Dormagen: Stadt sucht Pflegelotsen, die Pflegebedürftige ehren­amt­lich bei Begutachtungen unterstützen

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Dormagen – Die Stadt Dormagen sucht Bürgerinnen und Bürger, die sich als Pflegelotsen um ältere Menschen kümmern.

Ziel des Projektes „Pflegelotsen Dormagen“ ist es, Menschen ehren­amt­li­chen Beistand im Rahmen einer Pflegebegutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) anzu­bie­ten. Es ist eine Form der wohn­ort­na­hen Nachbarschaftshilfe.

Die Hilfen set­zen dort an, wo Familien und Nachbarschaftsstrukturen feh­len, auf die sonst im gegen­sei­ti­gen Miteinander zurück­ge­grif­fen wer­den kann“, sagt Bärbel Breuer, Seniorenbeauftragte der Stadt Dormagen.

Auf Anfrage besucht der Pflegelotse die pfle­ge­be­dürf­tige Person vor dem Termin der Begutachtung durch den MDK, um sich bekannt zu machen und zu erfah­ren, auf­grund wel­cher Belange ein Antrag auf Pflegegeldleistung gestellt wurde. In ein- oder zwei Vorgesprächen bespricht der Pflegescout mit dem oder der Pflegebedürftigen, auf was es bei der Begutachtung ankommt. Anhand einer Checkliste wird gemein­sam erar­bei­tet, wel­che Unterlagen und Daten bei der Begutachtung vor­lie­gen soll­ten, zum Beispiel ärzt­li­che Atteste oder eine Liste vor­han­de­ner oder benö­tig­ter Hilfsmittel.

Pflegelotsen sind jedoch keine Pflege-​Experten oder Berater. Als nicht Betroffene hilft ihnen einer­seits die Distanz, die Sachlage der Pflegebedürftigen mög­lichst objek­tiv zu betrach­ten, ande­rer­seits ver­fü­gen Sie über die erfor­der­li­che Empathie. Zudem hel­fen sie dem Pflegebedürftigen trotz sei­ner Nervosität, alle wich­ti­gen Informationen zu geben.

Wer seine Mitmenschen unter­stüt­zen und Pflegelotse wer­den möchte, muss zunächst eine Schulung absol­vie­ren. Durch den MDK erhal­ten die Lotsen Sachkenntnis über die Arbeitsweise und die Arbeitsgrundlage des MDK und über rele­vante Fragestellungen, die wäh­rend einer MDK-​Begutachtung von Bedeutung sind. Zudem wer­den die Pflegescouts durch eine Mitarbeiterin des Augustinushauses über wesent­li­che Grundsätze zur Pflege informiert.

Durch die Schulung lernt der Pflegelotse, sich in den Bedürftigen hin­ein­zu­ver­set­zen. Zudem ler­nen die Ehrenamtlichen Ansprechpartner ken­nen, die ihnen bei Fragen und Problemen zur Seite ste­hen. Ergänzend wird den Helfern eine Checkliste an die Hand gege­ben, die dabei hilft, die Vorbereitung des Besuchs zu struk­tu­rie­ren“, erläu­tert Breuer. Regelmäßige Gruppentreffen die­nen dem Austausch und wer­den abwech­selnd von den Kooperationspartnern orga­ni­siert und durchgeführt.

Interessierte mel­den sich tele­fo­nisch bei den Helfenden Händen unter 02133 257 919. Es ist keine Vorerfahrung erfor­der­lich. Jeder, der gerne hel­fen möchte, kann mit­ma­chen. Da die Lotsen in Privathaushalten agie­ren, ist es erfor­der­lich, dass sie den Koordinatoren ein Führungszeugnis vorlegen.

Im Bild (v. l.): Das Team des Projekts Pflegelotsen Dormagen: Ute Felske-​Wirtz, Bärbel Breuer, Ingrid Freibeuter, Angelika Schotten, Barbara Kelleher, Heinz Schneider, Monika Steffen-​Hartmann, Claus Radke und Dagmar Drossart. Foto: Stadt
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