Jahresrückblick der Einsätze 2019 der Freiwilligen Feuerwehr Meerbusch

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Meerbusch – Im Jahr 2019 rück­ten die Feuerwehr Meerbusch zu ins­ge­samt 613 Einsätzen aus.

Damit wird die Rekordzahl aus dem Jahr 2018 zwar nicht über­trof­fen, jedoch liegt das abge­lau­fene Jahr für die Feuerwehr Meerbusch dahin­ge­hend „im Trend”, dass sich die seit 2014 zu ver­zeich­nende, stän­dige Zunahme an Einsätzen, mani­fes­tiert. Darüber hin­aus wurde die Stadt Meerbusch in 2019 von gro­ßen Unwetterereignissen ver­schont, wel­che die Einsatzzahlen schnell anstei­gen las­sen. Wurden in 2018 noch 152 sturm­be­dingte Einsätze, ins­be­son­dere bei Tief „Friederike” ver­zeich­net, waren es in 2019 „nur” 53. Darüber hin­aus kam es im – nicht ganz so tro­cke­nen – Sommer 2019 zu weni­ger Gehölz- und Waldbränden als noch in 2018.

Aber hin­sicht­lich des Einsatzspektrums war wie­der alles dabei, was vor­ran­gig oder – in man­chen Fällen – viel­leicht auch nur nach­ran­gig zu den Aufgaben einer Feuerwehr gehö­ren kann.

Das Einsatzjahr begann nur 43 Minuten nach dem Jahreswechsel mit bren­nen­den Altpapiercontainern in Büderich und endete in Lank am Abend des 30.12. mit dem glei­chen Schadensbild.

Der erste grö­ßere Einsatz ereig­nete sich am 08.02. auf der A57, als die Ladung eines LKW in Brand geriet. Bei Eintreffen der ers­ten Einsatzkräfte im Autobahnkreuz Meerbusch brannte die in einem Auflieger gela­dene Kohle. Sofort began­nen die bei­den Wehren aus Meerbusch und Kaarst, die auf­grund des unkla­ren Meldebilds eben­falls geru­fen wur­den, gemein­sam mit der Brandbekämpfung. Bereits nach kur­zer Zeit war das Feuer unter Kontrolle.

Als die Kräfte der Feuerwehr Meerbusch im Rahmen der über­ört­li­chen Hilfe am 15.02. zur Unterstützung bei Großbränden in Krefeld und Neuss aus­rück­ten, ahn­ten die Kameraden noch nicht, dass auch die im Stadtgebiet ver­blie­be­nen Feuerwehrleute an die­sem Abend eini­ges zu tun bekom­men wür­den, inner­halb von 24 Stunden wurde die Feuerwehr 6 Mal alar­miert, 3 Mal davon inner­halb von 45 Minuten.
Wie bereits ein­gangs erwähnt war 2019 kein „Sturm-​Jahr”, jedoch gab es mit Tief „Bennet” am 04.03. und Tief „Eberhard” am 10.03. 2 Sturmtiefs, die auch die Feuerwehr durch umge­stürzte Bäume, her­ab­fal­lende Dachziegel oder umge­wehte Bauzäune in Atem hielt. In Osterath löste sich die Überdachung einer Außengastronomie und schleu­derte auf die Straße.

Der glück­li­cher­weise ein­zige Großbrand des Jahres 2019 beschäf­tigte die Feuerwehr kurze Zeit spä­ter, am 15.03., als in Bösinghoven eine Schreinerei zum Raub der Flammen wurde. Neben den Feuerwehrleuten aus Bösinghoven wur­den eben­falls die Einheiten aus Osterath, Lank, Büderich und Nierst, sowie die haupt­amt­li­che Drehleiter und die Führungskräfte der Feuerwehr Meerbusch alar­miert. Im wei­te­ren Verlauf des Einsatzes wurde der Gerätewagen aus Strümp geru­fen, der wei­tere Atemluftflaschen zur Einsatzstelle brachte. Während der Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann ver­letzt und musste mit einem Rettungswagen in ein umlie­gen­des Krankenhaus gebracht wer­den. Aufgrund der fort­ge­schrit­te­nen Brandentwicklung wurde das Feuer von zwei Seiten mit meh­re­ren Rohren gleich­zei­tig bekämpft – unter ande­rem wurde von zwei Drehleitern durch das bereits durch­ge­brannte Dach eine wei­tere Brandausbreitung ver­hin­dert.

Am Abend des 30.03, kam es auf der A57 zu einem Einsatz, bei dem die Feuerwehr hydrau­li­sches Rettungsgerät zur Befreiung einer ein­ge­klemm­ten Person ein­setzte. Aus unge­klär­ter Ursache kol­li­dier­ten zwei PKW mit­ein­an­der. In Folge des Unfalls wurde eine Frau in ihrem PKW, der auf der Seite zum Stehen kam, ein­ge­klemmt und lebens­ge­fähr­lich ver­letzt. Nachdem die Feuerwehr das Fahrzeug gesi­chert hatte konnte die Frau aus dem Auto geret­tet wer­den. Der Fahrer des zwei­ten PKWs wurde eben­falls schwer ver­letzt, befand sich aber beim Eintreffen der Rettungskräfte außer­halb sei­nes Fahrzeugs. Beide Personen wur­den von Notärzten ver­sorgt und ins Krankenhaus gebracht.

