Neuss/​Kaarst/​Korschenbroich: Trinkwasser spa­ren – Brunnenwasser zum Befüllen von Planschbecken geeignet

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss, Kaarst, Korschenbroich – Viele Menschen kamen im ver­gan­ge­nen Juni an den Informationsstand in Kaarst um abzu­klä­ren ob sie mit ihrem Brunnenwasser das Planschbecken befül­len können. 

Die extrem hei­ßen Sommertage und die zu weit ent­fern­ten und über­füll­ten Freibäder füh­ren dazu, dass immer mehr Eltern und Großeltern große Mengen Wasser für die Befüllung der Pools benö­ti­gen. 138 Wasserproben von pri­vat genutzte Brunnen aus dem Raum Kaarst – Neuss wur­den vom VSR-​Gewässerschutz unter­sucht. „Erfreulicherweise haben wir fest­ge­stellt, dass acht­zig Prozent der Proben zum Befüllen eines Planschbeckens geeig­net sind. Auf diese Weise kön­nen viele Brunnennutzer kost­ba­res Leitungswasser spa­ren und mit den Trinkwasservorräten nach­hal­tig umge­hen“, so Susanne Bareiß-​Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz.

Doch das Ergebnis zeigt auch, dass es wich­tig ist Gesundheitsrisiken aus­zu­schlie­ßen. Der häu­figste Ausschlussgrund waren der­art hohe bak­te­rio­lo­gi­sche Belastungen mit coli­for­men Keimen und e.Coli, dass man das Wasser auch bei der Verwendung von Desinfektionsmitteln nicht zum Befüllen eines Planschbeckens nut­zen kann. Das Wasser muss zum Befüllen eines Pools keine Trinkwasserqualität aufweisen.

Allerdings sind die Desinfektionsmittel für Pools nicht dafür da starke Belastungen im Füllwasser zu besei­ti­gen. Hiervon war fast jeder achte Brunnen betrof­fen. Die Bakterien kön­nen über defekte Abwasserrohre ins Grundwasser gera­ten. Allerdings ist häu­fig gar nicht das Grundwasser mit Bakterien belas­tet, son­dern die Bakterien drin­gen bei Starkregenfällen durch undichte Deckel oder Risse in den Brunnen ein. Daher raten wir den Brunnenbesitzern bei einer bak­te­rio­lo­gi­schen Belastung erst mal zu über­prü­fen ob Regenwasser in den Brunnen gespült wird.

Bei jeder zehn­ten Probe fan­den Dipl. Phys. Harald Gülzow, Projektleiter im VSR-​Gewässerschutz und Milan Toups, Bundesfreiwilliger (BFD) bei den Untersuchungen sehr viel Eisen fest. Eisenhaltiges Brunnenwasser führt zu kei­ner Gesundheitsgefahr, kann aber den Badespaß ver­mie­sen, da das Eisen nach ein paar Tagen zu einer Verfärbung des Wassers und Ablagerungen führt. Der VSR-​Gewässerschutz rät daher, wenn das Wasser nicht wie in klei­nen Planschbecken häu­fig gewech­selt wird, zu einer Sandfilteranlage für Pools. Erfreulicherweise wurde fest­ge­stellt, nur bei zwei Brunnen, wegen einer zu hohe Nitratkonzentration, von einem Befüllen eines Planschbeckens abzu­ra­ten war.

Der VSR-​Gewässerschutz klärt Brunnennutzer dar­über auf, dass es drin­gend nötig ist auch mit dem ober­flä­chen­na­hen Grundwasser nach­hal­tig umzu­ge­hen. Am Informationsstand beka­men die Bürger Informationen wie jeder ein­zelne Gartenbesitzer dazu bei­tra­gen kann, dass das Grundwasser wie­der auf­ge­füllt wird. Der VSR-​Gewässerschutz rät, hierzu das Regenwasser vom Dach im Garten zu ver­si­ckern und nicht über die Kanalisation zu ent­sor­gen. Am bes­ten eig­net sich dabei die Muldenversickerung, da sie sich gut in den Garten ein­glie­dert und dafür sorgt, dass das Regenwasser opti­mal durch die Bodenschichten gerei­nigt wird.

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