Kommentar: Das Dilemma der Medien – berich­ten oder nicht

Kommentar: Schlimme Ereignisse gesche­hen und als Pressevertreter sind wir schuld­los und das öffent­li­che Interesse, gerade an sol­chen Geschehnissen, ist hoch.

Es ist jeweils ein Abwägen zwi­schen Mitgefühl, Moral, Pressearbeit und Information der Allgemeinheit. Diese Entscheidungen müs­sen Redakteure von Nachrichten immer erneut tref­fen. Vielfach wird diese Wahl vom „Zwang zur Auflage” beein­flusst. „Wir müs­sen ver­kau­fen.” ist die, durch­aus nach­voll­zieh­bare, Devise.

Mein Glück ist es, die­sem Zwang nicht zu unter­lie­gen. Vor län­ge­rer Zeit habe ich meine Berichterstattung schon ver­än­dert, eini­gen Lesern ist das bekannt. Bilder von töd­li­chen Verkehrsunfällen erschei­nen nicht mehr bei Klartext​-NE​.de.

Nach dem schwe­ren Verkehrsunfall, in Düsseldorf auf der Brüsseler Straße (B7), ist ein jun­ger Mensch aus Korschenbroich im Krankenhaus ver­stor­ben. Die Polizeimeldung erwähnte die Herkunft aus Korschenbroich.

Heute kamen wei­tere Informationen, per­sön­li­cher Natur, zum Unfallopfer hinzu. Er war in sei­ner Gemeinde gut ein­ge­bun­den und aktiv. Soll über wei­tere Angaben öffent­lich berich­tet wer­den? Eine Abwägung zwi­schen Informationsinteresse und Rücksicht auf die Hinterbliebenen. Auch Klartext​-NE​.de ist ein Pressemedium, was auf eine kon­ti­nu­ier­li­che Leserschaft ange­wie­sen ist. Viele Leser bedeu­ten eine hohe Attraktivität für Werbetreibende und somit ein mög­li­ches Einkommen und solange Leser kei­nen eige­nen Beitrag (5,- Euro pro Monat?) dazu leis­ten, wird sich das auch nicht ändern.

Da mir auch Einzelheiten zum Unfallgeschehen bekannt sind, habe ich mich ent­schie­den keine wei­te­ren Angaben zu ver­öf­fent­li­chen. Der Verkehrsunfall und die schreck­li­chen Folgen sind dra­ma­tisch genug. Es bedarf, nach mei­nem Verständnis, kei­ner öffent­li­chen Berichte. Ein Nachforschen warum, wieso und wer die Familie ist, ver­bie­tet der Anstand.

Halten wir uns zurück und drü­cken der Familie, die ein Mitglied viel zu früh ver­lo­ren hat, unser Mitgefühl aus.

In die­sem Sinne
Robert Schilken, Herausgeber

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