Neuss: Leserbrief zum Thema Bürgermeisterkandidatenkür der Neusser CDU

Neuss – Leserbrief (voll­stän­di­ger Text): „Sich selbst demon­tiert” – Bei der öffent­li­chen Vorstellung der Bürgermeisterkandidaten der CDU Neuss im Papst-​Johannes-​Haus demons­trierte Herr Prof. Dr. Brautmeier ein­drucks­voll, dass er in der CDU Neuss ange­kom­men ist.

Was tun, wenn sich die ver­blie­be­nen Kandidaten nur mar­gi­nal unter­schei­den und sein Kandidat droht unter­zu­ge­hen? „Speed Dating“ oder für den Abend über­setzt „Brot und Spiele“. Und diese wur­den den Furthern gebo­ten, wobei Brautmeier offen­bar ver­suchte, die Sieger und die Verlierer schon vor den Spielen fest­zu­le­gen. Es wirkte, als habe Brautmeier geschickt an alle Tische seine Claqueure (*1) plat­ziert, bestehend aus Ratsherren und Ratsfrauen, Parteivorstand und sons­ti­gen treuen Ergebenen.

Wenn Inhalt und Ausstrahlung die Kandidaten nicht unter­schei­det, dann geht dies in der CDU Neuss über die Macht. Und diese Macht demons­trier­ten diese Claqueure mei­nes Erachtens so durch­trie­ben, dass die gesamte Veranstaltung zur Farce wurde. Wurde jeder Flatus vocis (*2) von Brautmeiers Kandidat Jan-​Philipp Büchler fre­ne­tisch gefei­ert, behan­delte die Meute beson­ders die Kandidaten Rosen und Kuhl wie Abschaum, der aus dem Dorf getrie­ben wer­den muss.

Es war wider­wär­tig, wie beide aus einer Mischung aus Hass und Arroganz öffent­lich abge­kan­zelt wur­den. Wer so mit Furthern umgeht, hat es nicht ver­dient, einen Bürgermeister zu stel­len. Denkt die CDU Neuss wirk­lich, auf der Furth woh­nen nur Proleten und Dumme, die das Spiel nicht durch­schauen? 

Peter Bungenberg, Neuss

(*1) Ein Claqueur (frz. claquer ‚klat­schen‘) bezeich­net eine Person, die bei einer z. B. öffent­li­chen Aufführung „bezahl­ten” Applaus lie­fert.

(*2) Ein von der Stimme erzeug­ter Lufthauch.

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