Mordfall Claudia Ruf: DNA-​Reihenuntersuchung in Hemmerden – 920 Männer gaben Speichelprobe ab – Erste Bilanz

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Robert Schilken, Herausgeber



Bonn, Grevenbroich (ots) 23 Jahre nach dem Mord an der damals elf­jäh­ri­gen Claudia Ruf aus Grevenbroich-​Hemmerden haben bis­lang 920 Männer an dem ers­ten Teil einer DNA-​Reihenuntersuchung teil­ge­nom­men (Stand: 01.12.2019, 14:00 Uhr).

Sie waren an den ver­gan­ge­nen bei­den Wochenenden der Einladung der Staatsanwaltschaft und der Polizei gefolgt und gaben in der Grundschule in Hemmerden ihre Speichelproben ab. Zunächst waren von den Ermittlern 800 Männer aus Hemmerden ein­ge­la­den wor­den. In der ver­gan­ge­nen Woche erhöhte sich die Anzahl auf 1000, weil wei­tere Männer ermit­telt wer­den konn­ten oder sich sel­ber gemel­det hat­ten, die im Jahre 1996 Bezugspunkte nach Hemmerden hatten.

Auch die am letz­ten Wochenende genom­me­nen Speichelproben wer­den in das Landeskriminalamt NRW nach Düsseldorf gebracht. Dort wer­den sie mit der tat­re­le­van­ten Spur abge­gli­chen. „Dieser Vorgang wird vor­aus­sicht­lich zwei bis drei Monate in Anspruch neh­men”, erklärte der Leiter der Mordkommission, Erster Kriminalhauptkommissar Reinhold Jordan.

Über 100 Hinweise gin­gen bei Ermittlern ein
Neben der DNA-​Reihenuntersuchung wur­den die Einwohner Hemmerdens noch­mals um Hinweise zu ver­däch­ti­gen Personen oder Wahrnehmungen gebe­ten. Die Ermittler gehen nun rund 100 Hinweisen zu ver­däch­ti­gen Wahrnehmungen, Fahrzeugen und Personen nach, die auch über das eigens geschal­tete Hinweistelefon (02131 300–25252) abge­ge­ben wur­den. Ein kon­kre­ter Tatverdacht hat sich aller­dings bis­lang noch nicht ergeben.

Polizei infor­mierte über DNA-Reihenuntersuchung
In den ver­gan­ge­nen zwei Wochen arbei­te­ten Beamtinnen und Beamte der Bonner Polizei und des Rhein-​Kreis Neuss nicht nur in der Mordkommission eng zusam­men. Mit dem Landeskriminalamt NRW hat­ten sie sich in einer gemein­sa­men Aufbauorganisation zusam­men­ge­schlos­sen und von dort aus die vie­len Maßnahmen vor­be­rei­tet und koor­di­niert. In Hemmerden ver­teil­ten sie Informationsbroschüren an die Haushalte, waren an neun Tagen mit der Mobilen Wache auf dem Kirchplatz für die Menschen ansprech­bar und führ­ten an ins­ge­samt vier Tagen die Entgegennahme der Speichelproben durch. In der Spitze waren rund 50 Beamtinnen und Beamte im Einsatz.

Im Rahmen der beglei­ten­den Presse- und Öffentlichkeitsarbeit infor­mier­ten die betei­lig­ten Polizeibehörden auf der eige­nen Webseite bonn​.poli​zei​.nrw/​M​K​Ruf über den aktu­el­len Ermittlungsstand sowie den Ablauf der DNA-​Reihenuntersuchung. Begleitend dazu erklärte die Polizei über die sozia­len Medien fort­lau­fend die geplan­ten Ermittlungsschritte.

Die Ermittlungen gehen weiter
Für die Beamtinnen und Beamten der Mordkommission sind die Ermittlungen damit nicht been­det. „Die Männer, die trotz Einladung nicht zu den Terminen in der Grundschule erschie­nen sind, wer­den durch die Beamtinnen und Beamten auf­ge­sucht. Außerdem gilt es, die Speichelproben von wei­te­ren 900 Männern zu erfas­sen, die damals einen Bezugspunkt nach Hemmerden hat­ten, aber mitt­ler­weile in ande­ren Städten und Orten in Deutschland oder sogar im Ausland leben. Diese Männer wer­den über die ört­lich zustän­di­gen Polizeibehörden oder die Ermittlungsteams der Mordkommission kon­tak­tiert und vor Ort um Abgabe einer Speichelprobe gebe­ten. Einige Personen, die in das Raster pas­sen, sind bereits ver­stor­ben. In die­sen Fällen wer­den wir deren Verwandte auf­su­chen” so Jordan.

5.000,- Euro Belohnung für Hinweise
Außerdem setz­ten Polizei und Staatsanwaltschaft wei­ter­hin auf Hinweise. Die Staatsanwaltschaft hat für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters füh­ren, 5.000,- Euro ausgelobt.

Webseite und Hinweistelefon wei­ter geschaltet

Hinweise wer­den auch wei­ter­hin über das Hinweisformular auf der Webseite bonn​.poli​zei​.nrw/​M​K​Ruf, das Hinweistelefon der Polizei (02131 300–25252) oder von jeder Polizeidienststelle entgegengenommen.

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