Bei wei­te­ren Verkehrsunfällen, bei­spiels­weise in Bösinghoven am 06.04., konn­ten sich die Maßnahmen der Feuerwehr auf die Unterstützung des Rettungsdienstes und die Räumung der Unfallstelle beschrän­ken.

Tragisch endete ein Einsatz in Lank am 27.04., bei der eine Garage in Brand geriet, die etwa 200 Zuchttauben als Zuhause diente. Nur rund 80 Tiere konn­ten geret­tet wer­den, der Rest ver­en­de­ten bedau­er­li­cher­weise im dich­ten Brandrauch. Die Garage wurde bei dem Feuer schwer beschä­digt.

Ein Großaufgebot an Einsatzkräften der Feuerwehr Meerbusch setzte die Leitstelle des Rhein-​Kreis-​Neuss am 03.06. gegen 04:30 in Marsch, nach­dem die Bewohner eines Hauses auf dem Daddersweg in Büderich über die Notrufnummer 112 gemel­det hat­ten, dass eine Terassenüberdachung in Brand gera­ten war. Besondere Brisanz erhielt die­ser Einsatz durch den Umstand, dass der Brand bereits auf das Gebäude über­ge­grif­fen hatte und sich durch ein geplatz­tes Fenster gif­ti­ger Brandrauch im Gebäude aus­brei­tete. Neben den Kameraden aus Büderich machte sich auch der Löschzug Lank, die haupt­amt­li­che Wache sowie der Führungsdienst auf den Weg zur Einsatzstelle. Hinzu kamen noch 2 Fahrzeuge des Löschzugs Osteraths, die zum Zeitpunkt der Alarmierung gerade einen Unwettereinsatz auf dem Pullerweg in Osterath abar­bei­te­ten und unver­züg­lich eben­falls in Marsch gesetzt wur­den. Bei Eintreffen hat­ten sich die Bewohner bereits in einen nicht betrof­fe­nen Gebäudeteil zurück­ge­zo­gen und wur­den umge­hend vom Rettungsdienst unter­sucht. Der Brand war mit Hilfe zwei­ter Strahlrohre bin­nen weni­ger Minuten gelöscht.

Nur etwa 24 Stunden spä­ter quoll Rauch aus Keller eines Wohnhauses auf der Meerbuscher Straße in Osterath. Daraufhin rück­ten die Einsatzkräfte der Löschzüge Osterath und Strümp, sowie die haupt­amt­li­che Drehleiter und der Führungsdienst der Feuerwehr Meerbusch zur Einsatzstelle aus. Die gemel­dete Rauchentwicklung konnte durch die erst­ein­tref­fen­den Kräfte bestä­tigt wer­den. Im Keller eines Wohnhauses brannte die Holzpelletheizung. Die Feuerwehr konnte sofort mit den Löschmaßnahmen begin­nen, da die Hausbewohner sich recht­zei­tig gegen­sei­tig geweckt und ins Freie ret­te­ten. Bereits nach weni­gen Minuten konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht wer­den.

Im Juni und September ereig­ne­ten sich die mit Abstand längs­ten Einsätze des Jahres, am 13.06. geriet eine Strohmiete in Nierst in Brand, am 14.09. wie­der­holte sich die­ses Ereignis in Ilverich. Bei bei­den Einsätzen ließ die Feuerwehr in jeweils über 12-​stündigem Einsatz das Stroh kon­trol­liert abbren­nen.

Zur rich­ti­gen Zeit am rich­ti­gen Ort – so lässt sich zusam­men­fas­sen, was sich am 08.07. in Langst Kierst am Rhein zuge­tra­gen und ver­mut­lich einer jun­gen Dame das Leben geret­tet hat. Um 19:40 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr zu einer ver­miss­ten Person im Rhein alar­miert. Zu die­sem Zeitpunkt befand sich einer der alar­mier­ten Löschzüge im Rahmen einer Übung direkt am Rhein in Nähe der gemel­dete Unglücksstelle. Während sich die Kräfte des Löschzugs Lank ent­lang des Ufers zur Suche auf­teil­ten, sprach ein Feuerwehrmann einen Kanu-​Fahrer an, der mit sei­nem Sportgerät gerade in unmit­tel­ba­rer Ufernähe das Geschehen ver­folgte. Dieser erklärte sich sofort bereit, die Suche nach der Person mit sei­nem Kanu auf dem Rhein zu unter­stüt­zen, noch bevor die Rettungsboote der umlie­gen­den Feuerwehren die Suche auf­neh­men konn­ten. Bereits nach weni­gen Minuten konn­ten die Einsatzkräfte an Land dann beob­ach­ten, wie der Kanu-​Fahrer zwi­schen Flughafenbrücke und Fähranleger Langst-​Kierst noch mal an Geschwindigkeit zulegte nach­dem er die Person im Rhein trei­bend gese­hen hat. Wenig spä­ter gelang es ihm dann eine weib­li­che Person auf die Vorderseite sei­nes Kanus zu zie­hen und dort fest­zu­hal­ten bis er sie am Ufer den Rettungskräften von Feuerwehr und Rettungsdienst über­ge­ben konnte. Die Dame wurde anschlie­ßend wei­ter medi­zi­nisch ver­sorgt.

