltönen oder Spielen – über­rascht, weil Mobilfunkanbieter die Beträge für Serviceleistungen von Drittanbietern über die Telefonrechnung ihrer Kunden abbuchen. 

Ab dem 1. Februar 2020 gel­ten für Mobilfunkunternehmen beim Abbuchen von Drittanbieterleistungen neue Regeln. Künftig dür­fen Kosten für Abos und Serviceleistungen von Drittfirmen nur noch abge­rech­net wer­den, wenn der Kunde zuvor auf eine von ihrer Mobilfunkfirma bereit­ge­stellte Seite umge­lei­tet und über den Vorgang (Redirect genannt) infor­miert wurde oder wenn sich ihr Mobilfunkanbieter ver­pflich­tet, statt­des­sen meh­rere Verbraucherschutzmaßnahmen in einem Kombinationsmodell – unter ande­rem auch eine Geld-​zurück-​Garantie – umzusetzen.

Das Verfahren kön­nen Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica oder andere frei wäh­len. Ziel ist, Handy-​Nutzer künf­tig bes­ser vor Abo-​Fallen zu schüt­zen. Dennoch soll­ten User unlieb­sa­men Firmen wei­ter­hin einen Zutritt zu ihrem Smartphone oder Tablet ver­weh­ren“, rät Dorothea Khairat, Leiterin der Neusser Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW. Sie erklärt, wie der Schutz vor unge­woll­ten Abbuchungen künf­tig am bes­ten funktioniert:

App-​Abzocke über unge­wollte Abos: Apps auf dem Handy mit Wettervorhersagen, Rezepten oder Spielen ver­sor­gen Nutzer mit Infos, Service und Unterhaltung. Im Eifer des Anwendens gera­ten ihre flin­ken Finger nicht nur auf die bereit­ge­stell­ten Angebote, son­dern auch leicht auf ein­ge­blen­dete Werbebanner im jewei­li­gen Anwendungsprogramm. Durch eine unbe­dachte Berührung wird dann ein im Hintergrund lau­ern­des Abo akti­viert, das taucht in der monat­li­chen Abrechnung künf­tig meist als Posten unbe­kann­ter Herkunft auf. Die neuen Regelungen sol­len davor schützen.

Abrechnung nur mit Klick auf Bestell-​Button kor­rekt: Wirksam zustande kommt ein Vertrag jedoch erst dann, wenn Handybesitzer den Abschluss eines kos­ten­pflich­ti­gen Abos aus­drück­lich durch den Druck auf einen deut­lich erkenn­ba­ren Bestell-​Button bestä­tigt haben. Ein sol­cher Button muss nicht nur optisch sofort ins Auge sprin­gen, son­dern auch mit dem Hinweis „zah­lungs­pflich­tig bestel­len“ oder einer ande­ren ein­deu­ti­gen Formulierung beschrif­tet sein. Ist diese Voraussetzung nicht erfüllt, brau­chen Handynutzer die unge­wollt auf­ge­drück­ten Rechnungsposten nicht zu zah­len. Dieser Hinweis hat in der Vergangenheit aber Handykunden, die bereits über undurch­sich­tige Abbuchungen klag­ten, allein nicht weitergeholfen.

Bewusster Vorgang ab 1. Februar: Das soge­nannte Redirect-​Verfahren soll ab sofort Handynutzern nun kon­kret die Gefahr vor Augen füh­ren, wenn sie im Begriff sind, unge­wollt ein Abo per Smartphone abzu­schlie­ßen. Hierzu wer­den User wäh­rend des Bezahlvorgangs von der Drittanbieterseite tech­nisch auf eine Bezahlseite ihres jewei­li­gen Mobilfunkanbieters umge­lei­tet. Erst auf die­ser Seite müs­sen sie aus­drück­lich den Vertragsabschluss eines Abonnements und des­sen Abbuchungen bestä­ti­gen. Die Bundesnetzagentur erlaubt den Mobilfunkunternehmen aller­dings auch eine Alternative zum rein tech­ni­schen Redirect-​Verfahren. Hierbei han­delt es sich um ein Kombinationsmodell von meh­re­ren Schutzmaßnahmen, in dem über­sicht­li­che Bezahlseiten, Informationsmitteilungen und ein­fa­che Sperren zur Anwendung kom­men kön­nen. In die­sem Fall müs­sen Mobilfunkanbieter dann Kunden zusätz­lich auch eine Geld-​zurück-​Garantie von bis zu 50 Euro geben.

Ungewollte Abos sofort kün­di­gen: Wer trotz der neuen Regelungen in eine Abo-​Falle getappt ist, kann wei­tere Abbuchungen nur ver­hin­dern, wenn der unfrei­wil­lige Abo-​Vertrag mit dem dubio­sen Drittanbieter so schnell wie mög­lich gestoppt wird. Betroffene soll­ten die Rechnung inner­halb von acht Wochen bei ihrem Mobilfunkanbieter und zusätz­lich gegen­über dem Drittanbieter per Einwurfeinschreiben beanstanden. 

Vorsorglich Drittanbietersperre ein­rich­ten: Sicher von vorn­her­ein und auf Dauer kön­nen sich Smartphone- und Tablet-​Nutzer auch wei­ter­hin nur vor der per­fi­den Abo-​Abzock-​Masche schüt­zen, wenn sie ihre Handynummer für die Abbuchung von Diensten frem­der Firmen von ihrem Mobilfunkunternehmen sper­ren las­sen (Drittanbietersperre).

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