Klartext​.NRW: Analyse: Lehrermangel sogar noch grö­ßer als erwar­tet

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Klartext​.NRW – (VBE NRW) Der Lehrkräftemangel an den Grundschulen in Deutschland ist laut einer heute ver­öf­fent­lich­ten Analyse der Bertelsmann Stiftung sogar noch grö­ßer als es die Kultusministerkonferenz erst im ver­gan­ge­nen Jahr pro­gnos­ti­zierte.

Das bevöl­ke­rungs­reichste Bundesland steht vor einer Mammutaufgabe. Der Lehrkräftemangel wird höher aus­fal­len und län­ger andau­ern, wenn nicht jetzt per­spek­ti­visch inves­tiert wird.

Für den VBE ist ein schnel­les Handeln, mit Blick auf die Zukunft und die Bildungsqualität, uner­läss­lich. „Die schwarz-​gelbe Landesregierung muss mit dem Haushalt 2020 die besol­dungs­recht­li­chen Konsequenzen aus der schon 2009 refor­mier­ten Lehrerausbildung zie­hen. Die unglei­che Bezahlung von gleich­wer­ti­ger Arbeit ist eine der Hauptursachen für den Personalmangel. Zudem muss die Landesregierung für die Übergangslösung des Seiteneinstiegs eine Vorqualifizierung ver­bind­lich ein­füh­ren“, for­dert Stefan Behlau, Landesvorsitzender des VBE NRW.

Die beste der schlech­ten Lösungen, der Einsatz schul­form­frem­der Lehrkräfte, ist trotz geplan­ter Änderungen im Schulgesetz bis­lang nicht zu Ende gedacht. Aktuell erhal­ten Sek-​II-​Lehrkräfte das Angebot, sich für zwei Jahre an einer Grundschule zu ver­pflich­ten, um anschlie­ßend an eine Schule ent­spre­chend ihrer Lehramtsbefähigung ver­setzt zu wer­den. „Wir begrü­ßen die geplante Änderung im Schulgesetz, die einen dau­ern­den Einsatz in die­ser Schulform als ver­be­am­tete Lehrkraft ermög­li­chen soll. Allerdings muss die­ser Schritt ein­her­ge­hen mit der Beendigung der Ungerechtigkeit der unter­schied­li­chen Besoldung. Ohne glei­chen Lohn für gleich­wer­tige Arbeit, wird es für viele Kandidaten nur eine kurze Station im Lebenslauf“, erklärt Behlau.

Der VBE warnt ein­dring­lich davor, den Fehler zu machen und als Reaktion auf die dra­ma­ti­sche Analyse jetzt den Seiteneinstieg zu ver­ein­fa­chen und zu beschleu­ni­gen. „Für die Seiteneinsteiger selbst, aber nicht zuletzt für die Kinder und für die Kollegien, ist es nicht zumut­bar, dass der Einsatz ohne ver­bind­li­che Vorqualifizierung erfolgt“, sagt Behlau. „Davon pro­fi­tie­ren alle Seiten, lei­der wird die Qualifizierung unter­schätzt.“

Der VBE kri­ti­siert Überlegungen, die Teilzeit ein­zu­schrän­ken. Stefan Behlau: „Den Beruf unat­trak­ti­ver zu machen und damit den Personalmangel bekämp­fen zu wol­len, das leuch­tet nicht ein. Ein Schuh wird dar­aus, wenn mal gese­hen wer­den würde, wie viele Stunden zum Glück durch die teil­zeit­ar­bei­ten­den Kolleginnen und Kollegen geleis­tet wer­den. Neue Teilzeitregelungen las­sen sich nicht mit der Betreuungssituation ver­ein­ba­ren – auch an Kitas erle­ben wir einen Personalnotstand.“

Stefan Behlau for­dert ein­dring­lich dazu auf, die Situation in der Sekundarstufe I nicht zu ver­ges­sen: „Die Sek I kämpft bereits jetzt mit Personalmangel und unzu­rei­chen­den Ressourcen​.Es darf nicht zur Überraschung wer­den, wenn die gebur­ten­star­ken Jahrgänge in die fünfte Klasse wech­seln.“

Weiterführende Informationen:

Analyse der Bertelsmann Stiftung

36.000 Menschen for­dern A13/​EG13 für alle Lehrkräfte aller Schulformen

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