Projekt: S‑Bahn-​Netz Rheinisches Revier

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Das Rheinische Braunkohlerevier liegt zen­tral zwi­schen der Rheinschiene mit den pro­spe­rie­ren­den Wirtschaft- und Hochschulstandorten Düsseldorf, Köln und Bonn sowie Aachen und Mönchengladbach. 

Die bei­den letzt­ge­nann­ten Städte sind, ebenso wie Jülich mit dem dort ansäs­si­gen Forschungszentrum, Teil des Reviers. Darin liegt für die Kommunen im Rheinischen Revier eine große Chance, nicht nur als Wohnstandort, son­dern auch als Standort für Industrie‑, Gewerbe- und Hochschulansiedlungen wei­ter an Attraktivität zu gewin­nen und die Folgen des beschleu­nig­ten Ausstiegs aus der Braunkohleverstromung abzumildern.

Um dies zu ermög­li­chen, ist der Aufbau einer zeit­ge­mä­ßen und bedarfs­ge­rech­ten Verkehrsinfrastruktur in Form des S‑Bahn-​Netzes Rheinisches Revier aus fol­gen­den Gründen von zen­tra­ler Bedeutung:

Anlass für den beschleu­nig­ten Ausstieg aus der Braunkohleverstromung und damit den beschleu­nig­ten Strukturwandel im Rheinischen Revier ist die Klimadiskussion. Zur Gestaltung des Strukturwandels soll­ten des­halb prio­ri­tär Lösungen ent­wi­ckelt wer­den, die in Hinblick auf den eben­falls kli­ma­be­deut­sa­men Faktor Verkehr sinn­volle Lösungen dar­stel­len und zu einer Minderung des moto­ri­sier­ten Individualverkehrs und des Gütertransports auf der Straße beitragen.

Bereits heute ist das Straßennetz in NRW nicht nur in den Oberzentren, son­dern auch auf Autobahnen, Bundes- und Landstraßen über­las­tet. Zukünftig ist laut aller Prognosen mit stei­gen­den Verkehrsmengen im Güter- und Personenverkehr zu rech­nen, was nur über eine stär­kere Nutzung der Schiene dar­stell­bar ist. Auch die vor­han­de­nen Schienenverbindungen sind aller­dings bereits überlastet.

Im Rheinischen Revier und den umlie­gen­den Großstädten und damit im Einzugsgebiet des S‑Bahn-​Netzes leben rund 2,9 Mio. Menschen. Alleine aus den Städten Bedburg, Bergheim, Grevenbroich und Neuss pen­deln täg­lich fast 65.000 Menschen nach Köln, Düsseldorf oder Aachen. Die Oberzentren (z.B. Köln, Düsseldorf) kön­nen den Wohnraumbedarf nicht mehr decken. Entlastung kön­nen neue Wohnstandorte in der Region an Bahnhaltepunkten bringen.

Schon jetzt gibt es im Rheinischen Revier einen hohen Pendleranteil. Dies wird umso bedeu­ten­der, da Strukturwandel Zeit braucht und in der Zwischenzeit das Angebot von Arbeitsplätzen in den Oberzentren wich­tig ist. Das Statistische Bundesamt hat ermit­telt, dass 68% der Pendler das Auto für den Arbeitsweg nutzen.

Im Rheinischen Revier gibt es große Industrie- und Gewerbeflächenpotenziale, die sinn­vol­ler­weise an den schie­nen­ge­bun­de­nen ÖPNV und Güterverkehr anzu­bin­den sind. So sind alleine am Standort Kraftwerk Frimmersdorf 160 ha Industriefläche ent­wi­ckel­bar (zu erschlie­ßen über eine mög­li­che S18 mit Haltepunkt Frimmersdorf und die der­zei­tige RWE-Werksbahn).

Weitere Entwicklungspotentiale bie­tet die LEP-​Fläche Neurath mit 300 ha, die zwi­schen der geplan­ten Linie S6 und der mög­li­chen S18 liegt und von bei­den Seiten über eine Busverbindung erschlos­sen wer­den könnte, sowie mög­li­che Gewerbeflächen bei GrevenbroichKapellen an der Stadtgrenze zu Neuss, die über einen zusätz­li­chen Haltepunkt erschlos­sen wer­den könn­ten (eben­falls S18). Damit könnte zugleich die Kulturwirtschaft der Region mit der renom­mier­ten Kulturlandschaft „Insel Hombroich“ und der „Raketenstation“ mit der Langen-​Foundation geför­dert werden.

An die neue S‑Bahn-​Haltestelle ange­bun­den wer­den könnte zudem ein Park&Ride-Platz, der Pendler-​Verkehre der schon jetzt stark über­las­te­ten BAB 46 in Richtung Neuss/​Düsseldorf auf­neh­men würde.

Wesentliche Lücken erge­ben sich aber auf der Strecke Bedburg-​Grevenbroich-​Neuss-​Düsseldorf in Verlängerung der Strecke der geplan­ten S12 und auf der Verbindung Düsseldorf-Neuss-Bedburg-Jülich-Aachen.

Die Bedienung durch RE- bzw. RB-​Strecken ist ver­al­tet, nicht durch­ge­hend und teils sehr weit getak­tet und für Pendler eher unat­trak­tiv. Die Ertüchtigung die­ser Verbindungen hin zum S‑Bahn-​Standard würde in Verbindung mit den vor­han­de­nen bzw. geplan­ten Linien das Rheinische Revier mit einem S‑Bahn-​Netz erschlie­ßen, das die Anbindung an die Großstädte zeit­ge­mäß und bedarfs­ge­recht sicherstellt.

Im Bereich Grevenbroich würde ein S‑Bahn-​Knoten ent­ste­hen, über den Aachen, Köln, Düsseldorf und Mönchengladbach modern, kom­for­ta­bel und direkt erreich­bar wären. Der Kreistag des Rhein-​Kreises Neuss hat für beide Strecken die Beauftragung einer Machbarkeitsstudie beschlossen.

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