Rommerskirchen: B59-​Ortsumgehung fei­er­lich frei­ge­ge­ben: Über 90 Prozent des Verkehrs führt nun an Sinsteden vor­bei

Rommerskirchen – Mehr als 12.000 Fahrzeuge quäl­ten sich bis­lang täg­lich durch den Rommerskirchener Stadtteil Sinsteden. Damit ist nun Schluss:

Am Dienstag, 1. Oktober, ist die Ortsumgehung Sinsteden (B59) von NRW-​Verkehrsminister Hendrik Wüst, Marcus Elsing, Ministerialrat im Bundesministerium für Verkehr und digi­tale Infrastruktur, und Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-​Braksiek fei­er­lich frei­ge­ge­ben wor­den.

Die B59 ist eine wich­tige Verbindung zwi­schen A46 und A1. Für die Bewohner des Ortsteils Sinsteden war diese Straße bis­lang aber eine Trennlinie inmit­ten ihrer Gemeinde. „Mit dem Bau der Ortsumgehung stär­ken wir die Verbindungsfunktion, ent­las­ten aber gleich­zei­tig die Bürger von Sinsteden. Für die Anwohner bedeu­tet das eine deut­li­che Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität. Gleichzeitig wird die Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer ver­bes­sert”, sagte Hendrik Wüst bei der Freigabe am Nachmittag.

Die Verkehrsprognose macht deut­lich, wie wich­tig der Bau der Ortsumgehung für die Sinsteder Bürger ist: Mit 13.500 Fahrzeuge rech­net Straßen.NRW im Jahr 2025 auf der B59 täg­lich. Im Ortskern selbst sol­len es dann nur noch 700 Fahrzeuge sein. Eine Entlastung von über 90 Prozent, die die Bürgerinnen und Bürger ab sofort spü­ren kön­nen: Schließlich waren es bis zur Freigabe auch schon fast 12.500 PKW und LKW, die täg­lich durch die Gemeinde roll­ten.

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digi­tale Infrastruktur, anläss­lich der Verkehrsfreigabe: „Mit der Ortsumgehung Sinsteden ver­bes­sern wir den Verkehrsfluss für Wirtschaft und Pendler – und ent­las­ten die Anwohner von Lärm und Abgasen. Das ist ein Gewinn für alle! Zusammen mit der 2009 fer­tig­ge­stell­ten Ortsumgehung Rommerskirchen ist die B 59 nun eine starke Verbindung zwi­schen A46 und A1.”

Streuobstwiesen und Wildkräuter

9,5 Millionen Euro hat der Bund in den Bau der Ortsumgehung Sinsteden inves­tiert. Gut zwei Kilometer Straße wur­den gebaut, zwei Ampelanlagen instal­liert und zum Schutz der Anlieger 700 Meter Lärmschutzwall mit einer Höhe von drei Metern ange­schüt­tet. Eine Brücke ver­bin­det zudem den Sinstedener Ortskern mit dem Aussiedlerhof Meisenhof. Doch der Landesbetrieb Straßen.NRW baut nicht nur Straßen und Brücken, jeder Eingriff in Natur und Landschaft muss aus­ge­gli­chen wer­den. In unmit­tel­ba­rer Nähe zur B59 bie­ten darum Streuobstwiesen künf­tig Lebensraum und Nahrung für beson­ders geschützte Tier- und Pflanzenarten. Landwirtschaftliche Flächen wer­den als Ausgleich für den Eingriff in die Natur in Zukunft exten­siv genutzt, ein wild­krautrei­cher Acker soll vor allem Insekten Nahrung bie­ten.

Unsere Ausgleichsflächen in Nordrhein-​Westfalen sind grö­ßer als 8000 Fußballfelder und viel­fäl­tig wie die Natur im gan­zen Land”, sagte Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-​Braksiek. „Allein im Jahr 2018 haben wir 1,5 Millionen Euro in Pflege und Unterhaltung inves­tiert. Auch hier in Sinsteden sind nun Flächen geschaf­fen wor­den, die einen ange­mes­se­nen Ausgleich für den Eingriff in die Natur bie­ten.”

(289 Ansichten gesamt, 2 Leser heute)