Jahresrückblick der Einsätze 2019 der Freiwilligen Feuerwehr Meerbusch

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Robert Schilken, Herausgeber



Meerbusch – Im Jahr 2019 rück­ten die Feuerwehr Meerbusch zu ins­ge­samt 613 Einsätzen aus. 

Damit wird die Rekordzahl aus dem Jahr 2018 zwar nicht über­trof­fen, jedoch liegt das abge­lau­fene Jahr für die Feuerwehr Meerbusch dahin­ge­hend „im Trend”, dass sich die seit 2014 zu ver­zeich­nende, stän­dige Zunahme an Einsätzen, mani­fes­tiert. Darüber hin­aus wurde die Stadt Meerbusch in 2019 von gro­ßen Unwetterereignissen ver­schont, wel­che die Einsatzzahlen schnell anstei­gen las­sen. Wurden in 2018 noch 152 sturm­be­dingte Einsätze, ins­be­son­dere bei Tief „Friederike” ver­zeich­net, waren es in 2019 „nur” 53. Darüber hin­aus kam es im – nicht ganz so tro­cke­nen – Sommer 2019 zu weni­ger Gehölz- und Waldbränden als noch in 2018. 

Aber hin­sicht­lich des Einsatzspektrums war wie­der alles dabei, was vor­ran­gig oder – in man­chen Fällen – viel­leicht auch nur nach­ran­gig zu den Aufgaben einer Feuerwehr gehö­ren kann. 

Das Einsatzjahr begann nur 43 Minuten nach dem Jahreswechsel mit bren­nen­den Altpapiercontainern in Büderich und endete in Lank am Abend des 30.12. mit dem glei­chen Schadensbild. 

Der erste grö­ßere Einsatz ereig­nete sich am 08.02. auf der A57, als die Ladung eines LKW in Brand geriet. Bei Eintreffen der ers­ten Einsatzkräfte im Autobahnkreuz Meerbusch brannte die in einem Auflieger gela­dene Kohle. Sofort began­nen die bei­den Wehren aus Meerbusch und Kaarst, die auf­grund des unkla­ren Meldebilds eben­falls geru­fen wur­den, gemein­sam mit der Brandbekämpfung. Bereits nach kur­zer Zeit war das Feuer unter Kontrolle. 

Als die Kräfte der Feuerwehr Meerbusch im Rahmen der über­ört­li­chen Hilfe am 15.02. zur Unterstützung bei Großbränden in Krefeld und Neuss aus­rück­ten, ahn­ten die Kameraden noch nicht, dass auch die im Stadtgebiet ver­blie­be­nen Feuerwehrleute an die­sem Abend eini­ges zu tun bekom­men wür­den, inner­halb von 24 Stunden wurde die Feuerwehr 6 Mal alar­miert, 3 Mal davon inner­halb von 45 Minuten. 
Wie bereits ein­gangs erwähnt war 2019 kein „Sturm-​Jahr”, jedoch gab es mit Tief „Bennet” am 04.03. und Tief „Eberhard” am 10.03. 2 Sturmtiefs, die auch die Feuerwehr durch umge­stürzte Bäume, her­ab­fal­lende Dachziegel oder umge­wehte Bauzäune in Atem hielt. In Osterath löste sich die Überdachung einer Außengastronomie und schleu­derte auf die Straße. 

Der glück­li­cher­weise ein­zige Großbrand des Jahres 2019 beschäf­tigte die Feuerwehr kurze Zeit spä­ter, am 15.03., als in Bösinghoven eine Schreinerei zum Raub der Flammen wurde. Neben den Feuerwehrleuten aus Bösinghoven wur­den eben­falls die Einheiten aus Osterath, Lank, Büderich und Nierst, sowie die haupt­amt­li­che Drehleiter und die Führungskräfte der Feuerwehr Meerbusch alar­miert. Im wei­te­ren Verlauf des Einsatzes wurde der Gerätewagen aus Strümp geru­fen, der wei­tere Atemluftflaschen zur Einsatzstelle brachte. Während der Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann ver­letzt und musste mit einem Rettungswagen in ein umlie­gen­des Krankenhaus gebracht wer­den. Aufgrund der fort­ge­schrit­te­nen Brandentwicklung wurde das Feuer von zwei Seiten mit meh­re­ren Rohren gleich­zei­tig bekämpft – unter ande­rem wurde von zwei Drehleitern durch das bereits durch­ge­brannte Dach eine wei­tere Brandausbreitung verhindert. 

Am Abend des 30.03, kam es auf der A57 zu einem Einsatz, bei dem die Feuerwehr hydrau­li­sches Rettungsgerät zur Befreiung einer ein­ge­klemm­ten Person ein­setzte. Aus unge­klär­ter Ursache kol­li­dier­ten zwei PKW mit­ein­an­der. In Folge des Unfalls wurde eine Frau in ihrem PKW, der auf der Seite zum Stehen kam, ein­ge­klemmt und lebens­ge­fähr­lich ver­letzt. Nachdem die Feuerwehr das Fahrzeug gesi­chert hatte konnte die Frau aus dem Auto geret­tet wer­den. Der Fahrer des zwei­ten PKWs wurde eben­falls schwer ver­letzt, befand sich aber beim Eintreffen der Rettungskräfte außer­halb sei­nes Fahrzeugs. Beide Personen wur­den von Notärzten ver­sorgt und ins Krankenhaus gebracht. 

