Korschenbroich: Handwerksnachwuchs auf der Walz besuchte die Stadt

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Robert Schilken, Herausgeber



Korschenbroich – Überraschenden Besuch emp­fing Bürgermeister Marc Venten im Rathaus: Vier Handwerkerinnen und vier Handwerker auf der Walz über­brach­ten ihren tra­di­tio­nel­len Gruß und baten um Stempel und Unterschrift. 

Tischler, Zimmerer, Bootsbauer, Dachdecker und Polsterer gehö­ren zu der Gruppe, die in einem Korschenbroicher Tischlereibetrieb eine Nachtunterkunft gefun­den hatte. Nach dem Empfang und einer klei­nen Stärkung im Rathaus geht es nun wei­ter Richtung Süden.

Die jun­gen Leute aus Flensburg, Hamburg, Bremen, Berlin, dem Erzgebirge und Bad Segeberg sind aus­nahms­weise gemein­sam unter­wegs, um einen neuen Kollegen aus Grefrath Oedt auf sei­nen ers­ten Kilometern der Wanderschaft und damit aus sei­nem „Bannkreis“ hin­aus zu beglei­ten. 50 Kilometer um den Heimatort herum darf er sich in den kom­men­den drei Jahren nicht auf­hal­ten. Ansonsten aber steht ihm die ganze Welt offen.

Die Wanderjahre durch­le­ben zünf­tige Gesellen nach Abschluss ihrer Lehrzeit. Diese Walz war vom Spätmittelalter bis zur Industrialisierung eine Voraussetzung für die Zulassung zur Meisterprüfung. Die Gesellen von damals soll­ten neue Arbeitspraktiken, fremde Orte, Regionen und Länder ken­nen­ler­nen und Lebenserfahrung sam­meln. Daran hat sich wenig geän­dert, auch wenn der Stempel und Bürgermeister-​Eintrag ins Buch heute sym­bo­li­schen Charakter hat, woge­gen er im Mittelalter als „Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis inner­halb der Stadttore“ zwin­gend erfor­der­lich war.

Bürgermeister Marc Venten mit acht Gesellinnen und Gesellen auf der Walz. Foto: Stadt
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