Dormagen: Kostenexplosion und Verzug bei Schul-​Projekten: Rechtsamt soll Ursachen umfas­send und lücken­los aufklären

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Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen – Die Sanierung der Sekundarschule wird nicht nur deut­lich teu­rer wer­den, son­dern auch deut­lich län­ger dau­ern als geplant.

Im güns­tigs­ten Fall gehen die Projektsteuerer der­zeit frü­hes­tens von einer Fertigstellung in 2021 aus. Zudem wird das Projekt rund eine Million Euro teu­rer, weil wei­tere pla­ne­ri­sche Leistungen erfor­der­lich sind. Auch beim Lernort Horrem gibt es offen­bar mas­sive Verzögerungen. Darüber haben die mit den Projekten betrau­ten Ingenieure den Bürgermeister Anfang der Woche informiert.

Offensichtlich hat es in bei­den Projekten Fehler gege­ben, die dazu füh­ren wer­den, dass Kinder nicht recht­zei­tig dort ler­nen kön­nen, wo sie ler­nen soll­ten: In moder­nen Schulgebäuden. Ich habe gro­ßes Verständnis für jeden, den das ärgert. Mir geht es genauso“, sagt Bürgermeister Erik Lierenfeld.

Der Verwaltungschef hat des­halb jetzt das Rechtsamt mit der umfas­sen­den und lücken­lo­sen Prüfung der Sanierung der Sekundarschule beauf­tragt. „Außerdem gilt es auf­zu­klä­ren, wes­halb am Lernort Horrem fast ein Jahr lang nicht wei­ter­ge­ar­bei­tet wurde“, so Lierenfeld. „Bei die­sem Projekt ste­hen Fördermittel auf dem Spiel. Werden sie nicht plan­ge­recht abge­ru­fen, ver­fal­len sie.“

Nach der zum Jahresbeginn bekannt­ge­wor­de­nen Kostenexplosion bei der Sekundarschule hatte es bereits per­so­nelle Konsequenzen beim Eigenbetrieb gege­ben. „Wir wer­den uns jetzt sehr genau anse­hen müs­sen, was dazu geführt hat, dass die Zeitpläne trotz­dem der­art aus den Fugen gera­ten sind“, erklärt Lierenfeld.

Auch die beauf­trag­ten Planer und Projektsteuerer hät­ten sich „sehr unan­ge­neh­men“ Fragen zu stel­len, so Lierenfeld. „Wenn bei den Bürgerinnen und Bürgern der Eindruck ent­steht, dass die öffent­li­che Hand es ein­fach nicht hin­kriegt, dann ist das fatal“, so der Bürgermeister. „Deshalb müs­sen so schnell wie mög­lich alle Fakten auf den Tisch.“ Erste Ergebnisse der inter­nen Untersuchung wer­den noch in die­sem Jahr erwartet.

Möglichkeiten, die Projekte kurz­fris­tig so zu beschleu­ni­gen, dass der ursprüng­li­che Zeitplan ein­ge­hal­ten wird, seien zwar geprüft, aber ver­wor­fen wor­den. Denn: „Wir sind nun mal an die ver­ga­be­recht­li­chen Bestimmungen gebun­den und kön­nen nicht ein­fach frei­hän­dig Aufträge ver­ge­ben“, sagt Lierenfeld. Es wird der­zeit noch geprüft, wie wenigs­tens der Verfall der Fördermittel gestoppt wer­den könnte.

In kurz­fris­tig anbe­raum­ten Terminen am Donnerstag wur­den auch Vertreter der Ratsfraktionen und die betrof­fe­nen Schulleitungen über die jüngs­ten Entwicklungen infor­miert. In der nächs­ten Sitzung des Eigenbetriebsausschusses am Dienstag, 26. November, wer­den die erste Betriebsleiterin und Beigeordnete Tanja Gaspers sowie die Projektsteuerer eine umfas­sende Stellungnahme zum Sachstand abgeben.

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