Bei wei­te­ren Verkehrsunfällen, bei­spiels­weise in Bösinghoven am 06.04., konn­ten sich die Maßnahmen der Feuerwehr auf die Unterstützung des Rettungsdienstes und die Räumung der Unfallstelle beschränken. 

Tragisch endete ein Einsatz in Lank am 27.04., bei der eine Garage in Brand geriet, die etwa 200 Zuchttauben als Zuhause diente. Nur rund 80 Tiere konn­ten geret­tet wer­den, der Rest ver­en­de­ten bedau­er­li­cher­weise im dich­ten Brandrauch. Die Garage wurde bei dem Feuer schwer beschädigt. 

Ein Großaufgebot an Einsatzkräften der Feuerwehr Meerbusch setzte die Leitstelle des Rhein-​Kreis-​Neuss am 03.06. gegen 04:30 in Marsch, nach­dem die Bewohner eines Hauses auf dem Daddersweg in Büderich über die Notrufnummer 112 gemel­det hat­ten, dass eine Terassenüberdachung in Brand gera­ten war. Besondere Brisanz erhielt die­ser Einsatz durch den Umstand, dass der Brand bereits auf das Gebäude über­ge­grif­fen hatte und sich durch ein geplatz­tes Fenster gif­ti­ger Brandrauch im Gebäude aus­brei­tete. Neben den Kameraden aus Büderich machte sich auch der Löschzug Lank, die haupt­amt­li­che Wache sowie der Führungsdienst auf den Weg zur Einsatzstelle. Hinzu kamen noch 2 Fahrzeuge des Löschzugs Osteraths, die zum Zeitpunkt der Alarmierung gerade einen Unwettereinsatz auf dem Pullerweg in Osterath abar­bei­te­ten und unver­züg­lich eben­falls in Marsch gesetzt wur­den. Bei Eintreffen hat­ten sich die Bewohner bereits in einen nicht betrof­fe­nen Gebäudeteil zurück­ge­zo­gen und wur­den umge­hend vom Rettungsdienst unter­sucht. Der Brand war mit Hilfe zwei­ter Strahlrohre bin­nen weni­ger Minuten gelöscht. 

Nur etwa 24 Stunden spä­ter quoll Rauch aus Keller eines Wohnhauses auf der Meerbuscher Straße in Osterath. Daraufhin rück­ten die Einsatzkräfte der Löschzüge Osterath und Strümp, sowie die haupt­amt­li­che Drehleiter und der Führungsdienst der Feuerwehr Meerbusch zur Einsatzstelle aus. Die gemel­dete Rauchentwicklung konnte durch die erst­ein­tref­fen­den Kräfte bestä­tigt wer­den. Im Keller eines Wohnhauses brannte die Holzpelletheizung. Die Feuerwehr konnte sofort mit den Löschmaßnahmen begin­nen, da die Hausbewohner sich recht­zei­tig gegen­sei­tig geweckt und ins Freie ret­te­ten. Bereits nach weni­gen Minuten konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden. 

Im Juni und September ereig­ne­ten sich die mit Abstand längs­ten Einsätze des Jahres, am 13.06. geriet eine Strohmiete in Nierst in Brand, am 14.09. wie­der­holte sich die­ses Ereignis in Ilverich. Bei bei­den Einsätzen ließ die Feuerwehr in jeweils über 12-​stündigem Einsatz das Stroh kon­trol­liert abbrennen. 

Zur rich­ti­gen Zeit am rich­ti­gen Ort – so lässt sich zusam­men­fas­sen, was sich am 08.07. in Langst Kierst am Rhein zuge­tra­gen und ver­mut­lich einer jun­gen Dame das Leben geret­tet hat. Um 19:40 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr zu einer ver­miss­ten Person im Rhein alar­miert. Zu die­sem Zeitpunkt befand sich einer der alar­mier­ten Löschzüge im Rahmen einer Übung direkt am Rhein in Nähe der gemel­dete Unglücksstelle. Während sich die Kräfte des Löschzugs Lank ent­lang des Ufers zur Suche auf­teil­ten, sprach ein Feuerwehrmann einen Kanu-​Fahrer an, der mit sei­nem Sportgerät gerade in unmit­tel­ba­rer Ufernähe das Geschehen ver­folgte. Dieser erklärte sich sofort bereit, die Suche nach der Person mit sei­nem Kanu auf dem Rhein zu unter­stüt­zen, noch bevor die Rettungsboote der umlie­gen­den Feuerwehren die Suche auf­neh­men konn­ten. Bereits nach weni­gen Minuten konn­ten die Einsatzkräfte an Land dann beob­ach­ten, wie der Kanu-​Fahrer zwi­schen Flughafenbrücke und Fähranleger Langst-​Kierst noch mal an Geschwindigkeit zulegte nach­dem er die Person im Rhein trei­bend gese­hen hat. Wenig spä­ter gelang es ihm dann eine weib­li­che Person auf die Vorderseite sei­nes Kanus zu zie­hen und dort fest­zu­hal­ten bis er sie am Ufer den Rettungskräften von Feuerwehr und Rettungsdienst über­ge­ben konnte. Die Dame wurde anschlie­ßend wei­ter medi­zi­nisch versorgt. 

