50. Stadt-​Jubiläum von Meerbusch: Bürger, Kreis und die noch junge Stadt haben erfolg­reich für ihren Erhalt gekämpft

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss, Meerbusch – Der Rhein-​Kreis Neuss ist mit rund 460.000 Einwohnern einer der größ­ten, erfolg­reichs­ten und ange­se­hens­ten Kreise Deutschlands. 

Das wäre sicher anders, wenn in den 1970-​er Jahren nicht die Gefahr gebannt wor­den wäre, dass Teile des Kreisgebiets umlie­gen­den Großstädten zuge­schla­gen wer­den. „Wir sind froh, dass unser Kreis mit sei­nen acht Kommunen heute so gut auf­ge­stellt ist. Die Stadt Meerbusch, die 2020 ihr 50-​jähriges Bestehen fei­ert, ist ein star­ker Teil davon“, sagte Landrat Hans-​Jürgen Petrauschke in der Dezember-​Sitzung des Kreistags. Anlässlich des bevor­ste­hen­den Stadtjubiläums erin­nerte er gemein­sam mit dem 1. Stellvertretenden Landrat, Dr. Hans-​Ulrich Klose, an die außer­ge­wöhn­li­che Geschichte Meerbuschs.

Gegründet zum 1. Januar 1970 wäre die Stadt nur sechs Jahre spä­ter bei­nahe wie­der von der Landkarte ver­schwun­den. „Für den Verbleib Meerbuschs im neu gebil­de­ten Kreis Neuss wurde auch auf unse­rer Seite mit allen zur Verfügung ste­hen­den Mitteln gekämpft und letzt­lich auch über­zeugt“, so der Landrat. Dabei sei der Name Dr. Hans-​Ulrich Klose – lang­jäh­ri­ger Landtagsvizepräsident – in ganz beson­de­rer Weise mit dem Ringen um die Stadt Meerbusch ver­bun­den. In der Presse war sei­ner­zeit die Rede davon, dass der Korschenbroicher CDU-​Landtagsabgeordnete Klose „wie ein Löwe für Meerbusch kämpft“. Und dies tat er in Allianz mit sei­nen dama­li­gen Landtagskollegen Dr. Heinz-​Günther Hüsch aus Neuss und Peter Giesen aus Jüchen.

Das ver­gleichs­weise kleine Meerbusch hatte damals Begehrlichkeiten bei den gro­ßen Nachbarn Düsseldorf und Krefeld geweckt. Beide stell­ten Gebietsforderungen und ver­folg­ten hand­feste Ziele: Zum Beispiel wollte sich Düsseldorf mit der Angliederung von Büderich die Verfügungsgewalt über die links­rhei­ni­sche Einflugschneise sei­nes Flughafens und dar­über hin­aus die Verbindung zur Kläranlage in Ilverich sichern. Krefeld sah bei­spiels­weise in den Freiflächen der nörd­li­chen Gemeindeteile ein „idea­les Gelände für die geplante Hafenerweiterung“.

Im Kampf um Meerbusch und den Rhein-​Kreis Neuss, wie er heute besteht, soll­ten drei Anläufe bis zum glück­li­chen Ausgang nötig sein. Und es war nicht allein ein Ringen auf minis­te­ria­ler und poli­ti­scher Ebene. Die Bürgerinnen und Bürger kämpf­ten vol­ler Hingabe für ihre Heimat. Überall waren oran­gene „Ja zu Meerbusch”-Plaketten zu sehen. Bei Kundgebungen und Demonstrationen hieß es auf Plakaten und Spruchbändern kämp­fe­risch: „Meerbusch – acht Dörfer, aber ein Wille!”

Trotz aller Proteste beschloss der Landtag die Auflösung der jun­gen Stadt. Nachdem ein dazu von Dr. Klose ein­ge­brach­ter Änderungsantrag im Landtag abge­lehnt wurde, gab das Verfassungsgericht in Münster im September 1974 dem Meerbuscher Antrag auf Erlass einer einst­wei­li­gen Verfügung im Rahmen einer Verfassungsbeschwerde statt – aller­dings nur wegen for­ma­ler Mängel im Gesetzgebungsverfahren. Wie damals schon befürch­tet wurde der Gesetzesentwurf zur Auflösung von Meerbusch 1976 neu auf­ge­legt. Seite an Seite strei­ten Bürger, Politik und Verwaltung aber wei­ter für die Sache Meerbuschs.

So hat sich der Kreistag in einer Sondersitzung im Februar 1976 im Meerbuscher Matare-​Gymnasium ein­stim­mig gegen die Eingemeindung von Meerbusch in die Städte Düsseldorf und Krefeld aus­ge­spro­chen. Im Landtag kämpfte Dr. Hans-​Ulrich Klose unter­des­sen wei­ter für die Stadt und sam­melte Stimmen. Am 20. Mai 1976 war schließ­lich der Tag der Entscheidung gekom­men. Im Hammelsprung ent­schei­det sich der Landtag mit dem Ergebnis „94 zu 92“ für Meerbusch.

Damit war die letzte Gefahr, die die neue Kreisgemeinschaft hätte gefähr­den kön­nen, gebannt und ein ebenso span­nen­des wie auf­rei­ben­des Kapitel Kommunalgeschichte been­det. Landrat Petrauschke: „Unser gemein­sa­mes Ziel aber ist über mehr als 40 Jahre hin­weg geblie­ben: ein gutes Miteinander in einem zukunfts­fä­hi­gen Rhein-​Kreis Neuss mit Meerbusch als eine von acht eigen­stän­di­gen Kommunen.“

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