Von Angesicht zu Angesicht: Geschichtsverein prä­sen­tiert im Römerkeller zwei lebens­große Figuren in his­to­ri­schem Gewand

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Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen – Schon damals waren die römi­sche Dame und auch der Herr sehr mode­be­wusst – zumin­dest in der wohl­ha­ben­den Oberschicht. 

Welche kunst­vol­len Frisuren getra­gen wur­den und wie Bekleidung und Schmuck aus­sa­hen, ist ab sofort im Römerkeller an St. Michael zu besich­ti­gen. Der Geschichtsverein Dormagen hat dort zwei lebens­große Figuren mit zeit­ge­mä­ßer Kleidung ausgestattet.

Wir möch­ten zei­gen, wie römi­sche Frauen und Männer bei uns im 2. Jahrhundert nach Christus auf­ge­tre­ten sind, als sich das Reiterkastell und ein angren­zen­des Lagerdorf in unse­rer heu­ti­gen Innenstadt befan­den“, erläu­tern die bei­den ehren­amt­li­chen Ausstellungsorganisatoren Sascha Wichmann und Natale G. Cincinnati.

Bei der Bekleidung der bei­den Ausstellungsfiguren mischen sich römi­sche Trachten mit kel­ti­schen und ger­ma­ni­schen Einflüssen. „An der Rheingrenze des römi­schen Reiches ent­wi­ckelte sich eine Mischkultur. Das wol­len wir sicht­bar machen“, erläu­tern Wichmann und Cincinnati. Zum Teil wur­den daher auch Bestandteile aus frü­he­ren oder spä­te­ren Epochen hinzugenommen.

Für die Frau bil­det der Peplos – ein Kleid aus einem recht­ecki­gen Tuch – das Grundgewand. In der käl­te­ren Nordprovinz trägt sie zusätz­lich ein Unterkleid und einen wär­men­den Mantel. „Dessen Rotton ist deut­lich der Oberschicht zuzu­ord­nen, weil die­ser Farbstoff sehr teuer war“, erläu­tert Wichmann. Der Schmuck der Dame besteht aus einem gedreh­ten Halsreif, einem so genann­ten Torques, der kel­ti­sche Ursprünge hat. Ebenfalls nach kel­ti­schen Vorbildern ist die Gürtelschnalle gestal­tet. An der Schulter wird die Kleidung von einer Omega-​Fibel zusam­men­ge­hal­ten. An den Füßen befin­den sich römi­sche Schnürschuhe.

Für den Mann stellt sowohl im Militär als auch im zivi­len Leben die Tunika das maß­geb­li­che Gewand der Antike dar“, sagt Cincinnati. Zum Schutz vor Kälte trägt die männ­li­che Figur außer­dem eine Hose, Wadenwickel und dazu den Mantel. Ungewöhnlich: „Auch bei den Männern war der Torques ein belieb­ter Schmuck“, sagt Cincinnati. In lie­be­vol­len Recherchen wurde die his­to­ri­sche Bekleidung von ihm und Wichmann zusammengetragen.

Die Anschaffung und Ausstattung der Figuren wurde von der Stadt mit einem Zuschuss von 2000 Euro unterstützt.

Natale Cincinnati (l.), Claudia Rohloff-​Krätzel und Sascha Wichmann (r.). Foto: Stadt

Wer sich für eine Führung durch den Römerkeller inter­es­siert, kann sich tele­fo­nisch unter 02133 244287 oder per E‑Mail an info@dormagener-geschichtsverein.de melden.

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