Am Ende des Jahres musste die Feuerwehr Meerbusch dann eine schwer­ver­letzte Person bei einme Brandereignis bekla­gen. Am 22.12. gegen 17:00 Uhr brannte auf dem rück­wär­ti­gen Teil eines Grundstücks in Nierst eine 3x5m große Hütte in vol­ler Ausdehnung. Unmittelbar vor dem Eintreffen der orts­an­säs­si­gen Einheit hatte sich eine männ­li­che Person bren­nend aus der Hütte ins Freie geret­tet. Einem zur Hilfe geeil­tem Anwohner gelang es die Flammen auf der Person mit einem Eimer Wasser wei­test­ge­hend zu löschen. Die Feuerwehr unter­stütze bis zum Eintreffen der Notärztin bei der Versorgung der Person, die sich durch die Flammen schwerste Verbrennungen zuge­zo­gen hatte. Parallel wurde der Vollbrand der Gartenhütte mit einem C‑Rohr von einem Trupp unter Atemschutz gelöscht. Die ver­letzte Person wurde vom Rettungsdienst in ein Spezialkrankenhaus transportiert. 

Auch in 2019 zeigte sich, dass der Einbau von Heimrauchmeldern in Privathaushalten Leben ret­ten kann. 12-​mal warn­ten die Geräte Hausbewohner vor ent­ste­hen­den Bränden, so dass sich diese in Sicherheit brin­gen und die Feuerwehr den Brand bereits in der Entstehungsphase löschen konnte. Lediglich ein Mal schlief ein Hausbewohner so fest, dass er das schrille Piepsen über­hörte und sich die Feuerwehr unsanft Zutritt zur Wohnung ver­schaf­fen musste um bren­nen­des Kochgut zu löschen und den Bewohner zu wecken. 

Aber nicht nur für die Bürger war die Feuerwehr in 2019 stets zur Stelle, ins­ge­samt 55-​mal galt es, Tiere aus Notlagen, oder eben auch ver­meid­li­chen Notlagen zu befreien. So wurde besorg­ten Waldspaziergänger erklärt, dass ein Fuchs durch­aus regungs­los vor einem Kaninchenbau sitzt, weil er eben Hunger hat, oder bei einem Reiher nicht zwangs­läu­fig ein Bein fehlt, nur weil er die­ses unter sein Federkleid ein­ge­zo­gen hat. Auch zuge­lau­fene Eichhörnchen oder zuge­flo­gene Enten stell­ten Situationen dar, bei denen die Feuerwehr ihr mög­lichs­tes Versucht, um zu hel­fen, jedoch der Tierschutz ein bes­se­rer Ansprechpartner gewe­sen wäre. 

Funktionsbedingt haben die 19 haupt­amt­li­chen Feuerwehrmänner von der Insterburger Straße aus Osterath die meis­ten Einsätze absol­viert. Sie waren an mit 357 Alarmierungen an über der Hälfte aller Einsätze betei­ligt. Dies liegt zum einen daran, dass sie werk­tags viele klei­nere Einsätze ohne die Hilfe der Freiwilligen abar­bei­ten kön­nen und zum ande­ren, weil sie mit der Drehleiter ein Fahrzeug beset­zen, dass zu vie­len Einsätzen auto­ma­tisch mit aus­rückt. 173 Einsätze musste der Löschzug Büderich im Jahr 2018 abar­bei­ten. Der Löschzug Osterath wurde 227 Mal alar­miert und der Löschzug Lank rückte zu ins­ge­samt 156 Einsätzen aus. Der Löschzug Strümp wurde 71-​mal gefor­dert. Die Löschgruppe Langst-​Kierst war 44-​mal im Einsatz, die Kameraden aus Nierst 38 und aus Bösinghoven 11-mal. 

Ein abschlie­ßen­der Blick in Statistik zeigt, dass 18% der Einsätze im Jahr 2019 Brandeinsätze waren. Bei 58% aller Einsätze wurde tech­ni­sche Hilfe benö­tigt. Bei fast jedem vier­ten Einsatz han­delte es sich um einen Fehlalarm, glück­li­cher­weise jedoch nur in einem ein­zi­gen Fall in bös­wil­li­ger Absicht. 

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