Am Ende des Jahres musste die Feuerwehr Meerbusch dann eine schwer­ver­letzte Person bei einme Brandereignis bekla­gen. Am 22.12. gegen 17:00 Uhr brannte auf dem rück­wär­ti­gen Teil eines Grundstücks in Nierst eine 3x5m große Hütte in vol­ler Ausdehnung. Unmittelbar vor dem Eintreffen der orts­an­säs­si­gen Einheit hatte sich eine männ­li­che Person bren­nend aus der Hütte ins Freie geret­tet. Einem zur Hilfe geeil­tem Anwohner gelang es die Flammen auf der Person mit einem Eimer Wasser wei­test­ge­hend zu löschen. Die Feuerwehr unter­stütze bis zum Eintreffen der Notärztin bei der Versorgung der Person, die sich durch die Flammen schwerste Verbrennungen zuge­zo­gen hatte. Parallel wurde der Vollbrand der Gartenhütte mit einem C‑Rohr von einem Trupp unter Atemschutz gelöscht. Die ver­letzte Person wurde vom Rettungsdienst in ein Spezialkrankenhaus trans­por­tiert.

Auch in 2019 zeigte sich, dass der Einbau von Heimrauchmeldern in Privathaushalten Leben ret­ten kann. 12-​mal warn­ten die Geräte Hausbewohner vor ent­ste­hen­den Bränden, so dass sich diese in Sicherheit brin­gen und die Feuerwehr den Brand bereits in der Entstehungsphase löschen konnte. Lediglich ein Mal schlief ein Hausbewohner so fest, dass er das schrille Piepsen über­hörte und sich die Feuerwehr unsanft Zutritt zur Wohnung ver­schaf­fen musste um bren­nen­des Kochgut zu löschen und den Bewohner zu wecken.

Aber nicht nur für die Bürger war die Feuerwehr in 2019 stets zur Stelle, ins­ge­samt 55-​mal galt es, Tiere aus Notlagen, oder eben auch ver­meid­li­chen Notlagen zu befreien. So wurde besorg­ten Waldspaziergänger erklärt, dass ein Fuchs durch­aus regungs­los vor einem Kaninchenbau sitzt, weil er eben Hunger hat, oder bei einem Reiher nicht zwangs­läu­fig ein Bein fehlt, nur weil er die­ses unter sein Federkleid ein­ge­zo­gen hat. Auch zuge­lau­fene Eichhörnchen oder zuge­flo­gene Enten stell­ten Situationen dar, bei denen die Feuerwehr ihr mög­lichs­tes Versucht, um zu hel­fen, jedoch der Tierschutz ein bes­se­rer Ansprechpartner gewe­sen wäre.

Funktionsbedingt haben die 19 haupt­amt­li­chen Feuerwehrmänner von der Insterburger Straße aus Osterath die meis­ten Einsätze absol­viert. Sie waren an mit 357 Alarmierungen an über der Hälfte aller Einsätze betei­ligt. Dies liegt zum einen daran, dass sie werk­tags viele klei­nere Einsätze ohne die Hilfe der Freiwilligen abar­bei­ten kön­nen und zum ande­ren, weil sie mit der Drehleiter ein Fahrzeug beset­zen, dass zu vie­len Einsätzen auto­ma­tisch mit aus­rückt. 173 Einsätze musste der Löschzug Büderich im Jahr 2018 abar­bei­ten. Der Löschzug Osterath wurde 227 Mal alar­miert und der Löschzug Lank rückte zu ins­ge­samt 156 Einsätzen aus. Der Löschzug Strümp wurde 71-​mal gefor­dert. Die Löschgruppe Langst-​Kierst war 44-​mal im Einsatz, die Kameraden aus Nierst 38 und aus Bösinghoven 11-​mal.

Ein abschlie­ßen­der Blick in Statistik zeigt, dass 18% der Einsätze im Jahr 2019 Brandeinsätze waren. Bei 58% aller Einsätze wurde tech­ni­sche Hilfe benö­tigt. Bei fast jedem vier­ten Einsatz han­delte es sich um einen Fehlalarm, glück­li­cher­weise jedoch nur in einem ein­zi­gen Fall in bös­wil­li­ger Absicht. 

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