Landkreistag NRW: Impfpflicht ist aktu­ell der fal­sche Weg

Ihre Unterstützung zählt!

Geschätzter Leser, Sie finden die Veröffentlichungen hier interessant und nützlich? Das ist erfreulich!

Wenn nur 10% der Leser regelmäßig 20 Cent pro Tag zahlen, können davon die laufenden Betriebskosten gedeckt, die Berichterstattung ausgeweitet sowie ggf. zusätzliche Redakteure beschäftigt werden.

Sie können Ihre Zuwendung über z. B. "PayPal" oder per Banküberweisung tätigen. Gerne nenne ich Ihnen die Bankverbindung. Bitte fragen Sie nach. Weitere Informationen finden Sie hier.

Danke
Robert Schilken, Herausgeber



Klartext​.NRW – Der Landkreistag NRW hält die Einführung einer Impfpflicht für ver­früht und kon­tra­pro­duk­tiv. Zum einen läuft sie die Aufklärungs- und Beratungsfunktion der Gesundheitsämter zuwi­der und zum ande­ren ver­fehlt sie eine wich­tige Zielgruppe mit erheb­li­chen Impflücken, die der 18- bis 40-Jährigen.

Schul- und Kindergartenkinder sol­len und müs­sen wirk­sam vor Masern geschützt wer­den. Das gilt auch für die Personen, die sie betreuen. Aus Sicht der NRW-​Kreise als Träger der Gesundheitsämter im kreis­an­ge­hö­ri­gen Raum ist eine Impfpflicht, wie sie das vom Bundestag ver­ab­schie­dete Masernschutzgesetz vor­sieht, verfrüht.

Bevor man eine gesetz­li­che Impfpflicht sowie Bußgelder ein­führt, müs­sen alle ande­ren Möglichkeiten der Aufklärung aus­ge­schöpft wer­den“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Landkreistags NRW, Dr. Martin Klein. „Dazu gehört wei­ter­hin, impf­skep­ti­sche und ‑kri­ti­sche Eltern mit ihren Sorgen aufzufangen.

Dafür muss die seriöse Impfberatung und ‑auf­klä­rung im Rahmen der Früherkennungsuntersuchungen sowie der Schuleingangsuntersuchung durch Gesundheitsämter und nie­der­ge­las­se­nen Ärzte wei­ter gestärkt wer­den“, for­dert Klein. Die vom Bundestag beschlos­sene Durchsetzung der Impfpflicht durch die Gesundheitsämter könne nega­tive Auswirkungen auf deren Beratungsfunktion haben.

Zudem gibt es eine Reihe von Maßnahmen, deren Potential noch nicht aus­ge­schöpft wor­den ist. Dazu gehö­ren Recallsysteme, Bonusprogramme von Krankenkassen und die Einführung von Impfregistern“, zählt Klein einige Beispiele auf. Diese Maßnahmen wür­den auch über alle Altersgruppen hin­weg wir­ken: „In den Altersgruppen der 18- bis 40-​Jährigen sind die Impfquoten durch­aus pro­ble­ma­tisch. Diese Menschen wer­den mit dem Masernschutzgesetz aller­dings nicht erreicht“, betont Klein.

Darüber hin­aus wirft das Masernschutzgesetz in der Praxis eine Fülle von recht­li­chen Fragen auf, die vor Inkrafttreten des Gesetzes geklärt wer­den müs­sen. Auch ist mit einem erheb­li­chen Mehraufwand für die NRW-​Kreise als Träger der Gesundheitsämter zu rechen. „Auf die Kreise kommt eine Reihe neuer Aufgaben zu, die zu Mehrausgaben füh­ren. Auf die­sen Kosten dür­fen die Kommunen nicht sit­zen blei­ben“, for­derte Klein.

(97 Ansichten gesamt, 1 Leser heute)